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Christian Bindhammer im Interview (11/2003), Sportklettern

M2b Redaktion am 10.11.2003 - 16:56 Uhr

Christian Bindhammer hat seinen Titel bei der Deutschen Meisterschaft im Sportklettern erfolgreich verteidigt, er führt die Rangliste deutscher Sportkletterer an und er hat in diesem Jahr mit der Begehungen der 'Action Directe' für Furore gesorgt.
Der Bamberger wurde am 27. März 1976 in Landshut geboren. Er klettert seit 14 Jahren, zudem ist er als Kadersprecher der Nationalmannschaft für den Deutschen Alpenverein aktiv.

Mit dem Wettkampf-Klettern hat Bindhammer 1993 begonnen. Ab 1994 gab es regelmäßige Erfolge: von nationalen Jugendmeisterschaften bis hin zu einer gewonnenen Juniorenweltmeisterschaft 1996. 1997 war Christians Durchbruch - erstmals schaffte er es in das Finale eines Weltcups (Teilnahmen seit 1994) und er konnte den Titel des nationalen Meisters erringen, den er bis heute nicht mehr abgegeben hat.

Mountains2b: Glückwunsch zur erneuten Titelverteidigung - seit drei Jahren tauchen bei der Deutschen Meisterschaft stets dieselben Namen unter den ersten Fünf des Klassements auf: Deiner, der Deines Bruders Andreas, Timo Preußler und Markus Hoppe. Bei wechselnder Reihenfolge auf den Plätzen behauptest Du konstant die Spitzenposition. Wie ist der Wettkampf in Scheidegg dieses Mal aus Deiner Sicht verlaufen?
Christian Bindhammer: Es gab zwei zu bewältigende Routen, eine After Work und eine On Sight; die After Work-Route konnte am Vortag der Entscheidung ausgebouldert werden - danach hatte ich bereits ein gutes Gefühl, die Route lag mir. Als es schließlich so weit war und um Punkte ging, gelang es mir als einzigem, diese Route zu toppen. Hinter mir platzierten sich in dieser Wertung Andreas und Timo.
In der 'On Sight' gab es nach etwa drei Vierteln der Strecke einen äußerst kniffeligen Boulderpart, an dem viele Konkurrenten scheiterten. Über diese Schlüsselstelle hinaus kam neben mir nur noch Timo Preußler - auch Andreas verabschiedete sich dort.
Mountains2b: Der Verlauf der bisherigen Saison dürfte Dich zufrieden stimmen: nationaler Meistertitel, Siege beim Sportklettercup in Berlin im Mai und in Kempten im Juli, Vierter bei der Kletter-WM in Chamonix, Sechster in Arco sowie drei TopTen-Ergebnisse bei den Weltcups in Lecco, Prag und Valence stehen zu Buche. Dazu hast Du mit der 'Action Directe' für Aufsehen gesorgt. Teilst Du diese Einschätzung?
Christian Bindhammer: In der Tat bin ich mit dem Verlauf der bisherigen Saison sehr zufrieden. Die 'Action' war etwas besonders Schönes und der erneute Gewinn der Deutschen Meisterschaft war mir auch sehr wichtig.

Mountains2b: Was ist nicht so gut gelaufen?
Christian Bindhammer: Die Weltcups in Imst, Aviles und Aprica. In Österreich hatte ich viel Pech - mir rutschte der Fuß von einem Griff und so verpasste ich die nächste Runde. Eigentlich war ich gut vorbereitet und fit, doch so etwas passiert immer wieder ...
Beim Weltcup in Aviles hingegen fehlte es mir etwas an der Fitness. Ich habe im direkten Vorfeld viel im französischen Ceuse geklettert, was Power kostete, sodass mir in Spanien dann die Konzentration fehlte. Da der Wettkampf sehr
'kunstgrifflastig' war, stellte sich meine Vorbereitung im Nachhinein als nicht optimal heraus, dafür gelangen mir in Ceuse aber zumindest einige der begehrtesten Routen, wie zum Beispiel die 'Biographie' (8c+), was das Abschneiden im Weltcup wieder etwas entschädigt hat.
Aprica war insgesamt nicht das, was ich mir unter einem Weltcup vorstelle - die Rahmenbedingungen sprachen mich nicht an; das Ganze war so regional, dass Scheidegg dagegen regelrecht zentral liegt, und ich war deshalb nicht unbedingt in Wettkampflaune. Viele Zuschauer und gute Stimmung sind in einem Wettkampf einfach sehr wichtig, um Höchstleistung zu bringen!

Mountains2b: Was hast Du im weiteren Saisonverlauf noch vor?
Christian Bindhammer: Derzeit bin sehr fit, ich fühle mich gut. Der Herbst bestimmt, dass auch mein Schwerpunkt weniger draußen am Fels als drinnen in der Halle liegt.
Entsprechend stehen die noch ausstehenden Weltcup-Veranstaltungen im Vordergrund. Bereits am Donnerstag ist Abreise zum Weltcup in Slowenien (Kranj, vom 14. bis 16. November, Difficulty), in der Woche darauf starten wir bereits am Dienstag nach Shenzen zum Weltcup in China durch (21. bis 23. November, Difficulty und Speed). Mit wir meine ich noch den Andreas, den Timo und die Damaris.
Und Anfang Dezember - es geht Schlag auf Schlag - steht bereits der Weltcup in Edinburgh in meinem Kalender (04. bis 07. Dezember, Difficulty und Boulder).

Mountains2b: Steht schon was auf der Agenda 2004?
Christian Bindhammer: Ich möchte die 'Realisation' versuchen, ein weiterer Fokus liegt auf den zehn Weltcups der kommenden Saison.
Daneben interessiert mich die angebliche 9b+, die Bernabe Fernandez in diesem Jahr in Spanien - in der Nähe von Malaga - kletterte: 80 Meter lang, mehr als 60 Meter überhängend ... beim Klettersport gehen die Ziel eben nie aus!

Quellen:
- www.masterrange.de
- www.digitalrock.de

Information und Kontakt:
Master Range Climbing Equipment Christian Bindhammer
Hauptstrasse 98
84183 Niederviehbach
mail:
web: www.masterrange.de


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