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Dorfleitner/Glowacz

Routenverlauf

Stand am Titlis

Impressionen

Excaliburpfeiler
'Letzte Ausfahrt Titlis'
M2b Redaktion am 13.07.2004 - 11:45 Uhr
Stefan Glowacz zählt seit Jahren zu den besten Wettkampfkletterern Deutschlands. Seit einiger Zeit faszinieren den 39-Jährigen jedoch wieder mehr die Herausforderungen am natürlichen Fels. Stefan unternimmt deshalb oft ungewöhnliche Expeditionen zu den entlegendsten und schwierigsten Wänden der Erde. Zuletzt war er wieder gemeinsam mit Markus Dorfleitner unterwegs, der selbst bereits seit 20 Jahren klettert. Den beiden gelang etwas Erstaunliches.
Fakten zur Neutour an der Ostwand des Titlis
Glowacz und Dorfleitner richteten ihre Route zusammen mit Peter Anzenberger im Verlauf des Sommers 2003 ein - von unten ohne vorheriges Erkunden. Die 'Letzte Ausfahrt Titlis' nahmen die beiden Spitzenkletterer schließlich am 4. Juli 2004. Mit dieser Neutor gelang ihnen zugleich die erste Linie durch die Ostwand des Titlis. Der Schwierigkeitsvorschlag der beiden Garmisch-Partenkirchener: 8b. Die Erstbegehung hat insgesamt 13 Seillängen auf 500 Meter Wandhöhe, wobei sich die Schwierigkeiten wie folgt verteilen: 6c+, 5c, 6c+, 8b, 7b, 6c+, 6c, 7a, 7a, 7b, 7a, 6c, 6c. Für diese durchgehende Rotpunkt-Begehung benötigten Glowacz und Dorfleitner 9,5 Stunden.
Tipps vom Routensetzer für Wiederholer
Wiederholer brauchen für die 'Letzte Ausfahrt Titlis' lediglich zehn Express-Schlingen, obwohl die Route durchaus alpinen Charakter hat. "An manchen Stellen sollte man besser nicht stürzen. Die schwierigsten Stellen liegen zum Teil fünf Meter über dem letzten Haken", kommentiert Stefan Glowacz die neue Route.
Der lange Weg bis zum Ziel
Bevor Glowacz und Dorfleitner an der 'Letzten Ausfahrt Titlis' ankamen, mussten sie einige Umwege in Kauf nehmen. "Ursprünglich machte mich Bernd Kullmann im Sommer 2002 auf die noch unberührte Ostwand des Titlis aufmerksam. Ich war sofort beeindruckt: Die Wand ist kontinuierlich steil und ausgesetzt und doch entdeckten wir eine logische Linie", beschreibt Glowacz die Anfänge für die Neuroute. Dies ergab sich allerdings nicht sofort. Der verregnete Sommer erlaubte zunächst keine Aktivität am Fels. 2003 brach ihm dann beim Einbohren der letzten Seillänge ein Cliff aus. Glowacz stürzte auf ein Band und verletzte sich an der Hüfte. Bald danach reiste der Kletterprofi zunächst nach Patagonien - wo ihm zusammen mit Robert Jasper und Klaus Fengler die Erstbegehung der Route 'The Lost World' am Murallòn gelang - bevor er letztlich zusammen mit Dorfleitner vor gut einer Woche die Ostwand des Titlis bezwang.
Pläne für die Zukunft
Stefan Glowacz bereitet sich derzeit auf eine weitere Expedition nach Patagonien vor, wo er gemeinsam mit Robert Jasper eine weitere Neutor plant. "Wo und was, das ist allerdings noch geheim...", so der leidenschaftliche Kletterer.
Informationen für Routen-Wiederholer
Der Titlis (3020 Meter) erhebt sich mit einer steilen Südwand über dem Sustenpass in den Urner Alpen. Den Einstieg zur 'Letzten Ausfahrt Titlis' in der abgeschiedenen Ostwand erreicht man von Engelberg über das 'Grassenbiwak' (SAC, mit Decken, Holz, Kocher und Geschirr eingerichtete Biwakschachtel, Übernachtung 25 sFr). Der Abstieg erfolgt durch Abseilen über die Route.
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