Boulder-Weltcup: Überraschungen und Entscheidungen in Frankreich
M2b Redaktion am 07.07.2008 - 10:20 Uhr
Der Frust dauert nicht lange. Kilian Fischhuber (AUT) verpasste zwar beim vorletzten Boulder-Weltcup des Jahres 2008 knapp das Finale und belegte den siebten Platz, doch schnell wurde ihm klar, dass er sich mit diesem Ergebnis wie schon im Jahr 2007 den Gesamtweltcup gesichert hatte. Im französischen Montauban holte sich Dmitry Sharafutdinov (RUS) seinen zweiten Sieg in diesem Jahr – bereits in Grindelwald war es ihm gelungen, die österreichische Phalanx zu durchbrechen. Bei den Damen verpasste die Top-Favoritin ebenfalls das Finale: Beim Sieg der jungen Japanerin Akiyo Noguchi belegte Anna Stöhr Rang acht. Sie stand bereits vor dem Wettkampf als Gesamtsiegerin fest.
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Russischer Doppelsieg bei den Herren
Der russische Weltmeister von 2007 Dmitry Sharafutdinov kommt zum Ende der Bouldersaison und vor der im Oktober anstehenden Europameisterschaft richtig in Form. In Montauban toppte er als einziger Starter im Finale drei Boulder und siegte damit ungefährdet. Zweiter wurde überraschend sein Landsmann Rustam Gelmanov, der damit sein bestes Weltcup-Ergebnis feiern durfte. Er war im Finale nach sehr starken Leistungen in den ersten Runden dank der wenigeren Versuche, die er für seine zwei Tops und vier Bonuswertungen benötigte, auch vom Österreicher David Lama nicht vom zweiten Platz zu verdrängen. Lama schaffte zwar auch zwei Tops, musste sich aber mit Rang drei zufrieden geben.
Der Glücklichste nach einem unglücklich verlaufenden Wettkampf war aber mit Sicherheit Kilian Fischhuber. Der Weltcup-Sieger von Vail (USA) und Hall (AUT)
kam mit zwei Halbfinal-Bouldern nicht zurecht und musste sich mit Rang sieben begnügen. Das reichte dem sympathischen Innsbrucker aber zum vorzeitigen Gewinn des Gesamtweltcups: Er liegt mit 483 Punkten uneinholbar vor David Lama (375 Punkte) und dem Sechsten von Montauban Gabriele Moroni (ITA, 327 Punkte).
Noguchi gelingt erster Weltcup-Sieg
In einem an Spannung kaum zu überbietenden Damenfinale setzte sich am Ende die Japanerin Akiyo Noguchi vor Yulia Abramchuk (RUS) und Natalija Gros (SLO) durch. Die 19-Jährige, die 2008 bereits mit den Rängen vier (Hall), drei (Grindelwald) und zwei (Reunion) auf sich aufmerksam machte, schaffte endlich den Sprung nach ganz oben auf das Siegerpodest und freute sich so ausgelassen, wie man es von zurückhaltenden Japanern sonst nicht kennt. Noguchi toppte alle vier Finalboulder und brauchte dafür fünf Versuche – einen weniger als Abramchuk, die somit Ende Oktober beim Heimspiel und Weltcup-Finale in Moskau ihre letzte Chance hat, doch noch einen Weltcup 2008 für sich zu entscheiden. Vierte wurde die Schwedin Angelica Lind vor Katharina Saurwein (AUT) und Anna Galliamova (RUS). Anna Stöhr, die bereits als Gesamtsiegerin feststand, verpasste erstmals in dieser Saison den Sprung ins Finale und auf das Podest. Sie wurde am Ende Achte.
Deutsche mit Halbfinalteilnahmen
Der Deutsche Alpenverein hatte insgesamt fünf Kletterer nach Frankreich entsandt, die sich allesamt achtbar schlugen. Im knappen Halbfinale der Damen toppte Jule Wurm (Wuppertal) drei Boulder. Das reichte aber leider nicht für das Finale, dafür hätte auch der vierte Top-Griff erreicht werden müssen. Dennoch kann sie mit dem 13. Rang in einem sehr starken Teilnehmerfeld mehr als zufrieden sein. Natalie Sailer schied in der Quali aus und wurde 27.
Wie Wurm drangen auch Jonas Baumann (Wuppertal) und Markus Hoppe (SBB) ins Halbfinale vor. Die schweren Herren-Boulder im Halbfinale waren dann aber eine Nummer zu groß für die beiden DAV-Schützlinge. Baumann gelang zwar ein Top, mehr als Rang 13 war aber nicht drin. Hoppe ging völlig leer aus, schaffte es aber auf den 18. Platz. Der Deutsche Meister im Bouldern Andre Borowka muss weiterhin auf ein zufrieden stellendes Weltcup-Ergebnis 2008 warten und belegte in Montauban einen abermals etwas enttäuschenden 37. Rang.