Aktuelles News Klettern

Manuela Heisele klebt an den Griffen

Power Yoga Kandidat Jeremy

Christoph Mueller schon seine Nase

Gebanntes Warten - Spannung zum Zerreißen

Christoph Ross fliegt zum Sieg

Schiedsgericht und Schrauber

Geistiges Ausbouldern des Finalboulders

Die Finalteilnehmerinnen und der Schrauber

Bouldern

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Red Chili Bouldercup

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Warmup

Bayerische Bouldermeisterschaft 2005

M2b Redaktion am 10.03.2005 - 12:50 Uhr

Nachdem auf der Münchener ISPO Anfang Februar das Wettkampfjahr 2005 mit einer Rekordteilnahme beim DAV Bouldercup eingeläutet wurde, zog die bayerische Bouldermeisterschaft am 05. März 2005 nach.
Der gemeinsam von der IG Klettern München und dem Kletterfachverband Bayern des DAV ausgerichtete Wettkampf lockte eine Menge wohlbekannter Gesichter aus der bayerischen Wettkampfszene, aber auch einige Neulinge ins Münchener Heavens Gate - eine erneute Rekordteilnahme ist zu vermelden.

Großer Andrang im Heavens Gate
Pünktlich um 10:30 Uhr drängelten sich schließlich 60 Starterinnen und Starter nebst Betreuern und Zuschauern zum Briefing, unter ihnen auch ein Dutzend IGler.
In der Vorrunde sollten zwanzig Boulder nach dem Soul-Moves-Prinzip über vier Stunden bewältigt werden, überwiegend technisch anspruchsvolle Probleme unter vier Metern Höhe.

Verwirrung um Boulder Nr. 20
Für Verwirrung sorgte zunächst das Ziel Nr. 20, ein frei überhängender Riesenzapfen in atemberaubender Höhe in der Hallenmitte, der offensichtlich nur durch einen Sprung vom oberen Ende eines Betonpfeilers in die freie Hallenraummitte zu bewerkställigen war - den Teilnehmern stockte alleine beim Gedanken daran der Atem. Bei Ausgabe der Laufzettel kam dann jedoch die Erleichterung: Der gefürchtete High-Ball war darin nicht aufgeführt - ein "kleiner" Scherz der drei Schrauber Sebastian Untereglsbacher, Wanja Reichel und Nils Schützenberger, der sich im Nachhinein als riesen Motivationsschub für alle Teilnehmer in der Vorrunde heraus stellte - denn es wurde bis zum Limit gebouldert.

Anspannung beim Organisations-Team
Nachdem der Wettkampf schließlich begonnen hatte, übertrug sich die Anspannung, der Teilnehmer nach und nach mehr auf das Organisations-Team um B- und Haupttrainer Dominik Kiechl und den IG-Wettkampfbeauftragten Frank Schouren. Als Maxi Wörner nacheinander zwei der schwersten Boulder der Vorrunde scheinbar ohne weitere Probleme löste (zwei Leistenknacker mit Schlussmantel) und auch einige der anderen Finalanwärter relativ lässig nachzogen, hatte man Angst, aus der selbstverliebten Schraub- und Orga-Arbeit der letzten Tage sei möglicherweise ein Kinderspiel entstanden.

Boulder werden zu kniffliger Herausforderung
Kurze Zeit später konnten die Wettkampfverantwortlichen jedoch Aufatmen. Viele der weiteren Finalanwärter hatten arge Probleme, besonders am Fingernagelzerr-Boulder Nr.6 und am Zerr-Schnapp-Steh-Boulder Nr.8 - die Boulder vom Schwierigkeitsgard 5b bis deutlich darüber (die Mehrheit um 6b) schienen doch nicht zu leicht ausgefallen zu sein und forderten die Boulder-Freaks wahrhaftig heraus. Auch Christoph Ross, Mitglied des Landesjugendkaders des KVB, konnte die Boulder Nr.8 und Nr.6 in der Vorrunde nicht knacken - und das, obwohl er sich zum Zeitpunkt in seiner Höchstform befand und Ende Januar beim Red-Chili-Cup in Weilheim den zweiten Platz einfuhr.

Höchste Spannung in den Finalkämpfen
Die etwa zehn männlichen und weiblichen Favoriten waren erst nach drei Stunden mit der Vorrunde fertig; die anschließenden Finalkämpfe versprachen höchste Spannung. Bei den Damen schafften es die beiden Favoritinnen Manuela Heisele (Augsburg) und Jana Münzenberg (Lauf) neben Rebecca Batis (IG Klettern München) und Sylvia Jerxsen (München) unter die letzten vier. Die schon Wettkampf erfahrene Jana Münzberg lieferte sich mit der souverän auftretenden Manuele Heisele einen an Spannung kaum zu überbietenden Showdown, die glückliche Siegerin hieß am Ende Manuela Heisele. Die 16-jährige konnte sich knapp vor Münzenberg durchsetzen, als sie den überhängenden Finalboulder bewältigte. Die noch relativ unbekannte Rebecca Batis sicherte sich verdient den dritten Platz .

Spektakuläre Flashs begeistern die Zuschauer
In den Finalkämpfen der Herren kam es bereits im Achtelfinale zu einigen Überraschungen. Maxi Wörner (Kaufbeuren) und Arthur Korte (Hamburg) mussten zum Leidwesen einiger Zuschauer schon hier das Feld räumen, denn das Schiebe-Dreh-Pressproblem an leicht steiler Wand lag ihnen an diesem Tag nicht. Das Viertelfinale wartete in der Folge mit weiten, entschlossen und koordiniert durchzuführenden Zügen und Sprüngen in steiler Wand auf. Bruno Vacka (Aschau/Bernau) legte hier einen astreinen Flash ab und begeisterte die Zuschauer mit seiner Technik. Sebastian Hartung (Augsburg) und Christoph Ross ließen sich den direkten Gegenzug nicht nehmen und legten ihrerseits spektakuläre Flashs ab.

Höhepunkt des Wettbewerb im Halbfinale erreicht
Im Halbfinale galt es einen verzwickten, schräg aufsteigenden, mehrzügigen Fingergripper durchzuzerren, dann dynamisch eine Kante zu entern und sich zum Schluss auf den Kopf eines Boulderturmes zu manteln. Nachdem zuerst Bruno Vacka das Publikum mit seiner Darbietung zu überzeugen wusste, versetzte es Christoph Ross im Anschluss in einen wahren Rausch, als er völlig unter Strom einen einwandfreien Traumflash auf den Turm rauf zauberte - der Höhepunkt der Veranstaltung war nun erreicht, die Halle tobte!

Kein klarer Sieger im Finale
Im Finale waren dei beiden Kontrahenten nach ihren großartigen Leistungen während des gesamten Wettkampfes, besonders im Halbfinale, dann derartig platt, dass sie am Ende immer wieder am selben Griff abtropften. Trotz riesiger Anfeuerung von Seiten der Zuschauer schaffte es keiner der beiden ausgepumpten Finalisten, das Finale klar für sich zu entscheiden. So musste das Schiedgericht entscheiden, wer den ersten Platz erlangt hatte. Aufgrund von Details aus der Wettkampfregelung fiel das Ergebnis schließlich zu Gunsten von Christoph Ross aus, doch auch Bruno Vacka durfte sich als "Gewinner" des Wettbewerbs fühlen.

Wettkampf war ein voller Erfolg
Ingesamt war derWettkampf ein voller Erfolg, das noch relativ junge Wettkampfbouldern entwickelt sich weiter fort und boomt, die Boulder werden anspruchsvoller, Teamdenken und Ausbouldern gewinnen weiter an Bedeutung. Bei der Münchener Meisterschaft am 04. Juni wird sich die südbayrische Wettkampfszene sicherlich wieder ein nettes Stelldichein geben. Die Weltmesterschaft im Juli in München darf jedenfalls kommen, das Feld dafür ist reichlich bestellt, viele fiebern dem großen Münchener Ereignis 2005 schon entgegen.

Quelle:
Nils Schützenberger, Kletterfachverband Bayern des DAV e.V.
www.kletterverbandbayern.de



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