Specials Themenspecials Höhenkrankheit und Höhentraining Folgen 1-5

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Shivling, 6549m

Themenspecial Höhenbergsteigen: So bereiten Sie Ihre Höhentour vor (3)

M2b Redaktion am 18.05.2008 - 11:00 Uhr

Die dritte Folge des Themenspecials "Höhenkrankheit & Höhentraining" soll Ihnen Tipps für ihre anstehende Höhentour geben. Bisher haben wir in den Folgen 1 und 2 unter anderem erklärt, welche Formen der Höhenkrankheit es gibt, wie Sie sich am Berg am besten akklimatisieren und welche Taktik Sie wählen sollten, um Problemen zu entgehen.
Nun geht es an die konkrete Vorbereitung einer Höhentour: Was brauchen ich auf einer Höhentour, wie organisiere ich mich selbst, welche Ausrüstung brauche ich? Oder an wen wende ich mich, wenn ich keine Zeit für Selbstorganisation habe, sondern eine der zahlreich angebotenen Touren buchen möchte?

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Organisierte Reise oder auf eigene Faust?
Die meisten Outdoorsportler, die sich entschließen, eine Höhentour zu unternehmen, wenden sich an einen Reiseveranstalter und buchen eine geführte Tour nach Nepal in den Himalaya, zum afrikanischen Kilimanjaro oder in die Anden. Solche Touren sind meist sehr gut organisiert und ermöglichen den Teilnehmern die vollständige Konzentration auf das Gipfelziel. Es gibt viele Bergführer und Unternehmen, die Bergtouren anbieten, sich um Genehmigungen, Ausrüstung und Verpflegung kümmern und dem Reisenden größtmöglichen Komfort versprechen. Am Ende dieser Folge finden Sie einige Adressen, an die Sie sich wenden können, um Ihren Traum vom Höhenbergsteigen zu verwirklichen. Aber auch die Selbstorganisation lässt sich mit etwas Zeitaufwand gut bewerkstelligen.

Planung ist alles
Ein Großteil der selbstorganisierten Touren scheitert an einer unzureichenden Planung und Vorbereitung. Insbesondere bei der Planung von Reisedauer und Reiseprogramm sollte man sich nicht zuviel zu trauen, sondern eher vorsichtig planen. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, denn dann setzen Sie sich selbst unter Druck! Auch der Termin der Reise sollte gut durchdacht sein, denn an den meisten Bergen gibt es gute und weniger gute Reisezeiten. Wichtig sind zudem: Anreise, Transport, Navigation, Genehmigungen, Notfallplanung, Kommunikation, Wetterbeobachtung und natürlich Verpflegung/Ausrüstung.
Was oftmals vergessen wird: der menschliche Faktor spielt beim Bergsteigen eine große Rolle. Nur mit einem verantwortungsbewussten, eingespielten, gut organisierten und in etwa gleichstarken Team ist eine erfolgreiche Besteigung von hohen (über 7000 Meter) oder anspruchsvollen Bergen möglich. Auch die Gruppengröße sollte gut durchdacht werden: je mehr Bergsteiger mitgehen, desto umfassender wird die Planung und desto mehr Probleme können auftreten. Sind Sie nur mit wenigen Leuten unterwegs, müssen Sie sich jedoch klar machen, dass jeder Teilnehmer umso mehr Aufgaben erfüllen muss.
Natürlich dürfen auch die körperlichen Voraussetzungen nicht vernachlässigt werden - ohne Ausdauer, Kraft und die richtige Atemtechnik bringt Ihnen selbst die beste Planung nichts!

Ernährung und Ausrüstung
In unseren Ausrüstungstipps für Höhenbergsteiger bekommen Sie einen guten Überblick über die von Ihnen benötigte Ausrüstung. Insbesondere bei der Bekleidung, Schuhwerk, Schlafsack und Zelt sollten sie nicht sparen und sich verdeutlichen, welche Auswirkungen falsche Entscheidungen bei der Vorbereitung haben. So kann zum Beispiel ein falscher Schlafsack (keine Daunen, zu geringer Wärmespeicher) zur Auskühlung und Schlafproblemen führen und einen Erfolg am Berg stark gefährden. Falsches Schuhwerk und Fehlplanungen bei der Kleidung sind im Vorlauf einer Expeditionstour auszuschließen. Lassen Sie sich beim Kauf Ihrer Bergschuhe in einem Fachgeschäft beraten und laufen Sie diese dann auf einer mehrstündigen Trainingstour ein! So vermeiden Sie Blasen und Druckstellen, die Sie am Berg unnötig belasten, von Ihrem Ziel ablenken und zu allem Überfluss auch noch schlecht abheilen.
Je nach Beschaffenheit des von Ihnen anvisierten Berges werden weitere Ausrüstungsgegenstände benötigt. So sind fast immer ein Eispickel, Steigeisen, Helm und eine leistungsstarke Kopflampe (!) empfehlenswert. Ein Navigationsgerät, Satellitentelefon, Rucksack mit Getränkebeutel, Gaskocher und ggf. ein Sauerstoffgerät sollte ebensowenig fehlen wie die bergsteigerspezifischen Gegenstände: Reepschnur, Karabiner, Seil, Brust- und Hüftgurt. Diese Liste sollten Sie an die Beschaffenheit des Berges anpassen, darauf abstimmen und ergänzen.

Reiseapotheke
Falscher Ehrgeiz führt auf einer Höhentour meist zu ernsthaften Verletzungen, Krankheiten oder Gefährdungen der Gesundheit. Selbst kleinste gesundheitliche Probleme, sei es eine aufgescheuerte Stelle oder ein Kratzen im Hals, sollten daher nicht missachtet werden - auch, weil sie in der Höhe schlecht abheilen. Magenschmerzen - aufgrund unzureichender Wasseraufbereitung oder ungewohnten Essens - und Kopfschmerzen sind häufig zu beobachtende Probleme im Hochgebirge, auf die Sie vorbereitet sein sollten.
Es folgt eine Liste mit Dingen, die in Ihrer Reiseapotheke auf einer Höhentour nicht fehlen sollten - Mountains2b empfiehlt Ihnen allerdings eine umfassende Beratung durch einen Höhenmediziner oder bestenfalls Ihre Tour mit einem solchen zu planen.

Medikamente und weitere Hilfen am Berg
- Ibuprofen (Höhenkrankheit)
- niedermolekulare Dextrane, Azetylsalizylsäure (örtliche Erfrierungen)
- Glukose (Erschöpfung)
- Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Magenerkrankungen
- Mittel gegen Husten, Schnupfen, Halsschmerzen
- Antibiotika
- Mittel gegen Sonnenbrand
- Salbe gegen lokale Infektionen
- Dreiecktücher
- elastische Binden
- Wundpflaster
- Desinfektionsmittel
- Taperollen
- Leukoplast
- Gipsbinden
- Kälteschutzfolien
- Wärme- und Kältepackungen
- Schere
- Einmalhandschuhe
- Pulsoxymeter
- Noscapin (gegen Höhenhusten)
- Diamox (bei erhöhter Anfälligkeit für Höhenkrankheit)
- Nifedipin und Dexamethason (Höhenhirn- und Höhenlungenödem; nur in Absprache mit einem Höhenmediziner verwenden)

Diese Liste ist nicht als vollständig zu betrachten, sondern soll Ihnen einige Anhaltspunkte geben, an denen Sie sich bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke orientieren können.

Linktipps zu Reiseveranstaltern
Die eigenständige Planung einer Höhentour ist, wie bereits erwähnt, sehr zeitaufwendig. Nicht nur die Zusammenstellung der Ausrüstung, sondern insbesondere die Besorgung der notwendigen Einreisevisa und Genehmigungen kann Nerven kosten. Für viele Bergsportinteressenten ist daher die Reisebuchung bei einem der folgenden Anbieter die bessere Alternative:
- DAV Summit Club
- Hauser Exkursionen
- Amical Alpin
- Climbing Ecuador
- Nirvana Reisen
- Manakamana Expeditionen Nepal
- Intakt Reisen

Quellen:
- www.trekkingchile.com
- www.hauser-exkursionen.de
- http://kvfl.com

- Berghold/Schaffert: Handbuch der Trekkings- und Expeditionsmedizin, 6. Aufl, 2004


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