Aktuelles Interviews

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Jürgen Reis

Mammut

Jürgen Reis

Interview mit Jürgen Reis (05/2004), Sportklettern

M2b Redaktion am 18.05.2004 - 16:54 Uhr

Jürgen Reis (13. August 1976) wuchs im österreichischen Dornbirn auf. Er ist seit dem Jahr 2000 fixer Starter im alpenrepublikanischen Sportkletternationalteam. Der 27jährige zählt seit vier Jahren zu den drei erfolgreichsten Wettkampfkletterern Österreichs.
Zu seinen sportlichen Erfolgen gehören neben Siegen bei nationalen Wettkämpfen vor allem ein zehnter Platz beim Weltcup in Singapur 2002. Neben seiner aktiven sportlichen Laufbahn gründete er bereits 1996 ein eigenes IT-Unternehmen, das mit inzwischen acht Mitarbeitern IT-Beratungen anbietet und Datenbank- und Internetlösungen umsetzt.
Seit 2003 ist Jürgen Reis auch als Seminartrainer für IT-Marketing und Persönlichkeitsentwicklung aktiv. Diese wohl einmalige Kombination veranlasste ihn während der letzten Jahre immer wieder, sich neben dem sportlichem Wissen auch optimalem Zeit- und Erfolgsmanagement zu widmen. Dabei entdeckte er verblüffende Parallelen in den Erfolgsprinzipien im Sport-, Berufs- und Privatleben.
Zuletzt belegte Reis bei der Österreichischen Meisterschaft im Sportklettern den dritten Platz, beim ersten Weltcup in Puurs Position elf als Zwischenplatzierung im Viertelfinale. Wir sprachen mit dem Trainingsspezialisten darüber, wie er zum Klettern gekommen ist, über sein Training, eine schwere Verletzung im letzten Jahr und seine sportlichen Ziele 2004.

Mountains2b: Jürgen, wie ist der Weg eines der stärksten österreichischen Kletterers zu diesem Sport verlaufen?
Jürgen Reis: Eher unkonventionell, ich habe erst mit 17 angefangen zu klettern. Davor war ich vielseitiger Allroundsportler und bis heute wäre mir eine Fixierung allein auf das Klettern zu einseitig. So betreibe ich nach wie vor viele Sportarten zum Ausgleich, bin regelmäßig im Kraftraum und befasse mich intensiv mit Fragen zur Trainingsmethodik. Nach dem ersten Kontakt mit dem Sportklettern war mir aber sofort klar, dass das meine sportliche Hauptbetätigung der Zukunft sein würde - nach zwei Monaten bin ich im achten Grad geklettert, nach einem halben Jahr konnte ich den ersten regionalen Bewerb gewinnen. Der erste 'Neuner' fiel nach einem Jahr.

Mountains2b: Ließ sich dieser Takt aufrecht erhalten?
Jürgen Reis: Nicht lange! Nach sehr gutem Start musste ich über drei bis vier Jahre gezielt arbeiten, um mich im oberen, nationalen Leistungsbereich etablieren zu können; das waren harte Lehrjahre!

Mountains2b: Wo liegen heute die Präferenzen, am Fels oder beim Plastik?
Jürgen Reis: Ich bin ganz klar Plastikspezialist. International gesehen vermutlich der, der in diesem Leistungsbereich am allerwenigsten draußen trainiert. Das tue ich mit wenigen Ausnahmen überwiegend in der Halle, wo stets die gleichen Bedingungen herrschen und sich meiner Meinung nach mit standardisierten Trainingsmethoden am gezieltesten arbeiten lässt. In den letzten drei Jahren hatte ich dabei mit Andreas Bindhammer einen häufigen Trainingspartner, wir arbeiten sehr gut zusammen.

Mountains2b: Welche Bedeutung misst Du einem gezielten Training bei?
Jürgen Reis: Eine überaus zentrale: Ich arbeite ausschließlich mit Trainings- und Ernährungsplänen, die ich selbst erstelle, mit zahlreichen Experten kritisch diskutiere und hinterfrage und mich so ständig weiterentwickle. Dabei hilft mir zum Beispiel Julius Benkö. Er ist Sportmediziner am Olympiamodell Vorarlberg, seine Tipps bringen mich ebenso weiter wie die von Fredy Anwander, der mir – seit dem Sommer 2003 – als Mentaltrainer zur Seite steht. Meine nach wie vor besser werdenden Leistungen geben dieser Vorgehensweise recht, die Ansätze greifen.

Mountains2b: Eine schwerwiegende Verletzung sorgte im letzten Jahr für eine Zwangspause. Bist Du mittlerweile wiederhergestellt?
Jürgen Reis: Es war ein harter Winter mit viel Aufbauarbeit und wohl auch ein bisschen Glück im Unglück! Ein Kahnbeinbruch ist für einen Kletterer eine denkbar ernste Verletzung. Ich zog mir den Handbruch im letzten Oktober nach einem unglücklichen Sturz beim Training zu und war gezwungen, zehn Wochen zu pausieren. Eine unangenehme Zeit! Inzwischen konnte ich mein Winterziel, über einen der ersten drei Plätze im Rahmen der Österreichischen Meisterschaft in das Nationalteam zu gelangen, erreichen. Derzeit fühle ich mich wiederhergestellt und in einer stabilen Form wie nie zuvor!

Mountains2b: Welche sportlichen Ziele hast Du 2004 noch?
Jürgen Reis: Zum einen die Europameisterschaft, zum anderen werde ich an allen elf Weltcups teilnehmen. Gerade beim Heimbewerb in Imst möchte ich richtig fit und bestens vorbereitet sein: Das Publikum wird für eine ganz besondere Stimmung sorgen, ich kenne die Wand seit Jahren – da möchte ich ein gutes Ergebnis einfahren!

Mountains2b: Wie ist denn die Wand in Imst?
Jürgen Reis: Extrem steil, athletisch zu nehmen, mit ausgeprägten Ausdauerpassagen versehen, Maximalkraft ist gefordert, es gibt aber auch homogene Ausdauerbereiche – je nach Route ist mit allem zu rechnen.

Mountains2b: Was für ein Ergebnis strebst Du an?
Jürgen Reis: Eine Platzierung unter den Top 15, ein Rang unter den ersten Zehn wäre herrlich. Beim Weltcup im belgischen Puurs hatte ich nach der Qualifikation den elften Platz belegt. Da ich gut in Form bin, halte ich ein solches Ziel für realistisch. Allerdings ist zu bedenken, das bei Weltcups etwa 25 Vollprofis am Start sind - fünf oder sechs weitere Aktive können so mithalten - das heißt: Es passen nicht einmal alle Starken in das Halbfinale! Ein Fehler und Du bist weg vom Fenster.

Mountains2b Wie hast Du eigentlich Jürgen Christmann kennen gelernt, der permanent hervorragendes Fotomaterial von Dir liefert?
Jürgen Reis Jürgen war mein allererster Kletterpartner, wir haben uns an meinem dritten Klettertag überhaupt vor Jahren in einem Dornbirner Klettergarten getroffen. Zwei Jahre lang konnten wir viel und regelmäßig Zeit miteinander verbringen, dann sorgte das Bundesheer für eine vorübergehende Trennung. Jetzt sehen wir uns wieder häufiger und ich bin natürlich froh und auch stolz, dass er solche Fotos von mir macht.

Mountains2b: Danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast.


  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Bildergalerien bei Mountains2b:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeige
Anzeigen
Google Anzeigen