
Eis Bekleidung

Hochlager

Kommunikation

Klirrende Kälte

Verpflegung
Expedition Eiswüste: Ausrüstung Eis
M2b Redaktion am 27.02.2008 - 14:07 Uhr
Bekleidung
Die Bekleidung muss Schutz vor niedrigen Temperaturen und starkem Wind bieten, der auch "mäßige" -15 °C schnell in lebensbedrohliche -50°C verwandeln kann (Wind-Chill-Faktor). Besonderen Schutz benötigen die Extremitäten und der Kopf, da diese Körperstellen zum einen stark durchblutet werden und darüber sehr viel Wärme verloren geht und zum anderen dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Hände, Füße und die Gesichtspartien sind daher besonders anfällig für Erfrierungen.
Um diesen Anforderungen zu begegnen ist die Bekleidung bei der Expedition EISWÜSTE nach dem Schichtenprinzip aufgebaut: Direkt am Körper tragen die beiden Eiswanderer Funktionsunterwäsche von
Haglöfs aus ActivesGrönland - einer Kombination aus Polyester und leichtem Powerstretch. Als effektiver Schutz gegen den Wind haben sich direkt darüber Jacken und Hosen aus WINDSTOPPER Softshell von
Gore besonders bewährt. Die Sharkfin Hosen und Jacken von
Haglöfs sind absolut winddicht, jedoch ebenfalls dampfdurchlässig. Bei besonders großer Anstrengung lassen sie sich außerdem über Reißverschlussöffnungen weiter belüften, um zu starkem Schwitzen zu entgehen, was bei Wintertouren vermieden werden sollte, damit die Bekleidung nicht durchfeuchtet und nachher nur schwer wieder zu trocknen ist. Für besonders extreme Bedingungen mit schwerem Sturm, Schnee und Regen steckt außerdem absolut wasserdichte und trotzdem atmungsaktive
GORE-TEX Bekleidung in den Pulkas. Das Spitz Jacket und die LIM
Ultimate Pants von
Haglöfs bieten ein Gemisch aus robustem 3-Lagen XCR und leichtem Paclite Material. Bei besonders kalten Bedingungen, während den Pausen und im Lager, bieten ultrawarme Daunenjacken und -westen, sowie kunstfasergefüllte Hosen von
Haglöfs zusätzlichen Schutz.
Die besonders empfindlichen Körperpartien schützen die Expeditionäre mit diversen Mützen, Sturmhauben und Handschuhen aus
Gore WINDSTOPPER von
Haglöfs. Im grellen Sonnenlicht oder bei starkem Schneesturm sorgen zudem verschiedene Brillen von
adidas für den Schutz der Augen. An den Füßen tragen Socken von Woolpower für den nötigen Wärmerückhalt bei. Zwischen einer dünnen und einer dicken Socke, wird eine zusätzliche, absolut wasserdichte VBL-Socke (Vapor Barrier Liner) getragen, um die darüber liegenden Isolationsschichten trocken zu halten.
So bleiben auch die Schuhe trocken und dadurch flexibel, was auf langen Skiexpeditionen große Bedeutung hat und auch Erfrierungen an den Füßen vorbeugt. Die Skischuhe müssen enormen Belastungen standhalten, gleichzeitig stabil und bequem sein. Ein idealer Skistiefel ist schwer zu finden.
Scarpa hat erneut auch für diese Expedition extra den ultrawarmen Hochgebirgsstiefel "Phantom 8000" zu einem idealen Skistiefel für Polarreisen mit klassischen Telemarkbindungen umgebaut. Der "Phantom Telemark II" ist der Nachfolger eines ersten Modells dieser Bauart, welches Martin Hülle schon bei seiner Grönland Transversale 2006 erfolgreich eingesetzt hat.
Lager
Ohne ein absolut zuverlässiges Zelt ist das Überleben auf dem grönländischen Inlandeis kaum möglich. Es muss den stärksten Stürmen standhalten und gleichzeitig leicht und geräumig sein. Im Notfall muss eine Person es alleine aufbauen können. Im Gegensatz zu manchen Diskussionen um die richtige Ausrüstung, fiel die Entscheidung für das Zeltmodell sehr leicht: Das Tunnelzelt Keron 3 GT von
Hilleberg hat sich auf unzähligen Expeditionen bewährt und auch das EISWÜSTE Team verlässt sich seit Jahren auf die bewährte Qualität der Hillebergzelte. Das Keron 3 GT ist für zwei Personen groß und geräumig. Für Martin Hülle und Jerome Blössser war Stabilität und Raumangebot jedoch wichtiger als minimales Gewicht und Packmaß.
In der Nacht sorgen die dicksten Zensor Pro Kunstfaserschlafsäcke von
Haglöfs für Wärme. Damit die Füllung trocken bleibt, wird wie bei den Socken ein wasserdichter Innenschlafsack verwendet, der verhindert, dass kondensierende Körperfeuchtigkeit im Schlafsack gefriert und die Wärmeleistung herabsetzt.
Küche
Die einzige Wärmequelle auf dem Inlandeis sind die beiden EtaPower MF Benzinkocher von
Primus. Sie sind überlebenswichtiig, wird mit ihnen doch der Schnee zu Trinkwasser geschmolzen und die beiden warmen Mahlzeiten am Tag zubereitet. Absolute Zuverlässigkeit auch bei niedrigen Temperaturen und sparsamer Verbrauch sind Ausschlag gebende Argumente für die Wahl des Brennstoffs und der Kocher. Damit die warmen Getränke tagsüber nicht einfrieren und schön heiß bleiben, hat jeder zwei Isolierkannen von
Primus im Gepäck.
Transport & Fortbewegung
Das gesamte Gepäck für 30 Tage auf dem Inlandeis werden die Skiwanderer aus eigener Kraft transportieren. Lebensmittel, Benzin, warme Bekleidung und jede Menge notwendiger Technik summieren sich zu einem Gesamtgewicht von nahezu 100 Kilogramm pro Person. Ohne die Scandic Tour Expeditionsschlitten von Acapulka mit 150 cm Länge, wäre eine derartige Gepäckmenge nicht zu transportieren.
Bei den Ski kommt das bewährte Back-Country Modell E99 Crown von
Fischer zum Einsatz, worauf die Chili Telemarkbindung von
Rottefella montiert ist. Versehen mit Haftfellen von
colltex, bieten die Ski auch bei steilen Anstiegen und mit den schweren Schlitten genügend Halt. In flacherem Terrain können die Felle abgenommen werden, damit die uneingeschränkten Gleiteigenschaften der Ski genutzt werden können.
Navigation
In der Weite des Inlandeises fehlen Fixpunkte, an denen man sich orientieren kann, um die Richtung zu halten. Karte und Kompass sind daher ständig im Einsatz, sie müssen jedoch durch ein GPS ergänzt werden, womit regelmäßig die Position erfasst und gegebenenfalls die Marschrichtung korrigiert werden kann. Um auch bei niedrigen Temperaturen jederzeit verlässliche Positionsbestimmungen zu bekommen, finden nur erstklassige GPS-Geräte und Kompasse bei der Expedition Verwendung. Zudem trägt jeder eine Uhr mit Höhenmesser und Barometer aus der Core Serie von Suunto am Handgelenk.
Kommunikation
Waren die ersten Entdecker auf dem grönländischen Inlandeis noch wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten und in allen Situationen auf sich gestellt, ermöglicht es die moderne Kommunikationstechnik heute jederzeit mit dem Rest der Welt in Verbindung zu treten. Aus Sicherheitsgründen sind Expeditionen auf dem Inlandeis verpflichtet einen Notrufsender mitzuführen, mit dem im äußersten Notfall eine Rettung eingeleitet werden kann. Außerdem verfügen die modernen Abenteurer über ein Satellitentelefon des Kommunikationsexperten Riedel Communications, mit dem jederzeit und an jedem Ort Telefonate oder auch Datentransfer via Notebook möglich sind. Das Tagebuch auf dieser Expeditionshomepage wird direkt vom grönländischen Inlandeis mit einem auch unter extremen Bedingungen funktionierenden Toughbook von Panasonic bearbeitet.
Sicherheit
Das Beste ist gerade gut genug, wenn es um die sicherheitsrelevante Ausrüstung einer Grönlandexpedition geht. Sicherheitsrelevant ist dabei eigentlich fast alles, von den Schuhen über die Bekleidung bis zum Schlafsack und Zelt. Auch die verlässliche Kommunikation mit der Außenwelt ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor.
Ein Teil der Ausrüstung ist darüber hinaus nur zu dem Zweck da, um Schutz vor Gefahren und zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören auch Leuchtkugeln und Blitz-Knall-Patronen, welche auch zur "Abwehr" hungriger Eisbären eingesetzt werden können. Ein umfangreiches Erste-Hilfe Paket und Reperaturkit ist essenziell. Wie auch bei einer Inlandeisüberquerung eine komplette Gletscherausrüstung mit Seil, Eispickel und Steigeisen nicht fehlen darf, um die Gletscherbrüche in den Randzonen des Plateaus sicher überwinden zu können.
Energie
Die elektronischen Geräte verbrauchen Energie, die ihnen immer wieder neu zugeführt werden muss. Dazu hat das Expeditionsteam hochwertige LI-ION Akkus und AA/AAA Akkus aus der maxE Serie von Ansmann für die Kameras, GPS-Geräte usw. im Gepäck. Alle diese Akkus, wie auch das Satellitentelefon und das Notebook, werden über ein Sunbag L Solar Panel von Off-Grid-Systems und einen Digi Charger von Ansmann aufgeladen.
Die Verpflegung bei einer 30 Tage andauernden und äußerst kräftezehrenden Expedition muss gleichzeitig nahrhaft, von geringem Gewicht und einfach in der Zubereitung sein. Letztendlich erfüllen nur die speziellen gefriergetrockneten Trekking-Mahlzeiten all diese Kriterien. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Energiezufuhr, Geschmack und Praxistauglichkeit unter den besonderen Kochbedingungen.
Der Tag beginnt mit einem energiereichen Frühstück aus Peronin, einem kalorienreichen und in warmem Wasser löslichen Nahrungspulver, welches den Körper nur gering belastet und speziell für Arktisexpeditionen entwickelt wurde. Über den Tag verteilt gibt es bei regelmäßigen Pausen Oat Snack Riegel, diverse weitere Riegel, Schokolade, Brotchips und Nüsse. Beef Jerkey, mageres Trockenfleisch, ist eine zusätzliche Delikatesse. Neben den Getränken am Morgen und Abend, haben beide Eiswanderer zudem je 2 Liter warme Getränke tagsüber zur Verfügung. Die abendliche Trekking-Mahlzeit als Hauptgericht wird mit Pemmikan, einer sehr fetthaltigen Nahrung angereichert, die zusätzlich dafür sorgt, die leeren Depots im Körper wieder aufzufüllen. An guten Tagen gibt es zum Nachtisch Mousse au Chocolat oder Milchreis Vanille als Highlight.
>Quelle:
-
www.eiswueste.org
Zurück