
Weltcupwand

Andreas Bindhammer

Sonnenaufgang

Warmup

Weltcupwand

Team

Markus Hoppe

Markus Hoppe

Christian Bindhammer

Weltcupwand

Damaris Knorr

Andreas Bindhammer
Heißer Weltcup unter Spaniens Sonne
Erwin Marz am 24.09.2004 - 16:36 Uhr
Pünktlich um 13.00 Uhr und bei hochsommerlichen Temperaturen startete der Sportkletter-Weltcup im spanischen Marbella. Geklettert wurde an der beeindruckenden, wohl größten Außenanlage Europas mit 1.600 m² Kletterfläche und einer 17 Meter hohen Wand. Jeweils eine Viertelfinalroute mussten die 29 Damen und 46 Herren klettern. In der 7a+ schweren Damenroute schafften es über 20 Damen, unter ihnen auch die einzige deutsche Starterin Damaris Knorr, den Umlenker zu klippen.
Hoppe und Binderhammers im Halbfinale
Richtig spannend wurde es aus deutscher Sicht in der 8a+ schweren Herrenqualli. Pech hatte hier Christian Bindhammer, der sich beim Bouldern in der Isolation am Finger verletzte. Durch dieses Handicap blieb Christian leider deutlich unter seinen Möglichkeiten. Markus Hoppe startete vielversprechend in das mit vielen Dachkanten gespickte Viertelfinale, doch ein kleiner Fehler ließ ihn an der gleichen Stelle wie Christian Bindhammer scheitern. Andreas Bindhammer kletterte seinen Erwartungen entsprechend, routiniert und entschlossen bis kurz vor den Umlenker und somit sicher in die nächste Runde. Für Christian und Markus blieb es bis zum Schluss der Qualli spannend, doch letztendlich stand fest, dass alle deutschen Starter das Halbfinale erreichten.
Damaris Knorr nur auf Platz 17
Bei den Damen musste die unübersichtliche und trickreiche Route Top geklettert werden, um das Finale zu erreichen. Weil Damaris einen kleinen Griff nicht optimal zu fassen bekam und dadurch abrutschte, gelang ihr das leider nicht. Sie beendete den Wettkampf aur Rang 17 und blieb damit deutlich unter ihrem Leistungsniveau.
Großes Pech für Andreas Bindhammer
Als erster deutscher Starter ging Christian Bindhammer in die eher boulderlastige (viel Griff-Tritt) Halbfinalroute und konnte sich mit seiner erreichten Höhe durchaus Hoffnungen für den finalen Durchgang machen. Aufgrund seines Vorrunden-Ergebnisses verpasste er das Finale nur knapp und wurde mit Platz 13 bester Deutscher. Markus Hoppe rutschte beim auflösen eines Überkreuzzuges unglücklich und für seine Verhältnisse leider zu früh ab. Pech hatte Andreas Bindhammer, der letzte Starter aus deutschen Reihen, der schon in voller Montur zum klettern aufgerufen wurde, dann aber nochmals wegen einer sehr fragwürdigen Aktion des Veranstalters zurück in die Isolation geschickt wurde. Die Hebebühne (Kran) wurde umgesetzt und wegen eines Kameramanns in eine neue Position gebracht, was Andreas für weitere zehn Minuten bei rund 35°C im Vorbereitungsbereich zurückhielt. Völlig aus dem Konzept gebracht war es Andreas nicht mehr möglich konzentriert zu klettern und er fiel dadurch viel zu früh aus der Wand. Am Schluss belegte Markus Hoppe Platz 29 und Andreas den 30. Rang.
Spannendes Finale der Damen
In der gewaltigen Parkarena 'Natura Aventura' startete vor ungefähr 700 begeisterten Zuschauern am Sonntag Abend das Finale. Durch das spätabendliche Licht und der atemberaubenden Kulisse herrschte eine ganz besondere Atmosphäre.
Die langwierige und bis kurz vor dem Ausstieg viel zu leichte Damenroute war wohl keine Werbung für den Klettersport, insbesondere nicht für die Routenschrauber. Bei fünf von acht Starterinnen wurde die 'letzte Minute' angekündigt und Angela Eiter musste ihren Lauf (zehn minütiges Zeitlimit!!) sogar vorzeitig beenden. Dazu kam, dass Martina Cufar und Muriel Sarkany beide die Finalroute toppen konnten. Erst im Superfinale konnte sich Muriel gegenüber Martina durchsetzen. Hervorragende Dritte wurde die Österreicherin Barbara Bacher.
Tscheche Mrazec sorgte für Spannung
Im Herrenfinale wäre Juraj Repcik aus fast halber Wandhöhe beinahe auf den Boden gefallen, da sich ein Griff gedreht hatte und der Sicherungsmann wohl nicht 'voll bei der Sache' war. Alexandre Chabot erlag schon in halber Wandhöhe bei einem Dynamo der Schwerkraft. Gerome Pouvreau beeindruckte mit seinem kompromisslosen Kletterstil und konnte mit einer famosen Vorstellung den Topgriff noch berühren. Richtig spannend machte es der Tscheche Tomas Mrazec, da er in Wandmitte fast wegen eines Fehlers aus der Route geflogen wäre, sich jedoch noch spektakulär abfangen konnte. Danach kletterte er souverän bis zum Topgriff, von dem aus er zum klippen ansetzte, als ihm beide Füße abrutschten und er sich mit dem Seil zwischen den Zähnen nochmal abfing und hangelnd einen neuen Klippversuch ? diesen dann erfolgreich - durchführte. Während dieser Aktion stockte den Zuschauern der Atem, doch sie endete in einem Begeisterungssturm mit tosendem Beifall. Dem starken spanischen Kletterer Patxi Usobiaga gelang vor begeisterten spanischen Zuschauern der dritte Platz nach Pouvreau und dem Sieger Mrazec.
Hohe Leistungsdichte
Insgesamt herrscht mittlerweile eine sehr hohe Leistungsdichte bei den Weltcupkletterern. Auch wenn es bei den Deutschen Teilnehmern ein wenig unglücklich verlief, hat ihre Leistung gezeigt, dass bei den nächsten Weltcups durchaus ein besseres Ergebnis erreicht werden kann und sogar mit Finalteilnahmen zu rechnen ist.
Motivation für den Herbst
Abschießend kann man sagen, dass durch das entspannte Umfeld in Marbella/Malaga und den Ausflug an die schönen Badestrände das eher enttäuschende Ergebnis beim ersten Weltcup der Herbstsaison in der Hintergrund rückte und alle deutschen Teilnehmer nun hoch motiviert der herbstlichen Weltcupsaison entgegen fiebern.
Adios Amigos,
Erwin Marz
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