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Umwelt erleben - nicht gefährden

M2b Redaktion am 08.08.2007 - 15:42 Uhr

Baden in Bergbächen, Rafting-Boote in Stromschnellen, Touristen durchstreifen Canyons, die sie normal nie hätten erreichen können. Ist das gut für die Umwelt? Oder schadet der Wassertourismus in den Bergen der Umwelt? Outdoor-Unternehmen als Anbieter von geführten Touren haben in der Regel ein sehr hohes Bewusstsein für ihre Region. "Wir haben eine große Verantwortung gegenüber der Umwelt," erläutert Dion Adams, der Inhaber und Leiter von Base Camp in Lofer. "Und wir sind und dieser bewusst. Ich glaube aber, wir können etwas positives leisten, nämlich ein Umweltbewusstsein überhaupt erst einmal zu fördern." Viele Touristen kommen recht unbedarft zu einer Tour - sei es nun auf dem Raft oder im Canyon - und erleben Natur dabei plötzlich sehr bewusst.

Faktor Hochwasser
Fakt ist: Ein Canyon und das Umfeld eines Wildbaches werden beständig natürlichen Veränderungen unterworfen. Vor allem Hochwasser, das bei Bergflüssen öfters auftritt, führt zu durchaus heftigen Eingriffen. Natürlich wird eine touristische Gruppe darauf achten müssen, Abfälle nicht einfach wegzuwerfen und sich entsprechend zu verhalten. Beim Canyoning ist es notwendig, Sicherheitshaken zum Klettern und Abseilen in der Wand zu befestigen - ein Kritikpunkt von Umweltschützern. Doch ob dieser Eingriff schwerer zu bewerten ist, als die Folgen eines Hochwassers, bleibt diskussionswürdig. Andere Bedenken haben Fischereiunternehmer, die sich um ihre Fischgründe sorgen.

Natur erleben
Was ist der richtige Weg im Umgang von Mensch und Natur? Es wäre sicher der falsche Weg, sich aus den schönsten Gegenden unseres Planeten zurückzuziehen. Wer mit der Natur leben und sie erleben will, der muss sie auch erreichen können. "Wir wollen Natur vermitteln und sie den Menschen schmackhaft machen," meint Dion Adams und ergänzt: "Wenn ich sehe, mit welchem Lächeln auf dem Gesicht unsere Gäste aus manch einer Tour herauskommen, dann ist das schon eine Bestätigung für uns." Zehn Verhaltensregeln für umweltbewussten Wassersport hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt veröffentlicht. Speziell für Canyoning hat die Europäische Canyoning-Kommission (CEC) einen Verhaltenskodex aufgestellt.

Studie stützt Umweltverträglichkeit von Canyoning
Um die Auswirkungen von Canyoning auf die Tier- und Pflanzenwelt der jeweiligen Schluchten zu untersuchen, wurde eine Studie vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, dem Deutschen Alpenverein DAV sowie der Tiroler Landesregierung durchgeführt. Die Ergebnisse weisen geringe ökologische Gefahren durch den Canyoningbetrieb nach. Der gesamte Bericht kann hier eingesehen werden. Diesen Resultaten schließen sich auch die Praktiker an: "Wo ein Mensch kommt, entsteht der Natur ein Schaden. Aber die Enflüsse von Rafting und Canyoning sind sicher vertretbar," sagt Andreas Voglstätter vom Motion Outdoor Center. "Die Natur ist unsere Basis. Nur solange sie intakt ist, können wir arbeiten."







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