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Erwin Marz

Weltcup 2005 in Zürich

Weltcup 2005 in Zürich

Flyer

Timo Preußler

Christian Bindhammer

Routenbauer Ole Herrenkind

DSC 2005

Erwin Marz: Timo Preußler und Christian Bindhammer glänzen in Zürich

Erwin Marz am 26.06.2005 - 21:55 Uhr

Beim letzten Weltcup vor der WM in München ging es bei den Männern auf zwei Qualirouten um den Einzug ins Halbfinale. Für Andreas Bindhammer lief es dabei nicht optimal, er erreichte bei einem verlängerten Zug den Griff nicht richtig und konnte den Dynamo nicht mehr abfangen. Andi beendete diesen Wettkampf in Zürich/Schlieren als 43.

Drei in der nächsten Runde
Jonas Baumann schlug sich bei seinem ersten Weltcup ganz gut, konnte dabei einiges an Erfahrung sammeln, so dass es letztendlich für Platz 35 reichte. Die Deutschen Philipp Magin, Christian Bindhammer und Timo Preußler zogen in die nächste Runde weiter. Aber nicht nur Andi und Jonas mussten sich geschlagen geben, sondern auch der starke Spanier Usobiaga Patxi schied in der Vorrunde aus.

Mit Dynamos gespickte und verspielte Route
Am Samstag ging es in der Kletterhalle "Gaswerk" bei tropischer Hitze an das Halbfinale. Dort wartete eine heftige, mit Dynamos gespickte und verspielte Route auf die verbliebenen 28 Halbfinalisten. Routenbauer waren F. Legrand und Simon Wandeler. Als erster Deutscher startete Philipp Magin, der mit einer gelungenen Vorstellung 21. wurde. Danach kam Timo Preußler, der mit seinem modernen Stil einige ins Staunen versetzte und bis drei Griffe unter dem Top kletterte. Damit behielt er die Führung lange. Lediglich Cedric Lachat, Flavio Crespi, Jörg Verhoeven und Luca Zardini konnten in dieser Route weiter klettern. Dem letzten deutschen Starter, Christian Bindhammer, gelang ein solider Lauf, wodurch er als Siebter ins Finale einzog.

Finale der Damen
Vor der Entscheidung hieß es zur Ruhe zu kommen und so gut wie möglich für das anstehende Finale zu entspannen - mit Essengehen, dem Besuch einer skurrilen Reptilienhandlung und Relaxen in der Isolation klappte das ganz gut.
Zunächst bestritten die besten acht Damen ihr Finale. Die erste hohe Marke setzte die junge Österreicherin Katharina Saurwein, die auch von der starken Slowenin Maja Vidmar nicht überboten werden konnte. Auch die Schweizerin Alexandra Eyer und Muriel Sarkany (BEL) kamen nicht an diese Höhe im Bereich der Wandmitte heran. Wie schon bei den vorigen Weltcups der Saison demonstrierte die dominierende Angela Eiter (AUT) mit einer kämpferischen Paradedarbietung ihre Ausnahmestellung. Sie kletterte Top minus und deklassierte die anderen Damen. Angela kletterte fast doppelt so weit wie die Konkurrenz und gewann souverän vor den beiden zweitplatzierten Vidmar und Saurwein. Vierte wurde Eyer vor Sarkany. Deutsche Starterinnen waren wegen der WM–Vorbereitungen nicht dabei.

Finale der Herren
Die Finalroute der Herren war ein echtes "Brett". Angefangen von harten Einzelstellen über Dynamos, Boulderpassagen, technischen Stellen, bis hin zur Ausdauer wurde alles gefordert. Christian Bindhammer ging als Zweiter ins Finale und ließ mit einer starken und kämpferischen Leistung zunächst den Franzosen David Caude, dann auch Luca Zardini (ITA) und Sylvain Millet (FRA) hinter sich. Jörg Verhoeven (NED) kletterte ebenso weit wie Christian, wurde aufgrund seiner besseren Vorrunde aber Vierter. Das bedeutete den hervorragenden fünften Platz für Christian Bindhammer.
Eine regelrechte Lehrstunde verpasste Timo Preußler allen anderen Finalisten. Er kletterte in seiner gewohnt lockeren Art in einem genialen Rhythmus ohne Fehler mit faszinierenden Stil beeindruckend weit nach oben! Daran konnten auch der zur Zeit im Weltcup führende Flavio Crespi (ITA) und der Schweizer "Lokalstar" Cedric Lachat nichts ändern. Crespi wurde Dritter und Lachat egalisierte Timos Höhe. Der Schweizer siegte aber aufgrund des besseren Halbfinalresultats. Somit beendete Timo den vierten Weltcup des Jahres in Zürich mit seinem bis dato besten Ergebnis, dem zweiten Platz. Respekt!

Fazit
Die Veranstaltung in Zürich hat mir sehr gut gefallen, sie war bestens organisiert. Die Stimmung in der etwas zu warmen Halle war super, dem Publikum wurde Klettersport vom Feinsten geboten.
Aus deutscher Sicht kann es jetzt zur WM nach München gehen, wo aufgrund der gezeigten Leistungen durchaus mit einer Finalteilnahme zu rechnen ist. Also lasst Euch dieses Spektakel nicht entgehen und unterstützt mit Eurem Kommen die Athleten und den Klettersport!

Erwin Marz, Betreuer der Nationalmannschaft beim WC in Zürich


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