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Alexander Huber

Interview mit Alexander Huber (08/2002)

M2b Redaktion am 03.08.2002 - 12:19 Uhr

Interview: Alexander Huber

...die Welt von oben betrachtet - Alexander Huber: Die neue Dimension des Kletterns!

"Es gibt nur einen Weg zum Erfolg: Selbstvertrauen. Das Vertrauen in mich selbst, dass ich es kann!" Der 31-jährige Alexander Huber gehört zur Elite der Berufsbergsteiger und hat mit spektakulären Erstbesteigungen internationale Maßstäbe gesetzt. Das Klettern im 11ten Grad ist sein Steckenpferd und so bezwang er unter anderem 1997 die Westwand des Latok II (7108 m, Karakorum/Pakistan), die aus 1000 Meter senkrechtem Granit besteht. Untypisch für einen Sportkletterer nahm er sich 1998 einen Achttausender vor (Cho Oyu, 8201 m) und meisterte auch diese immense Anforderung an seinen Körper und Geist bravourös! Da haben wir sofort ein wenig nachgehakt, um noch mehr über diesen Ausnahmesportler zu erfahren.

Mountains2b: Servus, Alex. Viele Leser können sich unter "Berufsbergsteiger" wenig vorstellen - was machst Du eigentlich genau?
Alex: Eigentlich habe ich drei Berufsausbildungen: Zum einen bin ich staatlich geprüfter Bergführer. Das heißt, ein Gast hat eine bestimmte Tour als Wunsch und ich führe ihn rauf und auch wieder runter. Ich habe diesen "Dienstleistungsberuf" zwecks Finanzierung meines Studiums kurze Zeit ausgeübt. Danach habe ich eine Ausbildung zum staatlich geprüften Rettungssanitäter gemacht und schließlich und endlich bin ich auch noch Diplom-Physiker. Letztendlich übe ich jedoch keinen dieser Berufe aus, sondern bin Berufsbergsteiger, dass heißt, ich bin das ganze Jahr unterwegs und mache meine Touren - sei es im Himalaja oder in den Vereinigten Staaten oder einfach nur im Klettergarten in Berchtesgaden.

Mountains2b: Wie finanzierst Du Dir diese Unternehmungen?
Alex: Mit Bergsteigen verdiene ich eigentlich gar nicht mein Geld - ich verdiene es, indem ich meine bergsteigerischen Aktivitäten in der Öffentlichkeit präsentiere. Dies geschieht durch Veröffentlichungen in Magazinen im In- und Ausland, durch Vorträge, durch mein letztes Jahr publiziertes Buch "The Wall. Die neue Dimension des Kletterns", das ich gemeinsam mit meinem Bruder Thomas geschrieben habe, durch Mitarbeit an Ausstellungen und durch Sponsorenverträge. Von diesem Geld müssen dann natürlich die Expeditionen bezahlt werden, um kontinuierlich präsent zu sein und meine Verträge und das Interesse an meiner Person weiterhin zu halten.

Mountains2b: Wann hast Du den Sprung zum Profi geschafft?
Alex: Ich bin bereits bekannter Bergsportler gewesen bevor ich Profi wurde. Aber nachdem ich 1997 eine sehr erfolgreiche Expedition zum Latok II abgeschlossen habe, habe ich die Möglichkeit gesehen, erstmals an große Sportfirmen heranzutreten und meine Forderungen zu stellen, die mir erfüllt wurden und mit deren Hilfe ich das Bergsteigen somit zu meinem Hauptberuf machen konnte.

Mountains2b: Wie sieht Dein Tagesablauf aus, wenn Du einmal zu Hause bist?
Alex: Es kommt darauf an, was für ein Ziel ich im Moment anstrebe. Wenn ich vorhabe einen sehr hohen Berg zu besteigen, ist die für das Sportklettern notwendige hohe Maximalkraft der Finger- und Armmuskulatur weniger gefragt. Was ich an den großen Bergen brauche ist eine hohe Langzeitausdauer. Somit ist es das Naheliegendste, im Winter täglich Skitouren in möglichst schneller Zeit zu gehen, um das zu simulieren, was ich im Hochgebirge vorfinde: Sauerstoffmangel im Blut. Und natürlich, um die Leistungsfähigkeit von Herz und Kreislauf zu steigern. Wenn ich allerdings Freikletterziele anvisiere, so wie jetzt im September im Yosemite Valley, muss ich meine Maximalkraft möglichst hoch entwickeln. Dann gehe ich im Winter entweder ins Kraftstudio oder in die Kletterhalle und im Sommer an Naturfelsen zum Trainieren. Man kann sagen, dass ich circa 30-35 Stunden in der Woche beim Trainieren bin.


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