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Kommentar: China vs.Tibet - der Sport rückt in den Hintergrund

M2b Redaktion am 17.03.2008 - 13:10 Uhr

Im chinesischen Südwesten überschlagen sich in den letzten Tagen die Ereignisse. China hat ein Einreiseverbot nach Tibet verhängt und alle Ausländer aufgefordert, das Land möglichst zügig zu verlassen. Bereits vor einigen Tagen hatte die China Tibet Mountaineering Association die Nordseite des Mount Everest und den Zugang zum Himalaya durch das tibetische Hochland gesperrt (Mountains2b berichtete!).

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Tibets Status umstritten
Was steckt dahinter? Derzeit wird viel spekuliert, nicht nur von Politkern und Medien, sondern natürlich auch unter den Bergsteigern, die in das Himalaya-Gebirge reisen wollen. Klar ist, dass Tibets völkerrechtlicher internationaler Status nicht eindeutig geklärt ist. China beharrt auf die Zugehörigkeit des etwa 10 Millionen Einwohner fassenden Gebietes zur Volkrepublik. Deutschland und die EU verurteilt die militärische Besetzung von Tibet durch die Chinesen und die „schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung“ (Deutscher Bundestag 1996). Nun hat die Militärherrschaft Chinas in Tibet einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht: Medienberichten zu Folge wurden bei Aufständen der Tibeter, die gewaltsam niedergeschlagen wurden, mehrere hundert Menschen festgenommen und zahlreiche getötet. Das Exilparlament Tibets in Indien berichtet sogar von mehreren hundert Toten, offizielle Angaben von Tibets Regierungschef zufolge waren 13 Tote zu beklagen.

Olympia-Boykott?
Viele fordern jetzt sogar einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking. Ist dies das richtige Zeichen? Die Bundesregierung verneint, der IOC-Vizepräsident Thomas Bach sagt desillusionierend, dass der Sport keine politischen Probleme lösen könne und daher ein Boykott nicht die richtige Wahl wäre und die Falschen bestrafe. Das mag stimmen, aber Sport wirkt bereits seit Jahrtausenden verbindend und lebt von Fairplay, Respekt und dem Spaß an der Bewegung. Kann man in einem Land, das gewaltsam friedliche Demonstrationen auflöst und Menschen unterdrückt fair, respektvoll und mit Spaß Sport treiben?

Negative Auswirkungen
Fakt ist: Chinas Politik wirkt sich nicht nur negativ auf das Ansehen des Landes im weltweiten Ausland aus, sondern auch auf Olympia und viele Expeditionen aus. Fröhliche Spiele werden in Peking wohl kaum stattfinden und ob es je wieder unbekümmerte Expeditionen in Tibet zu den höchsten Berge der Welt geben wird, ist fraglich. Aber der Sport rückt angesichts der Ereignisse im Reich der Mitte sowieso in den Hintergrund.

Sebastian Lindemeyer


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