Skitour von der Sustenpass-Strasse über den Steingletscher Richtung Tierberglihütte und weiter über die oberen Steilhänge und Eisbrüche zum Gwächtenhorn
Gipfel, Berge und Gipfelziele
Gipfel, Berge:
Gwächtenhorn
Gipfelziel:
Gwächtenhorn
Jahreszeitliche Informationen
Opti. Jahreszeit:
Frühjahr
Kommentar:
Diese Tour empfiehlt sich, sobald die Zufahrt zum Steingletscher möglich ist
Tourenbeschreibung und GPS-Track
Beschreibung:
Aufstieg:
Vom Parkplatz Steingletscher geht es zunächst nur leicht ansteigend auf der Militärstrasse oberhalb des Steinsees entlang Richtung Süd zum Fusse des Chüebergli. Hier teilt sich die Spur in Richtung Bockberg, Umpol und Giglistock. Wir steigen die nun steilen Hänge des Chüebergli hinauf und traversieren unterhalb des Pkt. 2134m vorbei bis auf den unbenannten Sattel vor dem Bockberg. Nach dem kurzen flachen Grat steigt es wieder an und bei Pkt. 2198m geht der Aufstieg nach links weiter in Richtung Osten. Die Steilflanke unterhalb des Bockberges wird so weit hochgestiegen wie möglich, um die anschliessende Querung mit nur noch wenig Steigung passieren zu können. Diese Querung kann heikel sein, wenn in der Nacht, bei hartem Schnee und schlechter Aufstiegsspur aufgestiegen wird. Danach geht die Route etwa 200m an der Ostflanke des Bockberges entlang und steigt dann in wenigen Spitzkehren hoch zum Steingletscher. Ein anschliessendes, etwa 400m langes flaches Gletscherplateau wird in südlicher Richtung durchlaufen. Langsam steigt die Spur wieder an und die Route verläuft nun wieder nach rechts (süd-westlich) hinauf auf einen weiteren Steilhang. Dabei geht man –ja nach Verhältnissen- möglichst in der Mitte des Steilaufschwunges, da links ein grosser Gletscherbruch hinabreicht und immer wieder grössere Eisbrocken abbrechen können. Rechts von der Route gibt es dagegen einige Spaltenzonen. Der Zustand dieses Gletscherbereiches kann sich jederzeit ändern, beim Aufstieg Ende April 2007 verlief die Route immer weit genug weg von den grossen Spalten, so dass ein Begehen ohne Seil durchaus möglich war. Nach diesem 500m hohen Steilaufschwung geht der Steingletscher in ein sehr langes und flaches Gelände über. Die Hauptspur zieht sich dann auf einer Höhe von 2650m immer mehr gegen Westen zur Tierberglihütte zu. Wir wollen aber nicht zur Hütte, sondern direkt zum Gwächtenhorn aufsteigen. Deshalb bleiben wir im flachen Teil dieses Gletscherabschnittes eher auf der linken (östlichen) Seite und gehen bei 2800m an die linke Flanke des Gletschers schon ansteigend in die nun nach süd-ost liegende nächste Steilstufe. Diese Steilstufe ist nicht mehr ganz so hoch wie die vorherige, das Ende liegt auf 2940m. Hier teilt sich die Route wieder auf: geradeaus (östlich) geht es zum Sustenhorn und rechts (südlich) geht es zum Gwächtenhorn. Wir gehen also rechts an die Gletscher-Steilflanke heran, die vom Rot Stock herab kommt. Diese Steilflanke wird in Richtung Rot Stock hinauf gestiegen, und zwar je nach Gletscherverhältnissen und Situation der Spalten und Bergschründe mehr östlich oder mehr westlich. In diesem Jahr war es vorteilhaft, auf genau 3000m eine lange Querung nach rechts (westlich) zu machen, um weit genug weg von der Spaltenzone zu sein, die sich zwischen dem Gwächtenhorn und Sustenlimi befindet. Den Steilhang verlässt man auf einer Höhe von 3100m, von hier an verläuft die Route nun einfach und über nur noch wenig steile Hänge zum Gwächtenhorn.
Abfahrt:
Die Abfahrt vom Gipfel verläuft bis zum Steilhang auf 3100m über die gleiche Route wie der Aufstieg. Wir fahren nun nicht diese Steilflanke hinunter, sondern bleiben auf dem Gletscherrücken des Gwächtenhorns und fahren am Rot Stock vorbei bis hinunter zur Sustenlimi (3089m). Hier gelangen wir auf die Route des Sustenhorns und können nun bequem wieder links (westlich) auf der guten Spur abfahren zu der Stelle, wo wir im Aufstieg die Steilflanke zum Gwächtenhorn begonnen haben. Die weitere Abfahrt verläuft nun wieder auf der gleichen Route wie beim Aufstieg, und zwar bis zur Querung nach dem Verlassen des Gletschers. Nach dieser Querung ist es sinnvoller, nicht wieder zum Chüebergli aufzusteigen (Gegenanstieg), sondern von dem unbenannten Sattel auf 2198m nach links (westlich) in das Umpol-Tal hinabzufahren und sich immer rechts an den Hängen haltend und leicht abfahrend am Fusse des Chüebergli entlang queren bis zur Abzweigstelle. Ab hier wieder auf der bekannten Aufstiegsroute zurück auf oder neben der Militärstrasse zum Parkplatz Steingletscher
1. Querung Steilflanke am Bockberg zum Gletscher
2. Erster Steilaufschwung am Steingletscher zwischen Gletscherbruch und Spaltenzone
3. Zweiter Steilaufschwung zur Rampe mit Bergschrund
Seilbahn / Lifte / Gondeln
keine
Anreise
Anfahrt
Autobahn A6 Bern – Thun – Spiez und weiter auf der A8 am Thuner- und Brienzersee entlang über Interlaken und Brienz. Nun geht es durch das ebene Haslital über Meiringen nach Innertkirchen. Hier in Innertkirchen teilt sich die Strecke nun auf zwei verschiedene Alpenpässe auf. Einmal geht es zum Grimselpass und die zweite Möglichkeit geht hoch zum Sustenpass. Beide Pässe haben Wintersperre und werden in der Regel erst im Mai oder Juni geöffnet. Der Sustenpass ist aber meist ab April oder Mai bis zum Steingletscher offen, etwa 6 km vor der Passhöhe. Die Stelle Steingletscher ist ein markanter Punkt an der Sustenpassstrasse auf Berner Seite, sie liegt in einer 180° Harnadelkurve, hat ein Hotel und Restaurant und bietet einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge und natürlich dem Steingletscher. Es gibt hier genügend Parkplätze.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug via Bern nach Interlaken, Brienz und Innertkirchen. Von Innertkirchen fährt ein Postbus die Sustenpass-Strasse hoch bis zum Steingletscher
Parkmöglichkeiten
Grosser Parkplatz in der 180°-Kurve der Sustenpass-Strasse beim Steingletscher
Weitere Informationen zur Tour
Stützpunkte
Hotel am Steingletscher
Tierberglihütte (SAC)
Besondere Gefahren
Die erste Schwierigkeit ist die Querung zum Gletscher unterhalb des Bockberges, da die Spur meist sehr hart und zerfahren ist.
Der Aufstieg über den Steingletscher verläuft teilweise durch Gletscherbrüche und Spaltenzonen hindurch. Je nach Verhältnissen können diese Zonen heikel und nur mit Gletscherausrüstung begehbar sein. In diesem Jahr (2007) waren die Verhältnisse jedoch so gut, dass die ganze Tour ohne Seil gemacht werden konnte.
Weiterhin gibt es im zweiten Steilaufstieg zur Rampe des Gwächtenhorns einen Bergschrund, der mehr oder weniger gut zugeschneit sein kann.
Besondere Ausrüstung
Harscheisen notwendig
Seil und Gletscherausrüstung je nach Verhältnissen
Wenn der Aufstieg vom Steingletscher zu weit ist, kann auch in der Tierberglihütte übernachtet werden, die etwa auf dem halben Weg zum Gwächtenhorn liegt. In diesem Fall kann dann das Gwächtenhorn und das Sustenhorn in einem Tag bestiegen werden.