
Kilian Fischhuber (AUT)

Angela Eiter (AUT)

Ramon Julian Puigblanque

Alexandre Chabot (FRA)

Rock Master in Arco (Italien)

Angela Eiter

Tomás Mrazek

Marietta Uhden (GER)

Marietta Uhden

Christian Bindhammer

Timo Preußler

Kilian Fischhuber (AUT)

Sandrine Levet (FRA)

Olha Shalagina (UKR)

Flavio Crespi (ITA)
Angela Eiter auch beim Rock Master nicht zu stoppen
M2b Redaktion am 07.09.2005 - 11:00 Uhr
In dieser Form ist die amtierende Weltmeisterin und World-Games-Gewinnerin Angela Eiter einfach unschlagbar: Erwartungsgemäß, jedoch auf eine unglaubliche Art und Weise, sicherte sich die Pitztalerin auch die "Rock Master Trophy" 2005. Damit gewinnt die 19-jährige Ausnahme-Athletin den dritten großen Titel des Jahres, zudem konnte sie alle bisherigen Weltcups 2005 für sich entscheiden - eine eindrucksvolle Bilanz.
Eiter nicht zu bremsen
Die besondere Bedeutung des legendären Rock Master beflügelte auch Angela Eiter. So legte sie auf halbem Weg zu ihrem Triumph eine Showeinlage ein, die Publikum und Konkurrenz gleichermaßen beeindruckte: Erst winkte die Österreicherin frech nach unten, im Anschluss legte sie einen einarmigen Klimmzug zu ihrem dritten Rock Master-Titel in Folge nach. Der euphorische Jubel der Menge war ihr gewiss; als einzige Athletin kletterte Eiter sowohl die Onsight- als auch die Workout-Route bis zum Top. Auch konnte sie die Konkurrenz im direkten Duell um die "Lattisi Trophy" auf die Plätze verweisen.
Top-Begehungen im Kampf um die Lattisi Trophy
Trotz aller Überlegenheit der Weltmeisterin zeigten auch die anderen Starterinnen, warum sie zur absoluten Weltspitze im Schwierigkeitsklettern zählen und nach Arco eingeladen wurden. Der Französin Sandrine Levet, ebenso mit einer exzellenten Leistung, fehlten in beiden Wettkämpfen jeweils nur wenige Züge bis zum Top. Sie wurde Zweite. Hinter ihr kletterte die Ukrainerin Olha Shalagina auf den dritten Platz, gefolgt von Maja Vidmar aus Slowenien. Diese vier kämpften im Anschluss um die "Lattisi Trophy"; jeder gelangen zwei Top-Begehungen, abermals konnte Angela Eiter aufgrund der besten Zeit den Titel einheimsen.
Letzter internationaler Auftritt von Marietta Uhden
Nach ihrer Ankündigung, dem Wettkampfklettern den Rücken zu kehren, überraschte Marietta Uhden mit ihrer Teilnahme beim Rock Master. Die Münchnerin zeigte sich nach den World Games im Juli noch ein weiteres, endgültig letztes Mal auf der internationalen Wettkampfbühne. Am ersten Tag lief es für Uhden onsight nicht ganz so gut, am zweiten lieferte sie jedoch eine souveräne Leistung im Workout ab und erkletterte sich hinter der Italienerin Jenny Lavarda den sechsten Platz. Katharina Saurwein (AUT), Alexandra Eyer (SUI) und Martina Cufar (SLO) wurden auf die Plätze verwiesen.
Puigblanque für Disqualifikation bei WM entschädigt
Bei den Herren jubelte der Spanier Ramòn Julien Puigblanque am Ende über den Rock Master-Titel, den er sich knapp vor dem Russen Evgueni Ovtichinnicov und Weltmeister Tomáz Mrazek aus Tschechien sicherte. Für Puigblanque bedeutet der Erfolg eine besondere Genugtuung: Bei den Weltmeisterschaften in München war der Spanier für das Finale disqualifiziert worden, da er den Isolationsschluss verpasst hatte. Nach der Qualifikation in Führung liegend wäre er im Finale als letzter gestartet und hätte beste Chancen auf den Weltmeistertitel gehabt.
Routen verlangen den Athleten alles ab
Die Routenbauer Donato Lella und Leonardo Di Marino leisteten in Arco ganze Arbeit: Keinem der männlichen Athleten gelang es, bis zum Top zu klettern. Ganz knapp gescheitert war am ersten Tag Evgueni Ovtichinnicov, dem bei der Onsight-Begehung am Samstag nur drei Züge ganz nach oben fehlten. Mrazek lag am ersten Tag auf Rang zwei, Puigblanque auf Position drei. Dank einer Leistungssteigerung am zweiten Tag konnte Puigblanque das Blatt jedoch noch einmal wenden: Beim sonntägigen Workout kletterte der Spanier zwei Meter höher als die Konkurrenz und verdrängte Ovtichinnicov und Mrazek auf Platz zwei und drei.
Kletterstars schenken sich nichts
Hinter dem Spitzentrio folgten Flavio Crespi (ITA), Jorg Verhoeven (NED), Alexandre Chabot (FRA) und Maxim Petrenko (UKR) auf den Rängen vier bis sieben. Dass sich die erkletterten Höhen dieses Quartetts nur gering unterscheiden zeigt, auf welchem Level sich die Weltelite der Kletterer bewegt: Kleinste Unterschiede und das gewisse Quäntchen Glück entscheiden bei einem Wettkampf wie dem Rock Master über eine vordere Platzierung.
Deutsche mit Luft nach oben
Aus dem deutschen Herrenkader waren Christian Bindhammer und Timo Preußler nach Arco gereist. Bindhammer, der krankheitsbedingt nicht wie vorgesehen in Frankreich trainieren konnte, platzierte sich nach mäßiger Onsight-Leistung hinter Patxi Usobiaga (ESP) und Luca Zardini (ITA) auf Rang zehn. Auch bei Preußler lief es am ersten Tag nicht wie gewünscht, so dass eine Korrektur des Ergebnisses am zweiten Tag nicht mehr möglich war. Er musste sich mit dem 13. Platz zufrieden geben; Sylvain Millet (FRA) wurde Elfter und Fabrizio Droetto (ITA) Zwölfter. Selbstverständlich ist schon die Teilnahme in Arco als großer Erfolg zu bewerten.
Blatt wendet sich bei Lattisi Trophy
Im Kampf um die Lattisi Trophy änderte sich die Konstellation in der Rangliste, Alexandre Chabot und Jorg Verhoeven durften sich hier als Sieger feiern lassen, Usobiaga, Petrenko, Crespi, Mrazek, Ovtchinnikov und Puigblanque reihten sich dahinter in das Klassement ein.
Sint Roc Bouldering Contest und Speedbewerb
Neben dem Schwierigkeitsklettern wurden in den letzten Jahren auch ein Boulder- und Speedbewerb im Rahmen des Rock Master etabliert. Deutsche Teilnehmer waren bei diesen Wettkämpfen jedoch nicht am Start.
Den Speed-Wettbewerb mit nur acht männlichen Teilnehmern entschied der Pole Tomasz Oleksy vor Manuel Escobar aus Venezuela für sich.
Fischhuber krönt hervorragene Leistung mit dem Titel
Im Boulder-Wettkampf triumphierte der österreichische Favorit Kilian Fischhuber und kletterte auf das oberste Treppchen des Podests. Er konnte zwei der vier Probleme bis zum Topgriff lösen, fing jedoch bei seinem Flash des vierten und finalen Boulders den größten Jubel ein. Einzigartig auch die Leistung von Melanie Son (FRA) in der weiblichen Konkurrenz: Sie vermochte im wahrsten Sinne des Wortes durch die Wand zu fliegen konnte alle vier Boulder toppen. Auch Olga Bibik (RUS) und Ioulia Abramtchouk (RUS) steckten nicht auf und scheiterten erst am letzten Boulder kurz vor dem Ziel.
Rahmenprogramm hat an Attraktivität eingebüßt
Mit dem 19. Rock Master in Arco wurde zugleich das 20-jährige Wettkampfjubiläum gefeiert. An jenem Ort am Gardasee wurden die ersten Gehversuche des professionellen Klettersports versucht. So kamen zum diesjährigen Rock Master auch einige der Protagonisten der letzten Jahrzehnte, wie etwa Patrick Edlinger, Stefan Glowacz und Lynn Hill. Dennoch hat das Rahmenprogramm im Vergleich zum Rock Master 2004 deutlich an Attraktivität verloren: Eine Party, ein Open Air oder eine Verlosung wurden in diesem Jahr vergeblich gesucht. Möglicherweise kamen auch aus diesem Grund am Wochenende weniger Zuschauer als in den letzten Jahren zu dem Top-Event. Diejenigen, die da waren, wurden jedoch mit Kletterleistungen auf allerhöchstem Niveau bei Temperaturen um die 30 Grad belohnt.
Ergebnisse
Vollständige Ergebnislisten für alle Wettbewerbe finden Sie im Anhang an diesen Text.
Quellen
www.rockmaster.com
www.
tirol.com
Erwin Marz
Zurück