Trainingsexpedition Spitzbergen: Trouble in der Arktis
M2b Redaktion am 08.05.2008 - 08:58 Uhr
Im Jahr 2009 wollen Georg und Johannes Sichelschmidt zum Magnetischen Nordpol aufbrechen. Am 15. April dieses Jahres begaben sich die Brüder auf eine Trainingsexpedition nach Spitzbergen. Jetzt sind sie von ihrer Tour zurückgekehrt und berichten Mountains2b von ihren Erlebnissen.
Die Expedition nach Spitzbergen
Den beiden Extremsportlern war klar, dass sie eine durchschnittliche Tagesstrecke von mindestens 30 Kilometer zurücklegen mussten um ihr Ziel zu erreichen: das Erreichen des nördlichsten Punkt von SPitzbergen. Ohne günstigen Wind für ihre Parawings würde die Strecke in der Zeit nicht zu schaffen sein. Allein aus Sicherheitsgründen mussten die Brüder für den Rückweg etwa 12 Tage oder circa 20 Kilometer am Tag einplanen, damit sie pünktlich wieder in Longyearbyen, die Hauptstadt Spitzbergens, eintreffen würden.
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Verheißungsvoller erster Tag
Die beiden Brüder brachen gegen Mittag zu ihrer Trainingsexpedition auf und erfreuten sich an den guten Windbedingungen "Der erste Tag verlief sehr verheißungsvoll. Dank guter Windbedingungen hatten wir am Abend bereits 28 Kilometer geschafft", so Georg Sichelschmidt. Doch dieses Glück sollte sie bald verlassen. Die nächsten neun Tage mussten sie sich mit Temperaturen um -20°C, mit ständigem Gegenwind und Nebel herumschlagen. Die Sonne zeigte sich immer seltener.
Von Osten nach Norden
Nachdem die Sichelschmidts Longyearbyen verlassen hatten, verlief die Route in östliche Richtung das Adventdalen entlang, bis sie ab dem Sassendalen in nördliche Richtung führte. Vom Tempelfjord wählten die Expeditionisten die Strecke über das Gipsdalen auf den Lomonosovfonna.
Planänderungen
Nach den ersten Tagen verringerte sich der Tagesdurchschnitt der Beiden auf 15 Kilometer und es wurde klar, dass sie es aufgrund des geringen Windes nicht bis nach Verlegenhuken (nördlichster Punkt) schaffen würden. Daher setzten sich die Sichelschmidt-Brüder ein neues Ziel: Jetzt wollten sie die beiden höchsten Berge von Svalbard (Spitzbergen) besteigen. Daraufhin brachen die beide nach Parisbreen in die Nähe des Perriertoppen auf, wurden jedoch von einem Sturm überrascht, der die erste Besteigung unmöglich machte. Daher zogen sie im Anschluss in den Süden in die Nähe des Newtontoppen. "Am folgenden Tag war schönster Sonnenschein und wir konnten den Newtontoppen besteigen. Dieses Wetter hat uns die letzten sechs Tage nicht mehr verlassen", berichtet Georg Sichelschmidt.
Ein Land voller Gefahren
"Letztendlich war die Expedition sowohl sehr fordernd als auch sehr beeindruckend. Die Schönheit der Landschaft wurde uns durch die Erfahrungen der Wildheit der Natur in den ersten Tagen besonders bewusst. Der schnelle Wechsel von einer leichten Bewölkung zum totalen White-Out, wo nur noch der Kompass die Richtung anzeigen kann, zeigt wie gefährlich die Arktis sein kann", zieht Georg das Fazit der zweiwöchigen Tour. Der stetige und kräftigen Gegenwind hat Spuren an Nasen und Fingern hinterlassen - doch das war es den Extremsportlern wert.
Fakten der Tour Dauer: 15.04 – 30.04.2008
Strecke: 320 km
Nord-Süd-Ausdehnung: 78°12’ bis 79°10’
Ost-West-Ausdehnung: 15°35’ bis 18°10’