
Andreas Kubin

Bergsteiger

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Andreas Kubin im Interview (09/2003), Alpinismus
M2b Redaktion am 09.09.2003 - 09:45 Uhr
Anlässlich des 70jährigen Jubiläums sprach Mountains2b mit dem Chefredakteur des 'Bergsteiger', Andreas Kubin.
Mountains2b: Stellen Sie Sich den Lesern kurz vor?
Andreas Kubin: Ich bin Jahrgang 1951. Im Alter von 14 Jahren habe ich mit dem Klettern begonnen, ein Jahr später war ich davon angefressen.
Bis vor zehn Jahren kletterte ich halbprofessionell - dabei konnte ich bis zum unteren X. Schwierigkeitsgrad klettern.
Meine redaktionelle 'Laufbahn' begann 1979 beim
'Alpinismus', der 1983 zum 'Alpin'-Magazin wurde. Ein Jahr später wechselte ich zum 'Bergsteiger' und bin dort seit 1987 als Chefredakteur verantwortlich.
Mountains2b: Sie leiten die Redaktion des Bergsteiger also schon seit gut eineinhalb Jahrzehnten - mittlerweile ist das Tourenmagazin selbst Teil der Alpingeschichte. Wo positioniert sich das Blatt heute zwischen professionellem Bergsport und dem immer beliebter werdenden Bergwandern?
Andreas Kubin: Genau dazwischen. Unsere Zielgruppe sind aktive Bergsteiger von Wanderern bis hin zu den Genusskletterern und Klettersteiggehern.
Unser Fokus liegt natürlich dort, wo die meisten Aktiven unterwegs sind: beim Wandern, bei den Klettersteigen und bei Hochtouren; hin und wieder berichten wir auch über Mountainbike-Touren.
Extremes Bergsteigen wie Expeditionen und alpine Spitzenleistungen sind auch unser Thema, wir berichten darüber jedoch vor allem in Reportagen.
Mountains2b: Sie feiern mit Ihrer Publikation aktuell das 70. Erscheinungsjahr - inwieweit wirken Sie als anerkanntes Forum auf das Bergsteigen ein? Welche 'Debatten' haben Sie persönlich begleitet und besonders in Erinnerung?
Andreas Kubin: An erster Stelle denke ich da an die Einführung des VII. Schwierigkeitsgrades - allerdings war ich zu jener Zeit selbst nur als Kletterer und noch nicht als Schreiber aktiv daran beteiligt. Der 'Bergsteiger' hatte diese Diskussion intensiv begleitet. Daneben fällt mir die Phase der Etablierung des Sportkletterns ein, die ich auch 'schreiberisch' begleiten konnte.
Echte 'Highlights' in der Geschichte des 'Bergsteigers' waren die exklusive Berichterstattung im Anschluss an Reinhold Messners komplette Besteigungen aller 14
Achttausender (Ende der 80er Jahre), Wolgang Güllichs Leistungen in den 80er Jahren oder erst jüngst Alexander Hubers geniale Solobegehung der 'Direttissima' (Große Zinne Nordwand, 2002) - um nur einige zu nennen.
Mountains2b: Im Münchener Alpinmuseum des DAV findet anlässlich Ihres Jubiläums am 25. September eine Feier statt - was ist geplant?
Andreas Kubin: Ein 'come together' alter und junger Bergsteiger! 200 Gäste sind zu dem gemütlichen Zusammenkommen geladen. Lebende Exponenten von einst und heute werden sich treffen.
Begleitend findet eine Ausstellung zur Geschichte des Bergsteigens und des 'Bergsteiger' statt.
Mountains2b: Der Alpinismus war anfangs geprägt von heroischen Einzelleistungen, später von einem Jahrzehnt der Expeditionen bis hin zur heutigen Individualisierung aber auch Professionalisierung des Bergsteigens. Wagen Sie einen Blick nach vorne – in welche Richtung wird das Bergsteigen gehen?
Andreas Kubin: Es war die Aufsplittung in Spezialdisziplinen, die die angesprochene Professionalisierung des Alpinismus zur Folge hatte. Im Sportklettern ist das Ende zwar nicht erreicht, doch man nähert sich dem 'Limes des nicht mehr Möglichen'. Einen XII. Grad wird es sicher noch geben.
Im alpinen Bereich wird das 'push it to the limit' dagegen erst noch kommen, irgendwann wird sicher eine Stelle im VIII. Grad an einem
Achttausender geklettert. Eine mögliche weitere Entwicklung könnte sein, dass bewusst wieder ein höheres Risiko beim Klettern eingegangen wird - im alpinen Gelände, beim Soloklettern oder an den Big Walls der Welt – überall dort eben, wo es keine super gesicherten Klettergarten-Routen mit Bohrhaken alle paar Meter gibt.
Mountains2b: Vielen Dank, dass Sie Sich die Zeit für dieses Interview genommen haben.
Andreas Kubin: Gern geschehen.
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