
Wolfgang Wabel

DAV Salomon Boulder Cup 2003

Klettern

EM Sportklettern 02

Sport-Klettercup 2003

Kletter-WM in Chamonix 2003

2. Kölner AlpinTag

BLSW

DAV Boulder Cup 2002
Wolfgang Wabel im Interview (08/2003), Sportklettern
M2b Redaktion am 04.08.2003 - 11:11 Uhr
Wolfgang Wabel leitet beim Deutschen Alpenverein seit 2002 die Abteilung 'Spitzenbergsport' - wir sprachen mit ihm über seine Aufgaben im Breitensportverband.
Mountains2b: Bitte geben Sie eine kurze Vorstellung Ihrer Person und des Referats Spitzenbergsport ...
Wolfgang Wabel: Mein Name ist Dr. Wolfgang Wabel, ich bin 36 Jahre alt, studierter Sportökonom und promovierter Sportwissenschaftler. Ich bin aktiver Sportkletterer, Bergsteiger und Skitourengeher sowie in weiteren Sportarten aktiv. Seit 1999 arbeite ich beim DAV, seit 2002 gibt es die Abteilung Spitzenbergsport, deren Leiter ich seitdem bin. Meine Mitarbeiter sind Stefan Winter (Bergführer, Pädagoge für Sport und Deutsch, mehrfacher Buchautor) und Petra Warstat. Wir unterteilen unseren Arbeitsbereich nach Sportarten in Sportklettern, Skibergsteigen und Leistungsalpinismus auf.
Die ersten beiden werden als Wettkampfsport organisiert, letztere ist Leistungssport im Nicht-Wettkampfbereich.
Mountains2b: Das Referat Spitzenbergsport im DAV betreut die Sparten Wettkampfklettern, Leistungsalpinismus und Skialpinismus - wo positioniert sich der DAV zwische Breiten- und Spitzensport?
Wolfgang Wabel: Der DAV ist sicherlich eher Breitensportverband, da die große Mehrzahl seiner Mitglieder wandert, bergsteigen geht oder leicht klettert.
Allerdings ist die Spitze immer kleiner als die Basis und der Spitzenbergsport ist im Leitbild und der Satzung des DAV fest verankert.
Insbesondere der Schwerpunkt Sportklettern macht eine sehr positive Entwicklung durch, die Sportart entwickelt sich international wie auch national sehr erfreulich. Im Skibergsteigen hatten wir die erste Deutsche Meisterschaft im vergangenen Winter unter DAV-Ägide; diese verlief sehr zufriedenstellend unter sportlicher sowie naturschutzfachlicher Perspektive.
Beim Leistungsalpinismus verfolgen wir die klassische Expeditionsförderung sowie als Schwerpunkt die Nachwuchsförderung mit unserem Expeditionskader;
ähnlich unseren Wettkampfkadern im Sportklettern und Skibergsteigen werden junge Nachwuchsalpinisten an große Ziele herangeführt.
Grundsätzliche Ziele sind: noch bessere Verankerung des Spitzenbergsport in DAV und Gesellschaft, verstärkte Nachwuchsförderung auf Landes- und Bundesebene, Aufbau von Köpfen bzw. Gallionsfiguren, Ausrichtung der WM im Sportklettern 2005 sowie Beteiligung bei den Worldgames (Sportklettern zum ersten Mal im Programm) in Duisburg.
Mountains2b: Beim Klettern gibt es sechs Wettkampfebenen - welche Wettkampfserien werden vom DAV ausgerichtet? Inwieweit besteht eine Kooperation mit der UIAA?
Wolfgang Wabel: Auf Vereinsebene sind die DAV-Sektionen in den jeweiligen Städten verantwortlich. Die Landesmeisterschaften werden von den Landesverbänden veranstaltet. National haben wir im Schwierigkeitsklettern einen Deutschen Sportklettercup (Damen, Herren, Jugendklassen) sowie Deutsche Meisterschaften. Im Bouldern haben wir den DAV
SALOMON Bouldercup, der in der Gesamtwertung die Deutsche Meisterschaft darstellt. Dies alles wird vom DAV veranstaltet.
International gibt es eine Jugendcupserie in Europa, den EYC sowie die Jugendweltmeisterschaften. Bei den Damen und Herren gibt es Weltcup Serien im Schwierigkeitsklettern, Bouldern sowie Speedklettern, Kontinental- und
Weltmeisterschaften. Veranstalter ist die UIAA/ICC.
Wir arbeiten eng mit der UIAA zusammen, verschiedene DAV-Delegierte sind in UIAA-Gremien vertreten. Ich selbst bin im Management Committe der UIAA/ICC und bin für die internationalen Wettkämpfe, den Kalender etc.
mitverantwortlich.
Mountains2b: Gibt es individuelle Förderungen einzelner Athletinnen und Athleten (vgl. Bundeswehr)?
Wolfgang Wabel: Wir haben Förderungen innerhalb der verschiedenen Nationalkader, der DAV betreut einen Kader Schwierigkeitsklettern (A- und B-Kader), Bouldern (A-
und B-Kader) sowie einen Jugend- und Juniorenkader.
Zudem können Nationalkader-Mitgieder sich für einen Platz bei der Sportfördergruppe bewerben, als nichtolympischer Verband haben wir allerdings nur vier Plätze und eine maximale Verweildauer von drei Jahren.
Mountains2b: Wie lauten Ihre Zielvorgaben im Wettkampfklettern für das Jahr 2003?
Wolfgang Wabel: Ein bis zwei Damen und Herren im Gesamtweltcup Schwierigkeitsklettern unter den besten Zehn, im Bouldern unter den besten 20. Möglichst viele Finalplätze
bei der WM sowie die anderen im Halbfinale. Bei der Jugend in der Nationenwertung unter die besten Fünf kommen.
National die Qualität der Wettkämpfe steigern und die Kosten optimieren sowie insbesondere neue Kooperations- und Sponsorpartner für den Bereich Spitzenbergsport gewinnen.
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