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Juliane Wurm

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Juliane Wurm im Dach

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Juliane Wurm in `Petit Tom´ (8a)

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Juliane Wurm (GER)

Jule Wurm im Interview: "Essstörungen kommen im Klettersport vor...."

M2b Redaktion am 15.09.2008 - 11:30 Uhr

Juliane Wurm feierte in Sydney bei der Jugend-Weltmeisterschaft mit der Silbermedaille ihren bisher größten Erfolg. Wir sprachen mit der Dortmunderin von der DAV Sektion Wuppertal über Australien, ihren Sport und für unser Themenspecial über Ernährungsfragen im Klettersport.

mountains2b.com: Hallo Juliane! In Sydney bist du Vizeweltmeisterin geworden. Wie war das Erlebnis, nach Australien zu fahren und dort aufs Podest zu klettern?
Jule Wurm: Nachdem es die letzten beiden Jahre nicht so gut für mich lief, setzte ich mir den Finaleinzug für dieses Jahr zum Ziel. Als mir dies schließlich gelang, konnte ich im Finale ohne jeglichen Druck alles geben, was dann letztendlich sogar für das Treppchen reichte.

mountains2b.com:Du hast gegen Noguchi aus Japan verloren, aber die Dauerkonkurrentin Charlotte Durif hinter dir gelassen. Bist du an deiner Leistungsgrenze geklettert oder hast du noch mehr drauf?
Jule Wurm: Gerade in einem WM- Finale gehört sicher auch immer viel Glück dazu! Dieses Jahr hat mir die Tour sehr gelegen. Damit hatte ich auch das entscheidende bißchen Glück, welches mir letztes Jahr fehlte.

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mountains2b.com: Was ist das Schwierige am Sprung von den Junioren zu den Erwachsenen? Im Weltcup wartest du ja noch auf deine erste Top Ten-Platzierung, obwohl du den Juniorenbereich in der letzten Zeit mitbestimmt hast...
Jule Wurm: Die Leistungsdichte bei den Damen ist einfach sehr viel höher als im Jugendbereich. Man einfach entweder sehr stark sein oder braucht viel Glück um zum Beispiel unter die Top Ten zu klettern.

mountains2b.com: Ohne Training kann man keine so starke Performance abliefern, wie du es machst. Wie häufig trainierst du neben der Schule?
Jule Wurm: Ich trainiere normalerweise etwa viermal in der Woche. Zurzeit trainiere ich vor allem Ausdauer, bouldere aber auch sehr viel und mache eigentlich das ganze Jahr über Einheiten am Campusboard.

mountains2b.com: Ernährung ist für Wettkampfkletterer ein wichtiges Thema. Für dich auch?
Jule Wurm: Ich denke, gerade vor den Wettkämpfen ist es wichtig sich einigermaßen gesund zu ernähren. Ich würde jedoch nicht auf die ein oder andere Fast-Food-Mahlzeit zwischendurch verzichten, um zum Beispiel das von den Sloweninnen vorgelegter Gewichts-"Ideal" zu erreichen.

mountains2b.com: Wie gestaltest du deine Mahlzeiten, worauf legst du Wert bei deiner Ernährung?
Jule Wurm: Ich versuche mich relativ ausgeglichen zu ernähren, habe aber keine bestimmten Vorgaben, nach denen ich mich richte.

mountains2b.com: Benutzt du Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. Vitamine, Proteine, Kreatin, Bierhefe oder etwas in der Art?
Jule Wurm: Nö, sowas nehme ich nicht zu mir.

mountains2b.com: Leider wird im Klettersport auch immer wieder über Essstörungen diskutiert und spekuliert. Maja Vidmar ist zum Beispiel eine Kandidatin, die derzeit wirklich sehr dünn aussieht. Glaubst du, dass Essstörungen bei Kletterern vorkommen?
Jule Wurm: Ich glaube definitiv, dass Essstörungen im Klettersport vorkommen. Es ist ja schließlich kein Geheimnis, das dass Körpergewicht sicher auch die Kletterleistung beeinflussen kann. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, das eine solche "Strategie" langfristig ohne gesundheitliche Folgen bleiben kann.

mountains2b.com: Man kennt vom Skispringen, dass das Regelwerk verändert wurde, um das "runterhungern" zu verhindern. Wäre das auch für das klettern sinnvoll – z.B. ein bestimmtes Mindestgewicht für eine bestimmte Körpergröße vorzuschreiben?
Jule Wurm: Die Einführung einer BMI-Mindestgrenze halte ich generell schon für sinnvoll, ich bin jedoch etwas skeptisch in Bezug auf die Findung einer gerechten Mindestgrenze. Davon abgesehen fürchte ich, dass es immer irgendwelche Wege gibt derartige Regelungen in einem gewissen Maße zu umgehen.

mountains2b.com: Als Schülerin verdienst du dir mit Kletterwettkämpfen nicht viel mehr als ein schönes Taschengeld. Es gibt wohl wenige Kletterer, die mit ihrem Sport ihren Lebensunterhalt bestreiten. Willst du irgendwann zu ihnen gehören?
Jule Wurm: Da ich nicht davon ausgehe, dass es mittelfristig gesehen für mich möglich ist mit dem Klettern meinen Lebensunterhalt zu verdienen, strebe ich erst einmal einen vernünftigen Schulabschluss an. Aber ich lasse mich dann immer noch gerne von dem Gegenteil überraschen, rechnen tue ich aber nicht damit.

mountains2b.com: Was nimmst du dir für die kommenden zwei Weltcups und die EM vor?
Jule Wurm: Für die internationalen Wettkämpfe lautet mein Ziel dieses Jahr der relativ sichere Einzug ins Halbfinale und dann kann man eigentlich nur noch auf einen guten Go hoffen.

mountains2b.com: Wir wünschen dir alles Gute und vielen Dank für deine Zeit!


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