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Hallenklettern

Kommentar: Risikosportart Klettern?

M2b Redaktion am 27.03.2008 - 15:08 Uhr

Die Sportart Klettern ist seit der Verbreitung von Kletterhallen über das gesamte Bundesgebiet beliebt wie nie. Es klettern nicht nur Erwachsene und Jugendliche, sondern auch für Kinder ist der Sport als spielerische Koordinationsschulung sehr interessant. Doch dass Hallenklettern nicht ungefährlich ist und sogar tödlich enden kann, wird spätestens durch einen tödlichen Unfall in einer Münchner Kletterhalle auch dem blauäugigsten Sportler klar. Eine Neunjährige Schülerin fiel aus fast 20 Metern aus der Wand und wurde vom Sicherungsseil nicht gebremst – die Ursache ist noch ungeklärt.

Klettern in solchen Höhen ist kein Kinderspiel, Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein sind die wichtigsten Maximen. Ein Fall aus 18 Metern ist vergleichbar mit dem Fall aus dem sechsten Stock eines Hauses – man erreicht beim Aufprall etwa 50 km/h und hat nur wenige Überlebenschancen. Sollte man aus diesem Grund nicht das Risiko minimieren und deshalb eine Altersbeschränkung in Kletterhallen einführen? Wäre es nicht besser, die Höhe von Kletterhallen auf zehn Meter zu beschränken?

Die Antwort kann nur „Nein, aber…“ lauten. Die Höhenbeschränkung ist unwirksam, denn schon beim Fall aus zwei Metern Höhe kann man sich im unglücklichsten Fall das Genick brechen. Dass Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen klettern dürfen, ist hingegen richtig und wichtig. Dies ist mehr als nur ein Richtlinie, die Betreiber der Kletterhallen sind verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Kinder nicht allein an der Wand sind und handeln grob fahrlässig, wenn es doch der Fall ist. Aber die Mitarbeiter der Kletterhallen müssen nicht nur darauf achten: Gäste müssen die Sicherungstechnik beherrschen, Sichernde haben die notwendige Konzentration an den Tag zu legen und es darf nicht übereinander geklettert werden. Das auszuleihende Material muss in einwandfreiem Zustand, die Mitarbeiter gut ausgebildet sein und klare Anweisungen geben können.

Das sind nicht wenige Voraussetzungen, die von Kletterhallenmitarbeitern mitgebracht werden müssen. Sie sind die Bademeister des Klettersports - Unaufmerksam kann Leben kosten. Doch auch ein Bademeister kann nicht an zwei Plätzen gleichzeitig sein, genausowenig wie die Kletteraufsicht. Und leider kann weder in der Kletterhalle noch in anderen Lebenslagen menschliches Versagen ausgeschlossen werden - das verursacht meist die schlimmsten Unglücke.

Sebastian Lindemeyer


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