Specials Themenspecials Höhenkrankheit und Höhentraining Folgen 1-5

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Kanchenjunga

Cho Oyu vom Tichy Basecamp

Cho Oyu im Abendlicht

Gipfel der Ama Dablam

Themenspecial Höhenkrankheit & Höhentraining: Bis der Körper aufgibt… (1)

M2b Redaktion am 05.05.2008 - 10:01 Uhr

Das Höhenbergsteigen erfährt in den letzten Jahren ein Boom wie kaum ein anderer Bergsport. Ob Manager, die dem Arbeitsalltag entfliehen wollen, Senioren, die sich ihre Leistungsfähigkeit noch einmal beweisen möchten, oder junge Alpinisten, die sich im Himalaya neuen Herausforderungen stellen wollen: Expeditionsunternehmen erfreuen sich an zahlreichen Anmeldungen. Doch so befreiend und überwältigend das positive Erlebnis an einem Berg sein kann, so gefährlich ist es auch. Steinschlag, Lawinen, Wetterkapriolen und nicht zuletzt die Gefahr der Höhenkrankheit macht eine Tour auf einen Berg jenseits der 3000 Meter alles andere als einfach. In unserem Themenspecial wollen wir Ihnen alles Wichtige zum häufigsten Grund des Scheiterns von Höhenbergsteigern übersichtlich in fünf Folgen präsentieren: Was ist die Höhenkrankheit, welche Symptome können auftreten, kann man Höhenverträglichkeit trainieren und welche Vorbereitungen muss ich für eine Höhentour treffen? Welche Tipps haben Höhenbergsteiger und Höhenmediziner parat? Und warum ist Höhentraining so beliebt bei Ausdauersportlern? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in unserem Themenspecial „Höhenkrankheit & Höhentraining“!

Höhenkrankheit, was ist das?
Die Höhenkrankheit gibt es eigentlich nicht. Als Höhenkrankheit bezeichnet man das Auftreten von verschiedensten Symptomen bei Menschen, die sich auf Höhen oberhalb von 2500 Metern begeben. Die Symptome resultieren aus der Abnahme des Luftdrucks. Das bedeutet, dass dem Körper in der Höhe weniger Sauerstoff zur Verfügung steht. Der Luftdruck auf Meereshöhe beträgt in etwa 1000 hPa, leichten Schwankungen unterliegt er bei unterschiedlich hohen Temperaturen. Schon auf 3000 Metern Höhe ist der Luftdruck nur noch 700 hPa, bei 8000 Metern ist der Wert circa 356 hPa. Bergsteiger, die sich also ohne Sauerstoffgerät in eine Höhe von 8000 Metern begeben, steht also nur noch etwa ein Drittel der Sauerstoffmenge zur Verfügung, die sie auf Meereshöhe einatmen würden.

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AMS, HAPE, HHÖ, CMS
Der Mangel an Sauerstoff führt in der Höhe zu Kurzatmigkeit und somit zu einer Hyperventilation. In Reaktion auf diese Tatsache kann der Körper verschiedene Symptome zeigen, die sich mit zunehmender Höhe verstärken, beziehungsweise erst ab bestimmten Höhen auftreten. Man unterscheidet dabei zwischen der „milden“ akuten Höhenkrankheit (AMS), dem Höhenlungenödem (HAPE), dem Höhenhirnödem (HHÖ) und der chronischen Höhenkrankheit (CMS), die allerdings nur bei Höhenbewohnern auftritt.

Faktoren zur Höhenverträglichkeit
Es gibt mehrere Faktoren, die die Höhenverträglichkeit beeinflussen. Insbesondere die individuellen Eigenschaften sind ausschlaggebend: die genetische Disposition, der aktuelle Gesundheitszustand, das Ausmaß der Atemsteigerung bei Sauerstoffmangel oder auch die psychische Verfassung. Interessant ist die Tatsache, dass weder die Ausdauerleistungsfähigkeit, noch Geschlecht und Lebensalter Einfluss auf die Reaktion beim Höhenbergsteigen haben, so der Höhenmediziner und 8000er-Bergsteiger Prof. Dr. Klaus Mees in unserem Interview .

Symptome
Die akute Höhenkrankheit ist die Frühform eines Höhenhirnödems und tritt vor allem in Höhen von 2500 bis 6000 Metern auf. Die wichtigsten Risikofaktoren sind die Geschwindigkeit des Aufstiegs und die individuelle Reaktion auf Hypoxie, also auf Sauerstoffmangel. Die Symptome, die bei der Nichtbeachtung von höhentaktischen Regeln oder der Überschreitung der individuellen Anfälligkeitsschwelle auftreten können, sind:

• Kopfschmerzen
• Leistungsabfall
• Schlaflosigkeit
• Erhöhter Ruhepuls
• Appetitlosigkeit, Übelkeit
• Flüssigkeitsverlust, geringe Urinmenge
• Gleichgewichtsstörungen
• Sehstörungen, Lichtscheue
• Halluzinationen, unvernünftiges Verhalten
• neurologische Ausfallerscheinungen, Koordinationsstörungen
• Koma

Die Ausprägung der Symptome nimmt zu, je schwerer die Erkrankung ist. So treten zum Beispiel neurologische Ausfallerscheinungen und vernunftwidriges Verhalten erst auf, wenn die unmittelbare Gefahr eines HHÖ besteht oder dieses bereits akut ist. Dabei kommt es zu Flüssigkeitseinlagerungen im Gehirn, welches sich aufgrund des Schädelknochen nicht unbegrenzt ausdehnen kann. Den Druckanstieg mit den beschriebenen einhergehenden Symptomen bezeichnet man als Höhenhirnödem!
Beim Auftreten eines Höhenlungenödems können weitere Symptome auftreten, die die Identifikation dieses Phänomens ermöglichen. So kommt es zu einem trockenen Husten, später zu Husten mit blutigem Auswurf, Rasselgeräuschen beim Atmen, Erbrechen, Pulsanstieg und leichtem Fieber.

Höhenrausch
Manche Bergsteiger berichten von euphorischen Anfällen im Zusammenhang mit der Höhenkrankheit. Dieses Phänomen nennt man auch "Höhenrausch". Dieser soll sich in "Glücksgefühlen", Halluzinationen und tiefen Empfindungen äußern. Was diesen Rausch letztendlich auslöst, ist nicht untersucht: in Frage kommen ein erhöhter Endorphinspiegel ebenso wie Hypoxie bzw. Hyperventilation.

In der zweiten Folge unseres Specials zur Höhenkrankheit erläutern wir ausführlich, wie man sich am besten schützen kann, welche Akklimatisationstechnik anzuwenden ist und wie man bei Auftreten von Symptomen reagieren sollte!

Video:
Die Faszination des Höhenbergsteigens können Sie in diesem Video gut nachvollziehen!



Quellen:
- Berghold/Schaffert: Handbuch der Trekkings- und Expeditionsmedizin, 6. Aufl, 2004
- Mees, Prof. Dr. Klaus: Höhenanpassung, Nachauflage, 2008, Bruckmann-Verlag
- www.wikipedia.de
- www.onmeda.de
- www.auswaertiges-amt.de



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