Adamekhütten-Berglauf auf die Gablonzerhütte - über das Wetterverständnis der Salzkammergütler
M2b Redaktion am 07.08.2006 - 21:00 Uhr
Woher das Wasser in den Seen, Bächen und Wasserfällen im Salzkammergut kommt, davon konnten sich am Sonntag, 06. August 2006, rund 40 wasserdichte Ausdauersportler in Gosau am Dachstein überzeugen. Bei strömendem Regen wurde dort erstmals seit neun Jahren wieder der Adamekhütten-Berglauf gestartet.
Erschwerte Bedingungen
Diese Premiere wurde gleich unter erschwerten Bedingungen abgehalten. Strömender Regen schon Tage vorher, Nebel, Wind und 20 Zentimeter Neuschnee auf der Adamekhütte am Fuße des Großen Gosaugletschers ließen die Veranstalter die Entscheidung zur Alternativroute treffen. Und die führte auf eine andere der vielen Hütten in Gosau, auf die Gablonzerhütte auf der Zwieselalm. Veranstalter Karl Posch zur Streckenänderung: "Das Risiko, die Athleten in den Schnee zu jagen, gehen wir nicht ein. Wir haben eine tolle Alternative, die perfekt auch bei solch nassen Bedingungen belaufen werden kann. Wir Salzkammergütler können mit Regentropfen umgehen – die füllen uns die Badeseen für die Sonnentage auf!"
Überraschender Rennverlauf
Der Rennverlauf war dann durchaus überraschend: Auf der ersten, flacheren Streckenhälfte waren Favorit Gerhard Wörndl (Thalgau, Team Red Bull) und Herausforderer Fred Mandl (Henndorf, Team Generali Gruppe) gleichauf. Beim steilen Anstieg zur Zwieselalm entlang der Felswände des Gosaukamms konnte sich Mandl jedoch absetzen. Und schließlich musste Wörndl auch noch einen weiteren Angreifer passieren lassen: Gerhard Höltschl (Altenmarkt) konnte den amtierenden Streckenrekordhalter überholen und das Rennen schließlich als Zweiter hinter Mandl beenden.
Bei den Damen gab es einen klaren Start-Ziel Sieg von Margit Egelseder (Kirchdorf) vor Gisela Pernkopf (Windischgarsten) und Liane Fleischer (Berlin).
Angenehme Gastfreundschaft
Von der Belegschaft der Gablonzerhütte bestens versorgt mit warmen Getränken und Decken ließen sich für die Athleten auch die recht frischen fünf Grad Celsius aushalten. Aber trotz aller Wetter-Unempfindlichkeit: Alle waren sich einig, dass der Regen aus dem Fester der Gaststube mit dem Kachelofen im Rücken interessanter ist, als draußen im Freien. Die Gastfreundlichkeit der Berghütten in Gosau ist an solchen Tagen besonders angenehm.
Gute Zusammenarbeit
Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit in der Region ist das Verhältnis der beiden Hüttenwirte von Gablonzerhütte und Adamekhütte zueinander. Die Berufskollegen auf unterschiedlichen Talseiten waren beide am Renntag bei den Athleten und halfen zusammen, den Rahmen für die Veranstaltung gelingen zu lassen. Keiner der beiden hatte ein Problem, einen seltsam anmutenden "Adamekhütten-Berglauf auf die Gablonzerhütte" seine Unterstützung zukommen zu lassen. Gerade am Berg ist das wetterbedingte Improvisieren scheinbar kein Problem.
Gebührende Abschlussfeier
Nach einer gemütlichen Klassenehrung auf der Hütte ging es mit der Gosaukamm-Seilbahn ins mit zwölf Grad vergleichsweise warme Gosautal und ins brechend volle Festzelt. Dort wurden auf der ORF-Bühne die Tagessieger gebührend gefeiert. Alfred Bruckschlögl von der Dachstein Tourismus AG brachte die positive Stimmung der Veranstaltung in seinen Grußworten auf den Punkt: "Wir haben hier eine der schönsten Regionen Österreichs. Und das ohne Öffnungszeiten, Einschränkungen oder Ausnahmen. Im Salzkammergut kann man sogar im Regen etwas erleben!"
Weitere Infos
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