Aktuelles Interviews

Eckhard Schmitt

Mount Everest

Mount Everest

Der Gipfel des Mount Everest

Mount Everest

Thomas Zwahlen

Thomas Zwahlen

Christian Rossel

Christian Rossel

Dr. Eike Mrosek

Frank Everts

Roland Brand

Dr. Peter Becker

Alex Eberhöfer

Eckhard Schmitt im Interview (06/2003), Expeditionen

M2b Redaktion am 17.06.2003 - 09:45 Uhr

Spontan war Eckhard Schmitt, Initiator und Organisator der erfolgreichen deutsch-schweizerischen 'Jubiläumsexpedition Everest 2003', zu einem Interview mit Mountains2b bereit.
Am Montag, den 26. Mai 2003 standen mit Tom Zwahlen, Christian Rossel und Eike Mrosek drei Mitglieder aus seinem Team zusammen mit dem Höhensherpa Tensang auf dem Gipfel des Mount Everest.
Eckhard Schmitt (55) ist seit über zwölf Jahren Bergsteiger. Sein größter Erfolg ist die Besteigung des sechsthöchsten Berges der Welt, dem Cho Oyu (8201 Meter), in Tibet im Jahre 1999. Schmitt durfte von vielen namhaften Gipfeln der Alpen wie Matterhorn, Watzmann Ostwand, Piz Palü, Großglockner, Weißhorn oder Mont Blanc herabblicken und einige Kletterklassiker und Überschreitungen wie Windlegergrat, Louroihorn-Jungfrau oder Biancograt genießen. Im 'normalen' Leben ist Eckhard Schmitt Hoteldirektor.

Mountains2b:
Auf welchem Wege gelangt ein Hoteldirektor aus Bad Tölz ins Himalaya zum 'Dach der Welt'? Wie kam die von Ihnen organisierte Jubiläumsexpedition zustande?
Eckhard Schmitt:
Als Direktor eines Hotels in Bad Tölz habe ich wiederholt ein Bergsteigersymposium veranstaltet, an dem über die Jahre Bergsteigergrößen wie Hans Kammerlander, Reinhold Messner, Peter Hillary, Hans Engl oder Hermann Huber teilnahmen, um nur einige der ganz Bekannten zu nennen. Für mich und ein paar weitere ambitionierte Bergsteiger, mit denen ich 1999 am Cho Oyu war, wurde bei einem der letzten Symposien deutlich, dass der Mt.Everest ein Wunschziel ist. Daraufhin habe ich die 'Jubiläumsexpedition 2003' initiiert und organisiert. Schließlich gehörten Dr. Eike Mrosek, Frank Everts, Christian Rossel, Tom Zwahlen, Roland Brand, Alex Eberhöfer und der Expeditionsarzt Dr. Peter Becker zu meinem Team, das am 30. März 2003 in den Himalaya aufgebrochen ist. Das Permit hatten wir schon vor etwa eineinhalb Jahren erhalten.

Mountains2b:
Beim Lesen Ihres Expeditions-Tagebuchs bekommt man den Eindruck, dass es gefährliche Höhenwinde - sogenannte Jet-Streams, die extreme Geschwindigkeiten erreichen und Alpinisten regelrecht vom Berg wehen können - waren, die Ihre Expedition fast hätten scheitern lassen. Trifft das zu?
Eckhard Schmitt:
So ist es in der Tat gewesen - als wir relativ spät im Basislager angekommen waren, hatten andere Teams schon einen guten Teil ihrer Fixseile verlegt. Wir starteten ziemlich spät, kamen aber gut voran und wären schließlich dennoch fast eines der ersten Teams am Gipfel gewesen. Wenn die Höhenwinde nicht gewesen wären! Die Wetterdienste und -vorhersagen aus Deutschland, der Schweiz und Indien waren sich einig: Erst ab dem 20. Mai würde sich ein realistisches Fenster für eine erfolgreiche Besteigung öffnen. Und so ist es auch gekommen. Vorher war ein erfolgreicher Aufstieg nicht möglich.

Mountains2b:
Sie selbst haben den Mount Everest bei dieser Expedition in Angriff genommen. Wie ist Ihr Aufstiegsversuch verlaufen?
Eckhard Schmitt:
Zusammen mit unserer ersten Gruppe war ich bereits im Lager IV auf knapp 8000 Meter, ehe wir - wie die anderen Teams in dieser Höhe - beschlossen wieder abzusteigen; der Wind war einfach zu stark!
Doch das Wetter stabilisierte sich später noch einmal, nachdem erste Teams das Basis Camp des Everest bereits verlassen hatten. Ich bin erneut mit unserer zweiten Gruppe gestartet, musste dann aber nach Lager III (7500 Meter) erkennen, dass meine Reserven nicht mehr bis auf den Gipfel reichen würden, weshalb ich umgekehrt bin. Zwahlen, Rossel und Mrosek aber schafften es am 26. Mai zusammen mit Sherpa Tensang auf den Gipfel und sicher zurück ins Lager IV.

Mountains2b:
Wie bewerten Sie im Nachhinein das gesamte Projekt? Wo pendelt die Waage zwischen einer überaus erfolgreichen Expedition und dem persönlichen Scheitern?
Eckhard Schmitt:
Die Jubiläumsexpedition ist als absolut grandioser Erfolg zu werten. Drei von uns sieben Bergsteigern haben auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt gestanden, mehr kann man nicht erwarten. Wenn ich selbst auf dem Gipfel gestanden hätte wäre das dass i-Tüpfelchen gewesen.

Mountains2b:
Eine derartige hochalpine Expedition, noch dazu auf einen anderen Kontinent verursacht immense Kosten - wie gelang Ihnen die Finanzierung?
Eckhardt Schmitt:
Dank der Sponsoren, in erster Linie 'Bad Heilbronner', wurden die persönlichen Kosten auf ein erträgliches Maß gedrückt. Diesbezüglich haben sich Vorbereitung und Kooperation ausgezahlt.

Mountains2b:
Danke, dass Sie Sich Zeit für dieses Interview genommen haben.

Information und Kontakt:
Eckhard Schmitt
Wiesseerstr. 12
83666 Schaftlach
fon: 08021 8347
mail:


  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Artikel bei Mountains2b:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeige
Anzeigen
Google Anzeigen