Was braucht man im Hochgebirge? Ausrüstungstipps für Höhenbergsteiger (1)
M2b Redaktion am 01.05.2008 - 10:00 Uhr
Bekleidung
Die Bekleidung beim Höhenbergsteigen muss Schutz vor niedrigen Temperaturen und starkem Wind bieten, der auch "mäßige" -15 °C schnell in lebensbedrohliche -50°C verwandeln kann (Wind-Chill-Faktor). Besonderen Schutz benötigen die Extremitäten und der Kopf, da diese Körperstellen zum einen stark durchblutet werden, darüber sehr viel Wärme verloren geht und zum anderen dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Hände, Füße und die Gesichtspartien sind daher besonders anfällig für Erfrierungen. Firmen wie Mammut, North Face und andere Hersteller versuchen optimalen Schutz, Bequemlichkeit zu gewährleisten und Jacken auf den Markt zu bringen, die jeder Wetterlage gewachsen sind. Die Bekleidung beim Höhenbergsteigen ist nach dem Schichtenprinzip aufgebaut: Direkt am Körper tragen viele Bergsteiger Funktionsunterwäsche, die besonders den Schweiß aufsaugen soll. Die Jacken und Hosen müssen absolut winddicht, jedoch ebenfalls dampfdurchlässig sein. Bei besonders großer Anstrengung sollten nützliche Jacken sich über Reißverschlussöffnungen weiter belüften lassen, um zu starkem Schwitzen zu entgehen. Bei Winter- und Hochgebirgstouren sollte dieses jedoch weitgehend vermieden werden, damit die Bekleidung nicht durchfeuchtet wird. Später ist es sonst sehr schwer, diese wieder zu trocknen. Bei einer Hochtourenjacke bewegt man sich in Preisspektrum von 150 bis über 700 Euro. Daunenjacken und Daunenhosen sind in Höhen der Todeszone überlebenswichtig. Dort sollten die Jacken bei Extremtemperaturen bis minus 45 Grad oder tiefer stand halten. In unserem Mountains2b-Online-Shop finden Sie einige interessante Angebote.
Vor allem die Füße und Hände müssen durch die Bekleidung gut geschützt werden, da hier die Durchblutung nicht optimal ist und die Erfrierungsgefahr allgegenwärtig ist. Mützen, Handschuhe und Sonnenbrillen müssen den Bergsteiger genauso vor Wind, Kälte und Sonne schützen wie die restliche Bekleidung.
Anzeige
Hose
Eine gute Hochtourenhose ist modern, leicht, robust, wasserabweisend und winddicht sein. Außerdem sollte eine Hose gewählt werden, die auch in Höhenlagen schnell trocknet. Kleine Details machen eine gute Hose aus. Deshalb versuchen Firmen wie Mammut, Jack-Wolfskin, Salewa, Vaude oder ähnliche jedes Jahr die Technologie weiter zu verbessern. Sinnvoll angebrachte Taschen, Gürtelschnallen oder Verstärkungen an den Knien, am Gesäß und an den Beininnenseiten sind wichtige Komponenten bei der Wahl einer guten Hochtourenhose. Wenn die Außentemperaturen stark abfallen und oder die Lage und Ausgesetztheit des Berges zu tiefen Minusgraden führen, ist eine Daunenhose die einzige Alternative.
Unterwäsche
Jedes Bekleidungsstück bei derartigen extremen Bedingungen sollte sinnvoll überlegt sein - nicht nur weil sie schließlich auf den Berg und wieder runter getragen werden muss. Die Kleidungsstücke müssen in Symbiose zueinander stehen und verhelfen dem Bergsteiger gegen jede Wetterlage resistent zu sein. Die Unterwäsche ist ein entscheidender Faktor. Diese muss den Schweiß möglichst schnell vom Körper wegtransportieren, damit die Kleidung nicht durchnässt und der Sportler sich nicht erkältet. Weiterhin ist es schwierig, nasse Bekleidungsstücke bei Extremtemperaturen wieder zu trocknen. Kunstfaser erfüllt diese Bedingungen. Am besten kann man sich mit Polyester einkleiden, wobei der Geruch der Kleidung nach einiger Zeit sehr unangenehm wird.
Bei Wollunterwäsche bleibt der Geruch länger angenehm. Das Material saugt die Feuchtigkeit auf, wärmt aber trotzdem. Der Nachteil bei der Wollunterwäsche ist, dass diese sehr schwer zu trocknen ist und man am nächsten morgen höchstwahrscheinlich mit noch klammer Unterwäsche da steht, was extreme Konsequenzen haben kann.
Der optimale Fußschutz
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt muss man beim Höhenbergsteigen sehr auf den Schutz seiner Füße achten. Erfrierungen und Fußbrand sind mit einer optimalen Ausrüstung vorzubeugen. Die Bekleidung der Socken wird unter Bergsteigern heiß diskutiert. Manche Routiniers bevorzugen die Einfache, andere die Doppelsocke. Wobei eine Doppelsocke die Blasengefahr fördern kann. Wenn man allerdings Befürworter der Doppelsocke ist, sollte man zwischen einer dicken und einer dünnen Socke eine absolut wasserdichte VBL-Socke (Vapor Barrier Liner) tragen, um die darüber liegenden Isolationsschichten trocken zu halten. So bleiben die Schuhe trocken und flexibel, was auf langen Hochtourenexpeditionen große Bedeutung hat und weiteren Erfrierungen vorbeugt.
Man sollte drauf achten, dass die Socke einen bis zu 70 prozentigen Wollanteil beinhaltet, denn dann saugen sie sehr gut den Schweiß auf, der entsteht. Weiterhin ist es ratsam, auf Spezialsocken zurückzugreifen. Diese extra angefertigten Socken sind an Problemstellen, zum Beispiel an der Ferse oder den Ballen, gepolstert. Im Sommer sollten Kunstfasersocken bevorzugt werden. In Kombination mit luftdurchlässigen Schuhen transportiert dieses Material die Feuchtigkeit am besten nach außen. Die Schuhe müssen enormen Belastungen standhalten, gleichzeitig stabil, bequem und leicht sein. Steigeisen gehören natürlich auch zur Ausrüstung eines Höhenbergsteigers, wenn er sich in Gletschergebieten und auf schneebedeckten Gipfeln aufhält.
Zum Schutz der Augen
Eine klare Sicht spielt beim Höhenbergsteigen eine gravierende Rolle. Gefahren müssen rechtzeitig erkannt werden können. Zudem kann grelles Licht, hervorgerufen durch die Reflektion des Schnees, zu Entzündungen der Augen führen (Stichwort "Schneeblindheit"). Die Brille sollte also einen hohen UV-Schutz besitzen, die Augen vor Wind und Kälte schützen sowie einen bequemen Tragekomfort beinhalten. In der Mountains2b-Produktdatenbank haben sie auf viele Brillen, die diese Eigenschaften besitzen, Zugriff. Beispielsweise hat die Jorasses Gletscherbrille von Loubsol, die von vielen Bergführern getragen wird, ein Gesamtgewicht von 30 Gramm und ist für knapp 70 Euro erhältlich.
Quellen:
- www.eiswueste.org
- www.wikipedia.de
- Berghold, F. / Schaffert, W. (2004): Handbuch der Trekking- und Expeditionsmedizin, DAV Summit Club
- Mees, K. (2008): Höhenanpassung, Bruckmann Verlag
- Perwitzschky, O.: Bergwandern/Bergsteigen, Alpine Lehrschrift, Bergverlag Rother