
Kinematix (9a)

Edelrid

Kinematix (9a)

MadRock

Kinematix (9a)

Kinematix (9a)

Enfant de Boheme

Illuminati (8c+)

Illuminati (8c+)

Sakrileg (8c+)

Andreas Bindhammer

Andreas Bindhammer
"Big Hammer": Christian Bindhammer mit neuen Bestleistungen am Fels
M2b Redaktion am 26.09.2005 - 13:25 Uhr
2005 ist für Christian Bindhammer am Fels spätestens jetzt ein sehr starkes Jahr: Zwischen einem USA-Aufenthalt und zahlreichen Wettkampfterminen nahm sich der deutsche Ausnahmekletterer die Zeit, am Fels einige Schwierigkeiten zu lösen.
"Peter und der Wolf", "Ravage", "Enfant de Boheme" und "Kinematix"
Nachdem Bindhammer bereits im Frühjahr 2005 mit "Illuminati" (8c+), "Sakrileg" (8c+,
Video unter www.christian-bindhammer.de) und "Kreuzritter" (8c) drei neue Erstbegehungen am Rottachberg im Allgäu gelangen, konnte er im Sommer des Jahres mit "Peter und der Wolf" (Starzlachklamm) eine weitere 8c zu dieser beeindruckenden Liste hinzufügen. Damit nicht genug...
Das Allgäu hat einiges zu bieten
Nicht nur wegen dieser Touren in den höchsten Schwierigkeitsgraden hat sich das Allgäu mittlerweile zu einer der wichtigsten Kletterregionen Deutschlands entwickelt. Mit Erscheinen des brandneuen Kletterführers "Allgäu Rock" der Gebrüder Röker wird aufgezeigt, welch vielfältige Klettermöglichkeiten dort bestehen. Eine Beschreibung des Kletterführers ist unter dem Text verlinkt.
Weiter im Takt
Nach "Peter und der Wolf" ging es für Christian ins Basler Jura, zwei Klassiker standen auf dem Programm, die er schon lange im Visier hatte: "Ravage" und "Enfant de Boheme", die wohl bekanntesten Routen der Schweiz. In rekordverdächtigen vier Tagen konnte Bindhammer auch diese Touren, die er gleichermaßen als 8c einschätzt, schnell meistern. Christian erklärt das so: "Beide Touren haben Geschichte und Charakter, da gehe ich noch motivierter ran. Solche Routen begeistern mich".
Es geht noch besser
Das Nonplusultra dürfte aber die Begehung der "Kinematix" sein, Christians vierte und, wie er sagt, "mental schwierigste" 9a bisher. Schon 2001 versuchte er sich an der Tour, damals noch im Projektstatus, und scheiterte nur äußerst knapp. Damals standen Wettkampftermine an.
Kinematix: Ein echter Brocken
Die Kinematix lässt sich folgendermaßen beschreiben: Erst gilt es, sehr steile, boulderartige Zangenkletterei über 20 Züge im Schwierigkeitsgrad 8c zu meistern. Es folgt ein äußerst "pumpiger" Zangen-Rastpunkt. Diesen gilt es zu nutzen, was aber erst nach einigen Tagen
Training in der Route wirklich gelingt.
Danach folgen weite, sehr athletische Züge, allesamt dynamisch zu klettern, bis ein schwerer Sloper-Zug auf eine breite Zange die Spreu vom Weizen trennt. Auch wer an dieser Schlüsselstelle noch dran bleibt, kann jederzeit leicht von einem der den verbleibenden fünf "Moves" abtauchen...
Andreas Bindhammer geht voraus
Im Herbst 2001 konnte dann letztlich Christians Bruder Andreas Kinematix erstbegehen. Mittlerweile zählt sie zu den härtesten "Testpieces" der besten Wettkampfkletterer der Welt.
Neuer Anlauf
Dieses Jahr wollte es Christian endgültig wissen, er hatte drei Wochen Zeit für das Projekt mit nach Nizza gebracht. Kurz unterbrochen werden sollte diese Phase nur von der Teilnahme am Rockmaster in Arco.
Hoch motiviert und gut trainiert konnte Christian gleich am ersten Tag einen Top-Versuch hinlegen: Er scheiterte erst am 37. der durchgehend schweren 42 Züge. Die nächsten Tage wurde es dann aber zäh und Bindhammer konnte den entscheidenden Schlüsselzug nicht mehr erreichen. In der zweiten Woche kam dann auch noch eine Erkältung hinzu, die auch keine gute Ausgangsposition für das Rockmaster darstellte, das von Nizza aus, zum Wettkampf-Wochenende hin, angesteuert wurde.
Auskuriert zurück nach Nizza
Unterbrechung also von vier Tagen - und mit dem zehnten Rang aus Arco im Gepäck und durchaus kuriert ging es gleich am Montag gut gelaunt zurück nach Nizza. Dort lauerte jedoch bereits die nächste Überraschung, das Wetter: Regen, Gewitter und nochmals Regen mit sintflutartigen Wassermassen.
Hohe Luftfeuchtigkeit aber wenigstes keine nassen Griffe ließen zumindest die Möglichkeit einer Begehung offen.
So hieß es ausharren bis zum Samstag, dann sollte sich Wetter bessern, so war es gemeldet, und es schien auch tatsächlich so zu sein - Christian setzte vier Versuche in der Kinematix, leider allesamt ohne Erfolg.
Die buchstäblich letzte Chance
Es konnte also nur noch am letzten Tag des Aufenthalts klappen. Der Druck war groß, Christian wollte die Route unbedingt knacken. Hochkonzentriert und motiviert ging er in den ersten Versuch und kletterte den ersten Teil der Tour im Grad 8c (wohl zum 20. Mal) fast mühelos. Nach kurzem Schütteln ging es Zug um Zug höher: der 37. Zug, angesetzt, geschafft. "Allez, Allez", die anwesenden Kletterer feuerten an. Cool bleiben. Noch fünf Dynamos, "klippen", ein Freudeschrei und eine geballte Faust! "Kinematix" - endlich geschafft.
Der vorsorglich eingekaufte Champagner knallte den Korken gleich am Fels in die Ferne, alle anwesenden Nationalitäten feierten Christians Erfolg freudig mit.
Andreas Bindhammer wiederholt "Sakrileg"
Am Sonntag, dem 25. September 2005, schaffte Andreas Bindhammer "Sakrileg" (8c+) am Rottachberg, die sein Bruder Christian im Frühjahr eröffnet hatte: "Ich war schon früh am Morgen an der Route, jetzt im Herbst sind die Griffe dann noch feucht. Ich bin aber gut zurechtgekommen: Unten im Boulder musste ich einen zweiten Versuch starten, beim zweiten Versuch bin ich dann gleich durchgekommen". Noch liegt uns kein Bildmaterial vor, wir berichten in den kommenden Tagen darüber.
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