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Interview mit Christian Bindhammer (11/2004), Sportklettern

M2b Redaktion am 18.11.2004 - 10:55 Uhr

Vom Weltcup in Brünn am vergangenen Wochenende brachte der deutsche Kletterer Christian Bindhammer einen soliden 16. Platz mit. Bevor es für den Spitzenathleten zum letzten Weltcup-Wettbewerb am 20. und 21. November ins slowenische Kranj geht, sprachen wir mit ihm über den Wettkampfverlauf in Brünn und seine Erwartungen für das 'Weltcup-Finale'.

Mountains2b: Hallo Christian, erzähle doch erst einmal etwas zu den Bedingungen beim Weltcup in Brünn (CZE) am 12. und 13. November 2004, damit man sich ein Bild davon machen kann.
Christian Bindhammer: Der Wettkampf fand auf einem Messegelände statt, was an sich keine unübliche Sache ist. Als wir am Donnerstag Abend nach zehn Stunden Autofahrt ankamen, war es aber schwer sich auf dem Gelände zurechtzufinden bzw. erst einmal hinein zu kommen, sodass wir das Technical Meeting, das bereits um 20 Uhr stattfand, letztlich telefonisch geregelt haben. Im Rahmen der Outdoormesse lief dann am Freitag Morgen das Viertelfinale an einer Wand die extra für den Weltcup aufgebaut wurde. Vor der Wand waren Sitze für interessierte Zuschauer aufgebaut, eine Tribüne gab es aber nicht.

Mountains2b: Wie verlief nach den beschriebenen Anfangsschwierigkeiten der erste Wettkampftag am Freitag?
Christian Bindhammer: Wir mussten uns bereits um acht Uhr im Isolationsbereich einfinden. Um 9:30 Uhr startete dann das Viertelfinale der Herren an zwei Routen parallel. Die rund 15 Meter hohe Wand war recht flach und strukturlos. Ich habe es dann zunächst geschafft ohne größere Probleme ins Halbfinale zu klettern.

Mountains2b: Und im Halbfinale am Samstag: Hat Dir dort etwas Schwierigkeiten breitet?
Christian Bindhammer: Es fing zunächst damit an, dass der Wettkampf noch früher startete als am Freitag. Die Isolationszeit ging von sieben bis acht Uhr. Pünktlich um 8:30 Uhr startete das Halbfinale. Die Route war bereits im untersten Teil sehr schwer, dadurch dass dort der meiste Überhang war. Ein tükische Stelle für viele - mich einbegriffen - stellten zwei aufeinanderfolgende, extrem flache Zangengriffe dar. Für kleinere Kletterer war diese Stelle besonders problematisch, da sie dort nur einen weit entfernt liegenden Tritt gab, der nicht für alle ausreichte und deshalb nur mit einem 'offenen Tür' Zug über Kreuz weiterziehen konnten. Kurz gesagt: diese Stelle forderte viele Opfer und nur rund 14 Kletterer kamen darüber hinweg. Ich selbst habe zwar noch den zweiten Griff erreichen können, konnte mich aber nicht mehr für den darauf folgenden Zug richtig platzieren. Somit habe ich mich nicht fürs Finale qualifizieren können.

Mountains2b: Im Endeffekt hast Du den vorletzten Weltcup dieser Saison mit einem 16. Platz abgeschlossen, der Dich auf der Weltcup-Rangliste nur um einen Platz auf Rang 13 zurück geworfen hat. In Hinblick auf den letzten Weltcup am Wochenende in Kranj: Ärgert oder motiviert dich dieses Ergebnis?
Christian Bindhammer: Mich ärgert das nicht wirklich und ich fahre auf jeden Fall motiviert nach Kranj. Eigentlich war ich in Brünn fit und hatte mir zum Ziel gesetzt, in das Finale der besten Acht zu kommen. Im Viertelfinale bin ich auch gut geklettert, die Schlüsselstelle im Halbfinale war mir dann einfach zu schwer, da mir solche Züge nun mal nicht liegen. Aber es sind auch andere gute Kletterer an dieser Stelle rausgefallen und es ist nun einmal so: entweder man mag solche Griffe oder eben nicht. Die Platzierung im Gesamtweltcup ist mir nicht so wichtig, mich interessiert vielmehr die einzelne Veranstaltung. Nachdem es diese Saison bis auf den guten vierten Platz beim Rock Master nicht so sehr lief, war für mich der zweiter Platz in Valence motivationstechnisch sehr wichtig, und vielleicht klappt es ja auch noch einmal in Kranj mit einer guten Platzierung.

Mountains2b: Wie sieht deine Einschätzung für Kranj konkret aus?
Christian Bindhammer: Da bin ich guter Dinge. Der Routenbau in Kranj ist für mich persönlich auf jeden Fall gut. Seit 1997 finden dort Weltcups an einer fest installierten Wand in einer Turnhalle statt und so kennt man den Charakter der Routen mit ihren großen technischen Schleifen. Mir liegen solche Klettereien besser und ich war dort schon oft im Finale. Kranj ist bisher einfach ein gutes Pflaster für mich gewesen.

Mountains2b: Wir drücken dir die Daumen, dass Du an diesem Wochenende erneut auf ein 'gutes Pflaster' stoßen wirst und danken Dir für das Interview!
Christian Bindhammer: Wie immer gern geschehen.


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