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Felix Berg

Lager I auf 7050m
Gefahren beim Höhenbergsteigen
M2b Redaktion am 17.01.2007 - 12:38 Uhr
Bergsteigen birgt immer seine Gefahren. Diese haben ihren Ursprung in der Natur, sofern kein menschliches Versagen dazu kommt. Ein weit verbreitetes Phänomen ist die Höhenkrankheit, die bei Bergsteigern je nach Konstitution in verschiedenen Höhen auftreten kann.
Los geht es ab 2.000 Metern
Die Höhenkrankheit oder auch Acute Mountain Sickness (AMS) kann ab circa 2.000 Metern über Normalnull auftreten. Ausgelöst wird sie durch Überlastung des Organismus aufgrund von Sauerstoffmangel. Je höher der Bergsteiger gelangt, desto geringer wird der Luftdruck. Mit abnehmendem Luftdruck sinkt auch der Sauerstoff-Partialdruck, das heißt die Menge Sauerstoff pro Kubikmeter Atemluft. Es kommt zur Hypoxie, der Sauerstoffunterversorgung. Bis zu einer gewissen Höhe kann sich der Körper auf die veränderten Sauerstoffwerte in der Luft anpassen. Die Anzahl der roten Blutkörperchen wird erhöht, da diese für den Transport des Sauerstoffs in unserem Organismus zuständig ist. Diesen Effekt nutzen Sportler im Höhentrainingslager, da er sich leistungsfördernd auf die Ausdauerwerte auswirkt.
Symptome der Höhenkrankheit
Die Frage, die für Bergsteiger überlebenswichtig ist, ist die Frage nach den Symptomen: Woran erkenne ich, dass ich höhenkrank bin? Es treten stärkere Kopfschmerzen auf, der Ruhepuls steigt um 20 Schläge und mehr über den Normalwert an und die Atmung wird kürzer. Hinzu kommen Appetit- und Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Für Höhenbergsteiger gilt es also, diese Symptome zu erkennen und beim Auftreten gegen sie vorzugehen. Man sollte dem Körper möglichst langsam an die Höhe gewöhnen. Es ist daher sinnvoll alle 1.000 Höhenmeter ein Camp aufzuschlagen und dort zwei Nächte zu verbringen. Der Schlafplatz sollte nicht mehr als 300 bis 400 Meter höher liegen als am Vortag. Die Arbeitshöhe kann allerdings den Schlafplatz um bis zu 1.000 Meter übertreffen.
Abstieg meist die einzige Rettung
Sollte man dennoch an der Höhenkrankheit leiden, gilt es die richtigen Schritte einzuleiten, denn es kann auch schnell um Leben und Tod gehen. Entscheidend für den Ausgang ist das rechtzeitige Erkennen. Absteigen ist die beste und meist die einzige Möglichkeit, da Medikamente im Zweifel die Symptome nur verschleiern. Außerdem ist eine Flüssigkeitszufuhr von vier bis sechs Litern ratsam. Dadurch kann dem Eindicken des Blutes entgegengewirkt werden. Auch auf der gleichen Höhe kann es zur Verschlechterung des Zustandes kommen, der letztendlich bis zum Tod führen kann.
Flüssigkeitsansammlungen in Lunge und Hirn
Grund für den Tod sind häufig Höhenlungenödem oder Höhenhirnödem. Mit einem Höhenlungenödem (High Altitude Pulmonary Edema, HAPE) ist ab 4.000 Metern zu rechnen. Das Höhenhirnödem (High Altitude Cerebral Edema, HACE) tritt oberhalb von 5.000 Metern auf und endet in vier von zehn Fällen tödlich. Bei beiden Gefahren bildet sich durch einen Flüssigkeitseintritt aus der Umgebung ein Ödem. In der Lunge wird dadurch die Atmung stark beeinträchtigt. Im Gehirn hat das Ödem aufgrund der Anatomie keinen Platz um sich auszudehnen, womit ein starker Druckanstieg im Kopf einhergeht. Symptome für HAPE und HACE sind Konzentrations- und Koordinationsstörungen, ungewohnter Leistungsabfall, Selbstüberschätzung, Bewusstseinstrübung und Reizbarkeit.
Todeszone ab 7.000 Metern
Ab circa 7.000 Metern beginnt die Todeszone. Ab hier ist kein ausreichender Gasaustausch (Diffusion) in den Lungen mehr möglich, weil der Sauerstoffpartialdruck ab 7.000 Metern unter den kritischen Wert von 30-35 mm Hg (40-47 hPa) fällt. Folge ist, dass das Blut die Zellen nicht mehr mit ausreichendem Sauerstoff versorgen kann. Es kommt zu den schon genannten Ödemen und führt in der Regel nach 24 Stunden Aufenthalt in dieser Zone zum Tod.
Weitere Risiken
Neben der Höhenkrankheit und ihren Folgen müssen Höhenbergsteiger auch mit den Risiken des Wetters zurecht kommen. Gerade in höheren Lage, kann das Wetter sehr schnell umschlagen, sodass es zu einem sogenannten Wettersturz kommt. Gekennzeichnet ist ein solcher Sturz von einem plötzlichen Temperatursturz, bis zu 10°C, einer schlagartigen Verschlechterung der Sicht durch Nebel und Niederschläge und Sturmböen. Experten gehen von ein bis zwei Wetterstürzen pro Monat aus. Auslöser sind Kaltfronten oder kräftige Gewitter. Bergsteiger sollten darauf vorbereitet sein, denn falsche Kleidung kann zu Unterkühlungen führen, die schlimmsten Fall im Tod enden können. Generell birgen Kälte, Monsun und falsche Ausrüstung große Gefahren. Weitere Risiken gehen von Stein- und Blitzschlag und
Lawinen aus. Manche Routen kann auch nur bei gewissen Temperaturen genommen werden. So muss man bei der Standardroute zum Mount Everest durch eine steile Passage, in der das Gletschereis in Blöcke zerbricht. Ist es zu warm, können diese durch die Eisbewegung jederzeit umstürzen, was ein erhöhtes Risiko ergibt. Man sollte also auch darauf achten, in welcher Jahreszeit die Expedition stattfinden soll.
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