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Hieronymus Jerome Blösser

Jerome Blösser: Wüstenwandern aus Passion

M2b Redaktion am 03.12.2007 - 11:40 Uhr

Wüste – ein Kindheitstraum von Jerome Blösser. Schon als kleiner Junge faszinierten ihn die Bilder von sanft geschwungenen Dünen und verschleierten Tuareg und abends saß er oft vor dem alten Transistorradio, drehte von Sender zu Sender und wenn irgendwo in der Ferne arabisch gesprochen wurde, malte er sich aus, wie es dort wohl aussehen würde, wie die Menschen wären, die in unverständlicher Sprache aber mit so schöner Melodie sprachen.

Jahre später, mit Mitte zwanzig, war es endlich soweit: Jerome Blösser startete zu seiner ersten Wüstenreise. Mit dem Motorrad wochenlang bis in die Zentralsahara. Der Wüstenvirus hatte ihn nach dieser ersten Reise endgültig befallen und kaum ein Jahr ohne eine weitere Tour sollte danach folgen. Jerome Blösser MauretanienDoch schon während der ersten Reise stellte Jerome fest, dass die schönsten Momente in der Wüste, die der Stille waren. Und nicht wenn man lärmend mit einem technisch hochgerüsteten Fahrzeug über die Dünen rast. Bereits die nächste Tour ging dann zu Fuß in den „Großen Östlichen Erg“ in Algerien, ein Sandmeer von einigen hundert Kilometern Ausmaß. Das Ziel seiner Reisen war von Anfang an, nicht auf ausgetretenen Pfaden zu wandern, sondern immer Neuland zu suchen. Gemeinsam mit seinem Bruder erkundete er über die Jahre einsamste Gegenden, wo es kaum Kartenmaterial, wenige Nomaden und meist überhaupt keinen Tourismus gab. Durch die politischen Ereignisse in Algerien reisten die beiden 1997 nach Mauretanien, ein damals absolut weißer Fleck auf der Karte. In mehreren wochenlangen Expeditionen bereisten sie die Region Adrar und es entwickelte sich eine Freundschaft mit vielen Nomaden der Region.

Jerome Blösser Sahara2002 folgte dann die fast logische Konsequenz des Lebens als Nomade auf Zeit: Jerome Blösser gründet Wüstenwandern, einen Spezialreiseveranstalter für Karawanenreisen und Expeditionen. Seitdem haben er und sein Team einige hundert Teilnehmer durch verschiedene Wüsten der Erde geführt. Das Ziel dabei ist immer, den Touristen die für ihn einzig adäquate Art des Reisens in der Wüste näher zu bringen und vor allem den lokalen Nomaden eine sichere Perspektive, ihre bestehenden Traditionen auch in der Zukunft weiterzuführen, zu geben.

Bis heute hat Jerome Blösser einige Jahre in der Wüste verbracht und dabei mehr als 20.000 km zu Fuß zurückgelegt. Aktuell führt er mehrmals im Jahr persönlich Trekking-Expeditionen in der Sahara, ist passionierter Landschaftsfotograf und zeigt mit seinen Vorträgen, dass Wüste eben viel mehr ist als nur Sand.


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