
Int. Masters in China 2004

Christian Bindhammer

MadRock

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Jamaican Airplane 8c+

Edelrid

Jamaican Airplane 8c+

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Int. Masters in China 2004
Interview mit Christian Bindhammer (06/2004), Sportklettern
M2b Redaktion am 21.06.2004 - 12:15 Uhr
Schwerste Routen im Fels, wie jüngst die Wiederholung der
Jamaican Airplane (8c+), Seriensiege bei der Deutschen Meisterschaft, regelmäßige Top-Resultate bei internationalen Wettkämpfen - Christian Bindhammer zählt zu den besten Kletterern überhaupt, das hat er zuletzt mit seinem Sieg beim Masters in China wieder unter Beweis gestellt.
Mountains2b: Glückwunsch zu einem weiteren Sieg. Wie ist der Wettkampf im Süden Chinas für Dich verlaufen?
Christian Bindhammer: Vielen Dank, insgesamt war der Wettkampf für mich ein voller Erfolg, und auch die Reise war ein echtes Erlebnis!
Mountains2b: Als Sieger hat man im Nachhinein leicht reden - gab es kritische Momente auf dem Weg ins Finale und schließlich bis hin zum Erfolg?
Christian Bindhammer: Die äußeren Bedingungen waren extrem! Der Wettkampf fand im Freien statt und es regnete immer wieder sehr heftig. Dazu hatte es quasi tropische Temperaturen. Die Reibung auf den Griffen war dementsprechend schlecht und man konnte nie vorhersagen, ob der Tritt nun wirklich hält, was er verspricht!
Mountains2b: Hat Dir die Wand besonders gut gelegen, wie war die Routencharakteristik?
Christian Bindhammer: Die Wand war sehr einfach aufgebaut, jeweils zwei überhängende Streifen mit je einem großen Dach. Vor allem das Dach war für die meisten Asiaten ein unüberwindbares Hindernis, während sich die Europäer hier sehr viel wohler fühlten und in dieser Richtung einen enormen Trainingsvorsprung besitzen. Für mich war es deshalb immer entscheidend, bis zu diesem Dach zu gelangen; dann war schon mal ein gutes Ergebnis sicher.
Mountains2b: Im Hinblick auf die weite Reise sei die Frage erlaubt, inwieweit das Masters in China auch als Vorbereitung für die EM in Lecco diente?
Christian Bindhammer: Die Reise war extrem anstrengend. Auf dem siebentägigen Trip verbrachten wir vier Tage vollständig auf Achse. Aber es war die Mühe wert, nicht nur aufgrund des Wettkampfs, sondern auch, weil man sehr vieles von China mitbekommen und erlebt hat - allein das Essen war ein mehr oder minder interessantes Erlebnis ... und zusätzlich gibt es dort vor Ort eine Fülle an hervorragenden Sportkletterfelsen, zu denen man eines Tages vielleicht zum Erschließen zurückkommt.
Leider hat mich auf dem Rückflug eine Virusinfektion erwischt und ich lag in der Folge erst einmal für drei Tage im Bett. Da ist schon etwas Vorbereitungszeit für die EM draufgegangen und ich wurde dadurch etwas geschwächt.
Mountains2b: Wie sieht Deine Vorbereitung für Lecco in der letzten Woche vor diesem Saisonhöhepunkt aus?
Christian Bindhammer: Im Moment trainiere ich gerade im Tivoli in Innsbruck, einer hervorragenden Kletterhalle. Hauptsächlich steigere ich so noch einmal meine Ausdauer und den Bewegungsfluss in Onsight-Routen, die dir zusätzlich eine Nachahmung der Wettkampfsituationen ermöglichen.
Mountains2b: Bei den bisherigen beiden Weltcups der Saison in Imst und Puurs konntest Du Dich als 19. jeweils unter den besten 20 platzieren - was rechnest Du Dir für Italien aus?
Christian Bindhammer: Die beiden ersten Weltcups verliefen leider nicht optimal, allerdings befindet sich das Starterfeld derzeit auf einem extrem hohen Niveau. Für mich wäre in Lecco das Erreichen des Finales der letzten Acht ein Erfolg, der mich sehr zufrieden stellen würde.
Mountains2b: Wie geht es nach der EM weiter, die Mehrzahl der Weltcups findet ja erst im Herbst statt?
Christian Bindhammer: Schon Mitte Juli steht ein Weltcup in Chamonix, das Masters in Serre Chevalier und der zweite Deutschlandcup in Forchheim an - es gibt also kaum Erholungszeitraum im nächsten Monat.
Mountains2b: Welche Felsprojekte beschäftigen Dich in diesem Jahr, wann warst Du zuletzt am Fels?
Christian Bindhammer: Ich streue immer wieder mal einen Felstag ein. Für den Herbst habe ich noch zwei sehr schwere Projekte im 9a-Bereich offen, die ich bei guten Bedingungen unbedingt probieren will.
Derzeit kämpfe ich ein wenig mit zwei Ringbändern, deren Überdehnung diese Touren derzeit leider unmöglich machen. Im August würde ich auch gerne mal etwas im alpinen Sportkletterbereich versuchen, falls das die Zeit zulässt.
Mountains2b: Danke, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast.
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