Kletter-WM 2007: Angela Eiter (AUT) und Ramón Julian Puigblanque (ESP) holen sich die Titel
M2b Redaktion am 26.09.2007 - 16:00 Uhr
Kletterkunst vom Feinsten in der WM-Finalrunde der Lead-Spezialisten am 22. September: Vor heimischem Publikum sorgten Ramón Julian Puigblanque (Weltmeister) und Patxi Usobiaga Lakunza (Vize-Weltmeister) für einen spanischen Doppelerfolg bei den Herren – in der Damenkonkurrenz setzte sich Österreichs Ausnahmeathletin Angela Eiter im Superfinale gegen Altmeisterin Muriel Sarkany (BEL) durch.
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Levet verpasst das Halbfinale
Von den 26 für das Halbfinale qualifizierten Damen gelang neun Athletinnen eine Top-Begehung der Halbfinalroute. Acht von ihnen, Iratí Anda (ESP), Angela Eiter (AUT), Ja-In Kim (KOR), Yuca Kobayashi (JPN), Muriel Sarkany (BEL), Maja Vidmar (SLO), Katharina Saurwein (AUT) und Natalija Gros (SLO), schafften den Sprung ins Finale – für die Französin Sandine Levet war die WM trotz Tops im Halbfinale beendet, da sie das vergleichsweise schlechteste Qualifikationsergebnis erlangt hatte.
Drei Spanier in der Runde der letzten Acht
Ähnliches Bild bei den Herren, wo acht der 26 Halbfinalisten bis zum Top der Route stiegen und sich somit für das WM-Finale qualifizierten. Aus spanischer Sicht besonders zu begrüßen war es da, dass dieses Kunststück mit Ramón Julian Puigblanque, Eric Lopez Mateos und Patxi Usobiaga Lakunza allen drei im Halbfinale stehenden Landsmännern gelang.
Finale ohne französische Beteiligung
Der 16-jährige Lopez Mateos und der 19-jährige Norweger Magnus Midtboe waren im Teilnehmerfeld der Finalisten (daneben noch Flavio Crespi (ITA), Cédric Lachat (SUI), Tomás Mrázek (CZE) und Jorg Verhoeven (NED)) sicherlich Überraschungen, hatten sie andere Final-Aspiranten wie David Lama (AUT), Alexandre Chabot, Fabien Dugit und Sylvain Millet (alle FRA) hinter sich gelassen. Wie bei den Damen bedeutete dies, dass kein Athlet aus Frankreich im WM-Finale 2007 vertreten sein würde. Auch der einzige deutsche Halbfinalist, Routinier Christian Bindhammer, musste die Segel streichen – er kam auf Platz 18.
Drei Tops im Damenfinale
Das anschließende Finale der Damen riss das Publikum zunächst noch nicht wirklich vom Hocker. Erst als Maja Vidmar (SLO), Muriel Sarkany (BEL) und Angela Eiter (AUT) zu Komplett-Durchstiegen der langen, technischen Route gelangten, schien der Bann gebrochen. Eine Entscheidung war damit aber noch nicht erreicht: Aufgrund der Ergebnisse aus den vorherigen Runden ordnete sich Maja Vidmar zwar auf dem dritten Platz ein und durfte sich über die Bronzemedaille freuen; Muriel Sarkany und Angela Eiter allerdings lagen weiterhin gleichauf, da beide ALLE bisherigen Routen Top gehen konnten.
Superfinale bringt die Entscheidung
Entsprechend also musste ein Superfinale her, um die Weltmeisterin 2007 zu küren. Den Anfang machte – in der Herrenroute – die 33-jährige Belgierin Sarkany. Und sie legte gut vor: Bis zur Wertung 40 kam die Weltmeisterin von 2003. Doch dann der Auftritt von Angela Eiter: Mit einer Ruhe, als sei es die einfachste Sache der Welt, überwand die Dominatorin der letzten Jahre Sarkany’s Marke und kletterte, getragen vom frenetischen Jubel des Publikums, höher und höher – bis sie bei Wertung 60 ins Seil fiel und unter tosendem Applaus ihren zweiten Weltmeistertitel nach 2005 entgegen nehmen durfte.
Volles Haus bei den Herren
Das Herrenfinale fesselte die Zuschauer in der mittlerweile bis auf den letzten Platz besetzten Sporthalle von Beginn an – kaum einen hielt es auf seinem Stuhl – sicherlich auch, da gleich drei Spanier um den Titel kämpften. Als Fünfter gestartet, setzte Ramón Julian Puigblanque unter großem Jubel eine neue Bestmarke auf die zuvor etablierten 64- von Cédric Lachat: In der extrem langen, von Legrand and Arocena geschraubten Route, berührte er den zweitletzten Griff (70-) und zeigte damit, dass die Route machbar zu sein schien.
Erstmals Weltmeister aus Spanien
Zum Glück für "Ramonet" jedoch nicht für die noch ausstehenden Starter an diesem Abend: In einem spannenden Ende des Finals war für Tomás Mrazek, Weltmeister von 2005, und Jorg Verhoeven, wie bei Lachat davor, jeweils bei 64- Endstation. Der letzte Starter dieses Finals, Patxi Usobiaga Lakunza, sollte Julian Puigblanque's Marke ebenfalls nicht erreichen – er jedoch kam minimal weiter (64) als das Trio Mrazek, Verhoeven und Lachat und wurde somit, wie 2005 in München, Vize-Weltmeister. Mit Goldmedaillengewinner Ramón Julian Puigblanque feierten die Spanier im Anschluss den ersten Weltmeister ihrer Nation.
Damen
01. Angela Eiter (AUT)
02. Muriel Sarkany (BEL)
03. Maja Vidmar (SLO)
04. Yuka Kobayashi (JPN)
05. Irati Anda Villanueva (ESP)
06. Katharina Saurwein (AUT)
07. Natalija Gros (SLO)
08. Ja-In Kim (KOR)
Weitere Infos
Ausführliche Infos zur diesjährigen WM in Spanien finden Sie im Mountains2b-Eventspecial "Kletter-WM 2007". Die Sonderseite wird weiterhin mit neuen Inhalten gefüllt!