Aktuelles News Klettern

Alexandre Chabot (FRA)

Angela Eiter (AUT)

Christian Bindhammer (GER)

Andreas Bindhammer/Markus Hoppe (GER)

Timo Preußler (GER)

Nadine Ruh

Cédric Lachat (SUI)

Alexandra Eyer (SUI)

Patxi Usobiaga (ESP)

Jorg Verhoeven (NED)

Halbtotale Perspektive

Kilian Fischhuber (AUT)

Katharina Saurwein (AUT)

Katharina Saurwein (AUT)

Barbara Bacher

Kletter-Weltcup 2005: Eiter und Chabot siegen in Chamonix

M2b Redaktion am 14.07.2005 - 18:23 Uhr

Das Weltcup-Spektakel des Sportkletterns schlechthin fand am 12. und 13. Juli 2005 in Chamonix (FRA) statt: Nicht das Feuerwerk begeisterte die Zuschauer in erster Linie, die Leistungen der weltbesten Sportkletterer vermochten das Publikum in Erstaunen zu versetzen. Die Österreicherin Angela Eiter demonstrierte erneut ihre Stärke und ließ die Konkurrenz hinter sich, bei den Herren sicherte sich Alexandre Chabot (FRA) den Platz an der Sonne. Bester deutscher Teilnehmer war Andreas Bindhammer auf Position 17.

Atemberaubende Kulisse
Chamonix (FRA) ist zweifelsohne jedes Jahr ein Höhepunkt der Weltcup-Saison im Sportklettern. Vor der atemberaubenden Kulisse des Mont-Blanc, auf einem Platz mit mehr als 10.000 Zuschauern und am Vortag des französischen Nationalfeiertages bieten die Organisatoren in Chamonix dem Weltcup alljährlich eine ganz besondere Atmosphäre: Chamonix ist ein Kletterfest der Extraklasse.

Im Halbfinale war Schluss
Von den DAV-Herren qualifizierten sich alle drei Starter für das Halbfinale, bester Deutscher war am Ende Andraes Bindhammer (Kempten): Seine solide Leistung wurde mit Rang 17 belohnt. Timo Preußler konnte den großen Erfolgen von Zürich und München kein weiteres Spitzenresultat hinzufügen. Noch nicht. Der Mutlanger rutschte an der 15 Meter hohen Industriewand ab und landete auf Rang 20, vier Plätze vor Christian Bindhammer (Kempten).
Die einzige deutsche Kletterin, Nadine Ruh, scheiterte in der Qualifikation. Die Konstanzerin musste sich trotz einer raffinierten Abkürzung geschlagen geben, da sie vergessen hatte, das Seil zu clippen: Ruh wurde als 34. gewertet.

Zweitbestes Karriereresultat für Alexandra Eyer (SUI)
Die Athleten aus der Schweiz schnitten in Chamonix gut ab. Die Nummer eins der eidgenössischen Kletterdamen, Alexandra Eyer, qualifizierte sich ohne Probleme für das Finale der besten Acht. Von den vier Athletinnen, die im Halbfinale noch besser geklettert waren, musste die Züricherin keine an sich vorbeiziehen lassen. Mit einer traumhaften Top-Begehung im Finale gelang ihr eine Leistung, die nur von der Österreicherin Angela Eiter egalisiert wurde. Aufgrund des besseren Halbfinal-Resultats sicherte sich die neue Weltmeisterin den Sieg. Der zweite Platz von Alexandra Eyer ist nach ihrem Sieg letztes Jahr in Brünn (CZE) das zweitbeste Weltcup-Resultat.

Tendenz steigend
Chamonix gehört zu den beliebtesten Bewerben von Alexandra Eyer, dort klettert sie immer gut. 2004 konnte sie den dritten Platz erreichen, bei der Weltmeisterschaft in Chamonix 2003 wurde die Schweizerin Fünfte. Der in Frankreich erreichte zweite Platz wird Eyer zusätzliches Selbstvertrauen geben, auch für das Masters in Serre Chevalier (FRA) Ende Juli. Letztes Jahr erreichte sie dort den zweiten Rang. Nach dem Masters ist eine Wettkampfpause bis Anfang September angesagt.

Lachat im Finale
Nach seinem hervorragenden vierten Platz bei der WM in München vor zwei Wochen hatte sich Cédric Lachat (SUI) in Chamonix einen Podestplatz vorgenommen. Mit zwei Tops konnte er sich ohne Probleme für das Finale qualifizieren. Doch auch Lachats Konkurrenten kletterten bestechend stark: Um den Sieger zu ermitteln, brauchte es ein Superfinale, aus dem der Franzose Alexandre Chabot vor Patxi Usobiaga (ESP) als Sieger hervorging.
Cédric Lachat hielt im Endspurt zunächst gut mit. Aufgrund eines Rutschers fiel der Schweizer aber kurz vor seinen Konkurrenten aus der Wand und belegte den siebten Rang. Damit schließt er eine erste, sehr gute Saisonhälfte mit Finalqualifikationen bei allen Bewerben, einem dritten Rang in Imst (AUT) und dem Sieg in Zürich als Zweiter der Gesamtwertung ab.

Schweizer Leistungen
Der Genfer Junior Anthony Sapey (Bardonnex) und sein St. Galler Elite-Kollege Martin Jaggi schafften in ihrem vierten Weltcup dieser Saison beide keine optimale Leistung. Sie verabschiedeten sich nach der Qualifikation vom Wettkampf. Für Anthony Sapey reichte es für den 35. Platz, Martin Jaggi musste sich mit Position 43 begnügen.
Nach ihrem 18. Platz beim Weltcup in Zürich und ihrer guten Kletterleistung bei der WM in München wollte Susanne Etter(Thalwil) in Chamonix unbedingt ins Halbfinale vordringen. Sie verpasste ihr Ziel um zwei Ränge und belegte den 31. Platz.

Aus österreichischer Sicht
Alles wartete darauf, dass die Siegesserie von Angela Eiter abreißt. Zwischenzeitlich hatte es auch den Anschein, als würde sich die Japanerin Koyabashi in die Siegerliste eintragen können, letzendlich bot dann aber doch die Österreicherin erneut die stärkste Leistung. Eiters Qualifikation war kein Problem, der Durchstieg zum Top gelang weiteren 25 Kletterinnen, darunter alle Österreicherinnen. Auch im Halbfinale schien ein Topdurchstieg für Angela Eiter gesichert, den letzten Griff erreichte sie aber nur mit Schwung. Nach einer Videokontrolle wurde Eiter als Dritte gewertet, weil sie vor dem Einhängen der letzten Schlinge die Außenkante der Wand mit dem Fuß berührt hatte, was den Schwung abbremste.
So musste Eiter im Finale auf eine schwere Route hoffen, um sich einen Vorteil gegen die starke Konkurrenz erklettern zu können. Dort schaffte Alexandra Eyer (SUI) den ersten Durchstieg zum Top, Angela Eiter folgte ihr. Wäre das auch Yuka Koyabashi gelungen, hätte sie die Siegesserie von Angela Eiter gebrochen. Die Japanerin sprang den letzten Griff an, konnte ihn aber nicht mehr halten. Koyabashi verpasste den Sieg denkbar knapp, schaffte als Dritte aber wie in München den Sprung auf das Podium.

Historisch
Damit ist Angela Eiter seit dem Weltcup in Kranj im November 2004 unbesiegt. Sie gewann in Summe sechs Weltcups, den Weltmeistertitel und die Staatsmeisterschaft. Es gibt in der Geschichte des Klettersports von den Ergebnissen her nur eine Dame, die noch besser war: Robyn Erbersfield (USA) brachte es auf sieben Weltcupsiege in Serie.

Fischhuber weiter stark
Bei den Herren zeigte Kilian Fischhuber mit dem neunten Rang eine überzeugende Leistung. Auch den Damen Katharina Saurwein (15.) und Barbara Bacher (16.) gaben eine gute Vorstellung.
Mit den Leadweltcup in Chamonix, der nach wie vor der bestbesuchte Bewerb ist, geht es in die Sommerpause. Die Kletterer werden einige Masters (Serre Chevalier, Friedrichshafen udn andere) bestreiten - und Angela Eiter wird Österreich bei den World Games in Duisburg vertreten, ehe es dann zum Rock Master geht, dass die Kletterelite am ersten Septemberwochenende an den Gardasee ziehen wird.

Russische Dominanz im Speed
In den Speedbewerben setzten sich vier Damen und sechs Herren aus Russland an die Spitze der Ranglisten. Die Siege gingen an Anna Saoulevitch und Alexandre Chaoulsky.

Die nächsten Bewerbe
- 29. bis 30. Juli: Internationaler Event Serre Chevalier, Frankreich
- 25. bis 28. August: Jugend- und Junioren-WM in Peking, China
- 03. bis 04. September: Rockmaster in Arco, Italien
- 10. September: C-Max Climbing Cup in Thun
- 17. bis 18. September: Difficulty-Weltcup in Marbella, Spanien

Ergebnisse
Eine vollständige Ergebnisliste für beide Disziplinen ist unter dem Text verlinkt.

Quellen
- Pressetext des SAC, Daniela Pfister
- Telefonat Erwin Marz (Betreuer DAV)
- Pressetext des OeAV, Helmut Knabl


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