Specials Themenspecials Die 14 Achttausender Shisha Pangma

Shisha Pangma, 8.013 Meter

Shisha Pangma, 8.013 Meter

2005: Gerlinde im Zustieg der Shisha Pangma Südwand

Erste Winterbesteigung des Shisha Pangma 2005

Gerlinde Kaltenbrunner am Ausstieg der Gipfeleisrinne

Ralf Dujmovits im Vorstieg am Felsriegel

Gerlinde und Ralf auf den letzten Metern zum Gipfel

Shisha Pangma (8.013 Meter) - Himalaya

M2b Redaktion am 15.12.2006 - 16:30 Uhr

Der Shisha Pangma - zu deutsch "der Platz der Heiligen" - ist der einzige Achttausender, der gänzlich auf chinesischem Territorium liegt. Genauer: im Autonomen Gebiet Tibet, rund 30 Kilometer nördlich der chinesisch-nepalesischen Grenze und etwa mittig zwischen der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu und dem Fluss Tsangpo im Langtal-Himal.

Unterschiedliche Höhenangaben
Im Tibetischen bedeutet Shisha Pangma "der Bereich/Gipfel (shi sha) oberhalb der Gras bewachsenen Ebene", beziehungsweise im übertragenen Sinne "der Kamm über den Weiden" - dies entspricht genau der Ansicht, die sich dem Betrachter des Berges bei der Anfahrt aus dem Norden eröffnet. Mit 8.013 Metern ist der Shisha Pangma der niedrigste der 14 Achttausender, allerdings variieren die Angaben zu seiner Höhe: so geben ihn manche Quellen mit 8.046 Metern an, womit er höher als der Gasherbrum II wäre; bei einer chinesischen Vermessung im Jahr 1983 wurden 8.027 Meter ermittelt.

Als letzter Achttausender überwunden
Während zwölf Achttausender in den 1950er Jahren ihre Erstbesteigungen erfuhren, wurde der Shisha Pangma als letzter Achttausender erstmals bestiegen: Im Rahmen einer Expedition, die 195 Teilnehmer aus China umfasste, erreichten die zehn Bergsteiger Xǔ Jìng, Zhāng Jùnyán, Wáng Fùzhōu, Wū Zōngyuè, Chén Sān, Soinam Dorjê, Chéng Tiānliàng, Migmar Zhaxi, Dorjê und Yún Dēng am 02. Mai 1964 den Gipfel.

Tabu für ausländische Bergsteiger
Ausländische Bergsteiger konnten sich gar erst seit 1978 am Shisha Pangma versuchen, da der Berg den strikten Reisebeschränkungen unterlag, die nach der Machtübernahme der Kommunistischen Partei Chinas unter Führung von Mao Zedong seit 1949 herrschten. Zudem brachte die chinesische Besetzung Tibets in den 1950ern starke Unruhen in der Gegend mit sich, die 1959 in einem Volksaufstand gegen das Regime mündeten - zehntausende Tibeter starben nach dem brutalen Niederschlag ihres Widerstandes.

Erste westliche Expedition 1980 erfolgreich
Die erste westliche Besteigung des Shisha Pangma erfolgte schließlich am 07. Mai 1980: Unter Leitung von Dr. Manfred Abelein schaffte eine deutsche Expedition um Michl Dacher, Dr. Wolfgang Schaffert, Günter Sturm und Fritz Zintl nach nur 5,25 Stunden Aufstiegszeit für die letzten 700 Meter die zweite Begehung über die Nordseite, am 12. Mai folgten Sigi Hupfauer und Manfred Sturm. Für die erste Winterbegehung am 14. Januar 2005 sind Piotr Morawski und Simone Moro verantwortlich.

Vermeintlich leicht zu besteigender Achttausender
Gemeinsam mit dem Cho Oyu (8.201 Meter) zählt der Shisha Pangma zu den am wenigsten schwierig zu besteigenden Achttausendern. Dennoch ist der Auf- und Abstieg trotz fehlender großer technischer Schwierigkeiten ein Ernst zu nehmendes Abenteuer - schätzungsweise 22 Bergsteiger ließen hier bislang ihr Leben, darunter der berühmte US-Alpinist Alex Lowe. Insgesamt wurde der Hauptgipfel des Shisha Pangma bislang rund 200 Mal erfolgreich bestiegen, wohingegen der in 8.008 Metern Höhe gelegene Zentralgipfel schon doppelt so viele Begehungen erfuhr.

Lange Distanzen
Bei der Standardroute führt der Aufstieg zum Gipfel über die Nordseite des Berges, die zunächst relativ einfach zu erreichen ist: Mit dem Jeep ist es möglich, bis zum unteren Basecamp in 5.000 Metern Höhe zu gelangen. Im anschließenden unteren Teil des Anstieges gilt es dann allerdings, lange Distanzen zwischen den Lagern zu überwinden – da sich die Route jedoch über weniger steiles Gelände bewegt, kann auch eine Begehung mit Tourenski ins Auge gefasst werden.

Äußerste Konzentration erforderlich
Anspruchsvoller wird der Anstieg oberhalb der 7.000 Meter Grenze zwischen Lager II und III, wo bei einer durchschnittlichen Hangneigung von 40 Grad sehr sicheres Gehen auf Steigeisen Voraussetzung ist. Die Steilheit der Flanken unterhalb des Gipfels darf ebenfalls nicht unterschätzt werden, so dass bis zum höchsten Punkt äußerste Konzentration gefordert ist.

Aufstieg im Alpinstil über die Südwestwand
Neben der Standardroute über die Nordseite kann der Aufstieg alternativ über die steile Südwestwand angegangen werden. Die Routen hier sind technisch extrem anspruchsvoll, und eignen sich daher vornehmlich – und idealerweise - für einen schwierigen Aufstieg im Alpinstil. Zu überwinden sind dabei 2.200 Meter Aufstieg, der eine 50 Grad steile Neigung beinhaltet.

Monsunzeit meiden
Die besten Jahreszeiten für eine Expedition am Shisha Pangma sind die Vor-Monsunzeit im April, Mai und gegebenenfalls Anfang Juni, sowie die Nach-Monsunzeit im Oktober. Die meisten Teams veranschlagen dabei circa vier bis sechs Wochen für ihre Expeditionen. Für Informationen zum Permit-Sytem in China sollte die CTMA (Chinese Tibet Mountaineering Association) kontaktiert werden.


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