Specials Themenspecials Die 14 Achttausender Nanga Parbat

Ausblick auf die Diamirflanke

Basecamp mit Diamirflanke

Der Beginn der letzten Etappe

Bei der Ankunft am Flughafen

Basislager nach Schneefall

Ausblick auf den Mazeno Grat

Im Lager IV - noch über 1000 Höhenmeter

Im rechten Teil des Gipfeltrapez des Nanga Parbat

In der Löweisrinne nach Lager II

Nanga Parbat

In der Flanke zu Lager III

Letztes Stück für die Träger und Maultiere

Klaus-Dieter Grohs kurz vorm Gipfel

Indus und Karakorum Highway

Nanga Parbat (8.125 Meter) - Himalaya

M2b Redaktion am 12.07.2007 - 18:06 Uhr

Der Nanga Parbat ist der Westlichste alle Achttausender. Der neunthöchste Gipfel der Erde ist 8.125 Meter hoch und wird im Norden und Westen vom Indus begrenzt. Er bildet den strahlenden Höhepunkt der westlichen Himalaya-Kette, oft wird er als der schönste und beeindruckendste aller Berge bezeichnet.

König der Berge
Der Name Nanga Parbat stammt aus dem Sanskrit - "Nanga Parvata" bedeutet dort "der nackte Berg". Auch die Bezeichnungen Deo Mir, Diamir, Dyamir und Dayamur - "König der Berge" - finden sich in der Literatur.

Fast 7.000 Meter thront der Nanga Parbat im Norden über dem Indus-Tal, fast 5.000 Meter erhebt er sich nahezu senkrecht im Süden über dem Rupal-Tal. Bis zum nächsten Achttausender im Himalaya, dem Dhaulagiri, sind es etwa 1.200 Kilometer. Im Norden Pakistans gelegen wurde der Nanga Parbat im Jahre 1856 von den Gebrüdern Schlagintweit für die westliche Welt entdeckt.

Erster Besteigungsversuch 1895
Auf knapp 40 Jahre später, 1895, datiert sich der erste ernsthafte Besteigungsversuch am Nanga Parbat. Die Briten Albert Mummery, Geoffrey Hastings und Norman Collie versuchten zunächst, über das Rupaltal und die Südflanke auf den Gipfel zu kommen, mussten aber feststellen, dass eine Begehung dieser Wand unmöglich war.

Über den Mazenopass gelangten sie in das Diamirtal und versuchten stattdessen, dort einen Aufstiegsweg zu finden. Am 24. August 1985 unternahm Mummery mit zwei Gurkhas den Versuch, über einen hoch gelegenen Übergang zum Rakhiogletscher zu gelangen, um von dort den Nanga Parbat in Angriff zu nehmen. Keiner der drei kehrte von diesem Versuch zurück - die Verschollenen gelten als die ersten Opfer am Nanga Parbat.

"Schicksalsberg der Deutschen"
Nachdem er 1932 mit einer Expedition am Nanga Parbat gescheitert war, brach Willy Merkl 1934 erneut zum König der Berge auf. Die Deutsche Nanga Parbat Expedition umfasste fünf Bergsteiger und elf Sherpas, die auf der 1932 erkundeten Route über die Nordseite den Gipfel zu erklimmen versuchten. Mit dem Silberplateau erreichten sie eine Höhe von etwa 7.800 Metern, bis sich die erste großre Tragödie am Nanga Parbat ereignete:

Neun der sechzehn Expeditionsteilnehmer kamen bei einem Schneesturm ums Leben, ein weiterer starb bereits vorher an einem Lungenödem. Von den Nationalsozialisten wurde daraufhin der Nanga Parbat als "Schicksalsberg der Deutschen" ausgerufen. Auch die nächste große Deutsche Nanga Parbat Expedition endete 1937 in einem Disaster: 16 Menschen (sieben deutsche Bergsteiger und neun Sherpas) wurden an der Rakhiotflanke unter einer Lawine begraben

Erstbesteigung ohne künstlichen Sauerstoff
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs brach 1953 eine Expedition unter der Leitung Karl Maria Herrligkoffers zum Nanga Parbat auf. Im Zuge dieser gelang auch die Erstbesteigung des Berges: Der Tiroler Bergsteiger Hermann Buhl stand am 3. Juli 1953 als Erster auf dem Gipfel des neunthöchsten Berges der Erde.

Ohne künstliche Sauerstoffzufuhr erreichte Hermann Buhl den höchsten Punkt des Nanga Parbat, sein 41-stündiger Alleingang gilt als legendär in der Geschichte des Alpinismus. Innerhalb des damaligen Expeditionsteams wurde Buhls Leistung jedoch nur widerwillig gewürdigt: Buhl war entgegen der Anweisungen des bergsteigerischen Leiters Peter Aschenbrenner zum Gipfelversuch gestartet.

Günther Messner verunglückt nach Gipfelerfolg
1970 stieg eine Expedition um Reinhold Messner zum Nanga Parbat auf. Am 27. Juni nahm Reinhold Messner zunächst alleine den Aufstieg vom letzten Hochlager zum Gipfel in Angriff, wurde aber bald von seinem Bruder Günther, der ihm spontan gefolgt war, eingeholt. Sechs Tage später kehrte Reinhold Messner mit schwersten Erfrierungen ins Basislager zurück – ohne seinen Bruder.

Beide haben gemeinsam den Gipfel erreicht und seien dann, aufgrund der großen Erschöpfung des Bruders, über eine bis dahin unbekannte Route an der Diamir-Seite abgestiegen, so Messner später. Günther sei dann beim Abstieg von einer Lawine erfasst worden. Der Aufstieg war durch die Rupalwand erfolgt.

Kritiker werfen Messner vor, seinen geschwächten Bruder möglicherweise im Stich gelassen zu haben, um alleine den Ruhm für die Gipfelbesteigung ernten zu können. 2005 wurde die Leiche des Günthers in der Nähe des Diamir-Basecamps in 4.600 Metern Höhe gefunden. Der Fundort spricht für die Version Messners – der genaue Sachverhalt wird aber wohl nie geklärt werden können.

Anspruchsvollster Achttausender
Unter Alpinisten gilt der Nanga Parbat als einer der anspruchsvollsten Achttausender und als einer der am schwierigsten zu besteigenden Berge überhaupt. Selbst auf der konventionellen Normalroute, der Kinshofer-Route, müssen extrem lawinen- und steinschlaggefährdete Steilhänge durchquert werden. Der Anstieg ist kontinuierlich sehr steil und wartet sowohl im Fels als auch im Eis mit einigen schwierigen Passagen auf.

Expeditionen am Nanga Parbat haben für gewöhnlich unter extrem unbeständigem Wetter zu leiden. Dies ist hauptsächlich durch den Monsun bedingt, bis in den Sommer hinein beeinflussen jedoch auch westliche Luftströmungen das Klima im Gebirgsinneren. Auch im Sommer, der als beste Zeit für den Besteigungsversucht gilt, muss man in höheren Lagen mit großen Schneemengen rechnen.



  Zurück
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeige
Anzeigen
Google Anzeigen