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Weltcup 2005 in Zürich

Timo Preußler

Weltcup 2005 in Zürich

Flyer

Angela Eiter

Sieger Cédric Lachat an der Kante im Doppeldach

Flavio Crespi (ITA)

Muriel Sarkany (BEL)

Ramon Julian Puigblanque

Alexandra Eyer

Timo Preußler

Saurwein Katharina

Saurwein Katharina

Weltcup in Zürich 2005: Eiter Angela nicht zu stoppen, Preußler sensationell

M2b Redaktion am 26.06.2005 - 14:25 Uhr

Veliko Tarnovo, Puurs, Imst und ab sofort Zürich sind die vier Stationen einer außergewöhnlichen Siegesserie von Angela Eiter: Die Damen der Kletterwelt blicken vermutlich fast ratlos auf die Ergebnislisten des diesjährigen Kletterweltcups im "Lead". Eiter ließ sich auch im Gaswerk in Schlieren nicht die Butter vom Brot nehmen. Was für eine herausragende Saisonleistung! Das gilt auch für Cédric Lachat (SUI), der seinen ersten Weltcupsieg feierte.

Preußler sensationell
Nicht minder begeisternd ist aus deutscher Sicht der zweite Platz von Timo Preußler. Nach den Plätzen vier und fünf bei den Weltcups in Shenzen (CHI, November 2003) und Aviles (ESP, August 2003) und nach einer längeren Wettkampfpause schaffte Preußler in Zürich sein bestes Resultat in dieser Serie überhaupt. Weitermachen!
Auf Rang fünf bestätigte Christian Bindhammer seine gute Form und der Kemptener rundete einen erfolgreichen Wettkampftag für den deutschen Klettersport ab. Philipp Magin wurde 21., Jonas Baumann 35. Der Sieger des DSC-Bewerbes in Kempten, Andreas Bindhammer, musste sich mit Rang 43 begnügen. Vollständige Ergebnislisten sind unter dem Text verlinkt. Deutsche Damen waren aufgrund der WM-Vorbereitung nicht am Start.

Gelungene Generalprobe
Der erste Sportkletter-Weltcup in der Schweiz seit langer Zeit bot spektakulären Klettersport. Lokalmatadorin Alexandra Eyer verpasste das Podest denkbar knapp, 1500 Zuschauer an beiden Tagen feierten den Sieg des Jurassiers Cédric Lachat frenetisch. "Es war an der Zeit, dass ich einen Weltcup gewinne, nach all den Podestplätzen", jubilierte der überglückliche Sieger.
Seit der WM 2001 in Winterthur hatte kein internationaler Sportkletter-Wettkampf der Elite mehr in der Schweiz stattgefunden. Der letzte Weltcup in der Schweiz lag gar zwölf Jahre zurück. Was für ein Comeback!

Werbung für den Klettersport
"Es ist cool, endlich einmal in der Schweiz das Sportklettern auf dem höchsten Niveau zu präsentieren", freute sich die Zürcherin Alexandra Eyer, die regelmäßig im Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren trainiert.

Insgesamt acht Top-Begehungen im Halbfinale
Eyer und Lachat, die beiden stärksten Eidgenossen in der Vertikalen, hatten in ihren Halbfinals das Top erreicht. In der Herrenkonkurrenz war das nur noch dem zuletzt sehr starken Italiener Flavio Crespi gelungen. Bei den Damen kletterten mit Eiter (AUT), Vidmar (SLO), Saurwein (AUT), Sarkany (BEL) und Lavarda (ITA) fünf weitere Athletinnen bis zum höchsten Punkt der Route.

Heiß und nass
Die Griffe waren klein und mit feuchten Händen kaum zu halten. Die Hitze trieb den Aktiven den Schweiß aus den Poren, kein Meter wurde ihnen geschenkt. Unter diesen Umständen in den Finals 8b (Damen), beziehungsweise 8c+ (Herren) "on sight" zu klettern, ist kein Zuckerschlecken.

Schweres Damenfinale
Eine Kletterin nach der anderen scheiterte an der attraktiven, aber extrem schwierigen Route im Finale der Damen früh, weit unter dem Top. Als zweitletzte Starterin versuchte sich Alexandra Eyer an der Schlüsselstelle - trotz ohrenbetäubender Unterstützung des Heimpublikums scheiterte sie. Zuvor hatte Eyer die Menge mit einem "No-hand-rest" verzückt: Kopfüber klemmte sie sich mit den Beinen fest und schüttelte beide Arme aus. "Das hat Spaß gemacht", freute sie sich später. Nice one! Auch mit dem vierten Platz, ihrem besten Saisonresultat, war die Schweizerin zufrieden; zum Podium fehlte eine winzige Kleinigkeit.

Climbing Hall Queen
Nach der Zürcherin kletterte die überragende Athletin dieser Tage: Angela Eiter aus Österreich überwand auch die überaus selektive Schlüsselstelle mühelos. Sie habe nicht einmal bemerkt, dass es dort "besonders schwierig" war. Eiters Kraftreserven scheinen unerschöpflich. Immer wieder befreite sie sich aus heiklen Situationen, was ihr jeweils ein Lächeln entlockte. Den letzten Griff berührte sie, sie konnte sich aber nicht mehr festhalten und fiel ins Seil.
Die zweitplatzierten Maja Vidmar aus Slowenien und Teamkollegin Saurwein (AUT) wurden von der Österreicherin um satte 20 Griffe übertroffen...

Österreichs Damenteam wegweisend
Dass in Zürich mit Katharina Saurwein eine zweite Österreicherin auf das Podest stieg überrascht kaum: Auch bei der EM 2004 in Lecco hatte Saurwein Bronze geholt, der Titel war an die derzeit verletzte Mannschaftskollegin Bettina Schöpf gegangen.

Historischer Triumph Lachats
Vergleichbar verlief das Männerfinale, viele Athleten wurden früh Opfer der Schwerkraft. Überraschend ging Timo Preußler (Schwäbisch Gmünd) in Führung und er behielt diese Position bis zum letzten Starter der Veranstaltung: Halbfinalsieger Cédric Lachat. Der kletterte nicht so flüssig wie am Vormittag, was "an der Route" lag, "sie war nicht so auf Spektakel ausgelegt, wie die im Halbfinal", erklärte der Jurassier. Das Publikum schrie Lachat förmlich die Wand hinauf, bis zu jener, an ein riesiges Ohr erinnernden Struktur, an der Preußler ins Seil gefallen war. Lachat scheiterte ebenfalls, siegte aber dank seines besseren Halbfinalresultats.

Großer Favoritenkreis
Frühzeitig ausgeschieden waren unter anderem Ramón Puigblanque (ESP), Alexandre Chabot (FRA) und Patxi Usobiaga (ESP). Jürgen Reis (AUT) "flutschte" ganz schnell aus der Wand: "Das tut weh; die größte Pleite meiner Weltcuplaufbahn".

Zuversicht
Lachats Sieg war der erste Weltcupsieg eines Schweizers seit zehn Jahren. Den Jurassier kümmerte aber die Zukunft weit mehr als die Vergangenheit: "Eine Woche vor der WM erhöht das natürlich den Druck. Andererseits weiß ich jetzt, dass ich das Niveau habe, um ins Finale zu kommen und um den Sieg mitzuklettern". Nicht zuletzt dank Lachats Leistung holte sich die Schweizer Equipe den Teamsieg vor Österreich und Frankreich.

Fortsetzung folgt
Bis zum nächsten Weltcup in Schlieren wird nicht wieder ein Jahrzehnt vergehen: Der erfolgreichen Premiere folgen laut OK-Präsidentin Rachel Kernen in den nächsten Jahren Fortsetzungen.

Quellen
- Pressemitteilung Helmut Knabl (OeAV) vom 26. Juni 2005
- Pressemitteilung FAF AG vom 26. Juni 2005
- worldcup.pizmundial.ch


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