
Aufstieg oberhalb des gelben Bandes

Cho Oyu im Abendlicht

Fahrt durch die Schlucht des Bhote Kosi nach Nyalam

Morgenstimmung kurz oberhalb von Lager I

Kurz vor Erreichen des Gipfelplateaus

Cho Oyu oberhalb Lager I
Cho Oyu (8.201 Meter) - Himalaya
M2b Redaktion am 31.08.2007 - 14:00 Uhr
Die "Göttin des Türkis" ist der meistbestiegene Achttausender. Im Khumbu Himal, im Himalaya-Hauptkamm gelegen ist er nicht weit vom Mount Everest entfernt und markiert zudem die Grenze zwischen China und Nepal. Die günstige Lage macht den Berg bei Alpinisten sehr beliebt: Bis zum unteren Basislager kann mit Jeeps gefahren werden.
1984 neu vermessen
Erst seit einer erneuten Vermessung 1984 wird der Cho Oyu als sechsthöchster Berg der Erde geführt. Mit 8.201 Metern ist er nun registriert, mit der zuvor angenommenen Höhe von 8.153 Metern hatte er noch hinter dem Dhaulagiri und dem Manaslu rangiert.
Erstbesteigung 1954
Eine österreichische Expedition um Herbert Tichy war 1954 die erste am Gipfel. Zwei Jahre zuvor war der Cho Oyu bereits vom Everest-Bezwinger Edmund Hillary bereits zur Erkundung der Zugänge im Nordwesten des Berges - auf 6.800 Metern musste die Expedition umkehren.
Möglichst wenig Personal und so günstig wie möglich - das war der Plan Tichys für die Besteigung des sechsthöchsten Berges der Erde. Bereits lange vor Reinhold Messner plante der Wiener, abseits vom aufwendigen und teuren Expeditionsstil, eine Besteigung im alpinen Stil: kein Flaschensauerstoff, wenig Gepäck, keine Hochträger.
Am 2. September 1954 zog das kleine Team los. Der Eisbruch, der 1952 Edmund Hillary noch zur Umkehr gezwungen hatte, wurde mit Leichtigkeit bewältigt, schon nach ein paar Tagen war man im Lager III auf etwa 6.600 Metern. Am nächsten Tag schon startet Tichy zum Gipfelversuch, muss jedoch in einem Sturm, in dem er starke Erfrierungen an den Händen erleidet, umkehren.
Schokolade für die Götter
Wenige Tage später schließt Tichy sich trotz der lädierten Hände einen zweiten Versuch zu starten. In einer Schneehöhle überstehen die Bergsteiger einen Sturm, erreichen am nächsten Tag Lager IV und brechen in der Nacht zum Gipfel des Cho Oyu auf. Am 19. Oktober, um 15 Uhr, stehen Herbet Tichy, Josef Jöchler und Sherpa Pasang Dawa Lama auf dem 8.201 Meter hohen Berg und fallen sich in die Arme. Als "Dank für die Götter" wird Schokolade vergraben - ein im Himalaya übliches Ritual.
Einer indischen Expedition gelang 1958 die zweite Besteigung des Cho Oyu. Wieder mit dabei ist Sherpa Pasang Dawa Lama, der damit zum zweiten Mal auf dem Gipfel steht. Umstritten ist die dritte Besteigung durch eine deutsche Expedition im Jahre 1964, von der Beweise für das Erreichen des Gipfels fehlen. Die extrem schwierige und gefährliche Südostwand wurde 1978 von Edi Koblmüller und Alois Furtner zum ersten Mal durchstiegen.
Einfacher Achttausender?
Aufgrund seiner günstigen Lage und dem relativ "einfachen" Normalweg der Erstbesteiger erfreut sich der Cho Oyu großer Beliebtheit unter den Alpinisten. Dennoch ist es falsch, von "einfachen Achttausendern" zu sprechen - trotz der klaren, übersichtlichen Route gibt es auch am Cho Oyu technisch interessante Stellen zu meistern, die in Kombination mit der extremen Höhe viele der gut trainierten und erfahrenen Höhenbergsteiger an ihre Grenzen bringen.
Vormonsun oder Nachmonsun?
Frühjahr (Vormonsun) oder Herbst (Nachmonsun) - beide Jahreszeiten eignen sich für eine Besteigung des Cho Oyu. Die Temperaturen im Vormonsun sind etwas angehmer, das führt allerdings auch zu verstärkter Wolkenbildung am Nachmittag. Oftmals muss daher mit Schneefall in den frühen Abendstunden gerechnet werden. Im Nachmonsun dagegen kann man mit klirrender Kälte, aber auch mit lang anhaltenden Phasen von klarem Wetter rechnen.
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