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Bettina Schöpf

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Interview mit Bettina Schöpf (08/2003), Sportklettern

M2b Redaktion am 21.08.2003 - 11:23 Uhr

"Eine ganz besondere Herausforderung ist es, an einem Wettkampf teilzunehmen. Da müssen zum richtigen Zeitpunkt viele Faktoren zusammen stimmen, damit man sich optimal an die jeweiligen Klettererfordernisse anpassen kann. Um die bestmögliche Leistung zu bringen, ist es wichtig, sich auf sich selber zu konzentrieren und nicht daran zu denken, wie weit die Konkurrenz klettert", sagt Bettina Schöpf.

Mountains2b: Stellst Du Dich den Lesern kurz vor?
Bettina Schöpf: Ich wurde am 28. Oktober 1979 geboren, mein Wohnort ist Karrösten.
Seit 1993 klettere ich - im Winter trainiere ich gerne in der Kletterhalle (in Imst und Tivoli IBK), viel lieber trainiere ich aber am Fels (im Ötztal, Zillertal oder Frankenjura). Zu meinen Hobbies zähle ich neben dem Klettern das Biken, Rennrad fahren, Schwimmen, Wandern, Skitouren gehen und Skifahren. Außerdem leite ich gerne Kletterkurse.
Meine Reifeprüfung habe ich an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Zams abgelegt, im Moment studiere ich Erziehungswissenschaft. Zudem habe ich in den letzten Jahren eine Übungsleiterausbildung im Sportklettern, eine Lehrwarteausbildung Breitensport und Leistungssport, eine allgemeine Trainerausbildung, eine nationale Schiedsrichterausbildung sowie eine nationale und internationale Routensetzerausbildung absolviert.

Mountains2b: Was gefällt Dir am Klettern, dass Du Dich derart intensiv damit auseinandersetzt?
Bettina Schöpf: Die Vielseitigkeit - vielseitige Bewegungen, vielseitige Möglichkeiten: Klettern im Vorstieg, Bouldern in der Halle, Bouldern am Fels, an unterschiedlichem Gestein ... ich klettere, weil es mir Spaß macht.
Und bei Wettkämpfen möchte ich ganz oben stehen. Zudem habe ich noch einige Projekte am Fels, die ich im Herbst klettern möchte.

Mountains2b: Wo und wie kletterst Du am liebsten, hast Du einen bevorzugten Stil?
Bettina Schöpf: Im Jahr 1993 hatte ich den ersten Kontakt zum Sportklettern. Zu dieser Zeit gab es in meiner Umgebung nur eine kleine künstliche Kletterwand, die wir von Zeit zu Zeit nutzten. Ich bin also noch auf einem natürlichen Weg in das Sportklettern hineingewachsen. Die ersten Kletterversuche machte ich am Fels. Für mich ist das Felsklettern sehr wichtig, da ich gerne im Freien unterwegs bin. Im Sommer hole ich mir die Motivation über das Felsklettern für die Wintersaison in der Halle. Im Winter trainiere ich in der Kletterhalle in Imst und im Tivoli in Innsbruck. Im Training kombiniere ich das Schwierigkeitsklettern mit der Disziplin Bouldern. Bei den Wettkämpfen habe ich mich auf die Disziplin Schwierigkeitsklettern (Königsdisziplin) spezialisiert. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man sich im Wettkampf spezialisiert, da es schwierig ist, für mehrere Disziplinen gleichzeitig zu trainieren. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass mir das Schwierigkeitsklettern besser zusagt, als das Bouldern. Für mich steht die Abwechslung an erster Stelle. Es ist wichtig, dass man an jenen Orten trainiert, egal ob Fels oder Halle, an denen es Spaß macht und jene Disziplin (Schwierigkeitsklettern, Bouldern oder Speed) ausübt, die jeden einzelnen am meisten motiviert.

Mountains2b: Mindestens auf nationaler Ebene hast Du die Kletterszene seit Ende der 90er Jahre bis heute mitdominiert - wie kommt eine Nachwuchskletterin so schnell so regelmäßig zu derart bemerkenswerten Erfolgen?
Bettina Schöpf: Es ist wichtig, dass man klare Ziele vor Augen hat, die man erreichen möchte, Spaß am konsequenten Training findet und es ist auch wichtig, dass man im Training auf den Körper hört. Dieser Satz ist oft schneller gesagt, als getan. Wenn ich mich zurückerinnere, dann wurde meine Wettkampfkarriere von vielen Höhen und Tiefen begleitet. Erst letztes Jahr stand meine Wettkampfkarriere so ziemlich auf der Kippe, da ich aus gesundheitlichen Gründen kaum trainieren konnte. Erst nach zehn Monaten stellte sich heraus, dass ich (schon über mehrere Jahre) an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leide, welche zu der Zeit ihren Höhepunkt erreicht hatte. Eine strenge Diät (kein Obst, kein Gemüse, keine Süßigkeiten ...) verhalf mir, etwas aus diesem Teufelskreis herauszukommen, und drei Monate danach konnte ich einen meiner größten Erfolge feiern – 3. Platz beim Weltcup in Lecco (Juni 2003), worüber ich mich dann besonders gefreut habe.

Mountains2b: Zuletzt Zwölfte bei der WM in Chamonix (Schwierigkeit), Platz drei und sieben bei den Weltcups in Imst und Lecco (2003) - auch bei internationalen Wettkämpfen scheint das Podium ein realistisches Ziel für Dich zu sein. Wo siehst Du Unterschiede zwischen nationalen und internationalen Wettkämpfen?
Bettina Schöpf: Den Unterschied zwischen den nationalen und den internationalen Wettkämpfen sehe ich darin, dass ich die nationalen Wettkämpfe klettere, um mich für die internationalen Wettkämpfe zu qualifizieren. Die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen bedeutet eine größere Herausforderung, mehr Spaß und eine noch höhere Motivation.

Mountains2b: Wie sieht Deine Planung für den Rest der Saison 2003 aus? Was sind Deine mittel- und längerfristigen Ziele?
Bettina Schöpf: Heuer habe ich bereits bei zwei Weltcups (Imst 7. Platz und Lecco 3. Platz) teilgenommen und ich habe mein Ziel, einen Stockerlplatz zu schaffen, welches ich mir für Herbst gesetzt hatte, erreicht. Im Herbst werde ich noch bei etwa fünf Weltcupbewerben starten und mein Ziel besteht darin, eine konstante Leistung über das Jahr zu bringen. Im Moment betreibe ich das Klettern 'halbprofessionell'. Die professionelle Ausübung dieser Sportart ist aus finanziellen Gründen kaum möglich. Es ist wichtig, dass man auch immer mit einem Auge in die Zukunft schaut. Ich studiere im Moment Pädagogik/Fächerbündel an der Universität in Innsbruck. In meiner Freizeit halte ich Kletterkurse in der Kletterhalle in Imst und in Innsbruck und an der BAfL (Bundesanstalt für Leibeserziehung, Red.) bin ich als Lehrbeauftragte bei den Lehrwarteausbildungen im Sportklettern tätig.

Als Wettkämpfer in dieser Sportart ist es sehr schwer, vom Sport zu leben. Es ist nicht leicht, Sponsoren zu finden. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen Sponsoren recht herzlich bedanken: Tourismusverband Imst, Raiffeisenkasse Imst, Almbar Hexenkessl Pitztal, DARK DOG ENERGY Drink, EDELWEISS, SPORTIVA, VAUDE und ÖAV.

Zu meinen Zielen zählen der Abschluss meines Studiums, weiterhin aktiv zu sein im Wettkampf und im weiteren möchte ich mein Hobby zum Beruf machen ...

Mountians2b: Besten Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast.


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