
Am Manaslu

Manaslu

Die letzten Meter zum Gipfel

Manaslus Schatten

Aufstieg nach Lager I

Ralf Dujmovits winkt in den Himmel

Erste Sonnenstrahlen hinter dem Ganesh Himal

Blick vom Lager I
Manaslu (8.163 Meter) - Himalaya
M2b Redaktion am 26.07.2007 - 12:43 Uhr
8.163 Meter ist er hoch, der achthöchste Berg der Erde. In Nepal, im Gurka-Himal, umgeben vom Shisha Pangma und der Annapurna, befindet sich der Manaslu, unweit der tibetischen Grenze.
"Berg des Geistes"
Im Zuge der Indischen Landvermessung wurde der Berg zunächst als Kutang I bezeichnet - er war der höchste Gipfel der Region Kutang. Vermutlich gibt es bei diesem Begriff einen Zusammenhang mit dem tibetischen "as tang", einem Ausdruck, der eine flache Gegend bezeichnet. Beziehen könnte sich dies auf das flache Gipfelplateau des Manaslu, ein Charakteristikum des Berges: Vom Larkya La, einem hohen Pass im Norden, der von tibetischen Händlern auf dem Weg ins Dudh-Khola-Tal benutzt wurde, läuft man auf dieses Plateau zu.
Der heutige Name Manaslu stammt aus dem Sanskrit. Abgeleitet wurde er von dem Wort "mansana", das "Geist" oder "Seele" bedeutet. Der Manaslu ist demnach der Berg des Geistes. Die Einwohner des Dorfes Sama am Nordostfuß des Berges verbinden mit dem Manaslu die örtliche Gottheit Kambung.
Ruhe der Geister gestört
Der Wohnsitz dieser Gottheit auf der Spitze des Berges bedeutete Probleme für die ersten Besteigungsversuche am Manaslu. Eine japanische Expedition wurde 1954 mit Steinwürfen von den Einwohnern des Dorfes vertrieben, da sie in der Störung der Ruhe der Geister die Gefahr großer Unglücke und schwerer Krankheiten sahen. Großzügige Geschenke sorgten in den Folgejahren für eine friedlichere Stimmung unter den Einheimischen.
Erstbesteigung 1956 durch Japaner
Im Vergleich zu den anderen Achttausendern setzt die Besteigungsgeschichte des Manaslu recht spät ein. Erst 1950 wurden die ersten Fotos des Berges gemacht - zu diesem Zeitpunkt war die nahe gelegene Annapurna bereits erfolgreich erstbestiegen. Vier japanische Expeditionen suchten in der Folge von 1950 bis 1955 nach Aufstiegsmöglichkeiten zum Gipfel von der Nordseite aus und über den Ostgrat.
Eine japanische Expedition war es auch, der im Mai 1956 die Erstbesteigung des Manaslu gelang: Am 09. Mai waren Tosho Imanishi und Sherpa Gyaltsen Norbu die ersten auf dem Gipfel, am 11. Mai folgten mit Kiichiro Kato und Minoru Higeta zwei weitere Expeditionsteilnehmer. Die Japaner waren, mit der Unterstützung von 20 Sherpas, über die Nordostflanke aufgestiegen. Später wurde diese Route als Normalroute etabliert.
Lawinendrama 1972
15 Jahre dauerte es, bis wieder ein Mensch auf dem Gipfel des Manaslu stand. Auch die zweite Besteigung gelang einer japanischen Expedition, diesmal, im Frühjahr 1971, erfolgte der Aufstieg durch die Nordwestwand - eine neue, schwierige Route.
1972 dann die ersten schweren Unfälle am Manaslu: Einer Tiroler Expedition unter der Leitung von W. Nairz gelang zunächst die Durchsteigung der Südwand. Am 25. April gelangte im Rahmen dieser Expedition Reinhold Messner auf den Gipfel. In einem Schneesturm starben zwei Bergsteiger, Messner konnte sich vor dem schweren Sturm rechtzeitig in Sicherheit bringen. Etwa zur gleichen Zeit führte eine koreanische Expedition einen erfolglosen Versuch am Normalweg durch. Vier Koreaner, ein Japaner und zehn Sherpas wurden von Lawinen verschüttet, auch der Expeditionsleiter K. Jung-Sup kam am Berg um.
"Leichterer" Achttausender
Obwohl technisch nicht allzu anspruchsvoll, erfordert der nordostseitige Aufstieg über den Naike-Col und den Nordsattel doch eine hervorragende Kondition. Diese Aufstiegsroute in der vergletscherten Nordostflanke ist eine der wenigen Linien an den ganz hohen Bergen des Himalaya, die - bei entsprechenden Verhältnissen - fast auf der gesamten Länge mit Ski befahren werden kann.
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