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Tengboche

"Back to the Roots" - Neues vom Everest!

M2b Redaktion am 28.04.2008 - 16:00 Uhr

Stephan Keck ist seit dem 8. April auf seiner "Back to the roots" Expedition am Mount Everest. Dort möchte er ohne künstlichen Sauerstoff, ohne Träger und im Alleingang auf den höchsten Berg der Welt steigen. Eigentlich hatte Stephan Keck vor, alle Interessierten über sein Abenteuer auf dem Laufenden zu halten. Doch wegen dem China-Tibet-Konflikt verweigert das nepalesische Militär jegliche Berichterstattung. Kecks Laptop und Satphone wurden bereits unter Verschluss genommen. Dennoch schaffte es Keck, uns über den Stand seiner Expedition zu informieren. Die ersten Einträge in sein Tagebuch stammen von einer Begleiterin Kecks, die den Bergsteiger bis in das Basislager begeleitet hat. Dort hat Stephan Keck ihr einen Speicherstick mitgegeben, die Daten konnte sie aus Kathmandu übermitteln!

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Tagebuch Nepal Everest "Back to the roots"

12.04.08 Lukla – Tengboche
Da die Strecke heute nicht sehr weit ist, frühstücken wir erst um 8 Uhr. Im Anschluss geht es zum Samstagsmarkt in Namche – willkommen im alpinen Disneyland. Nicht nur am Markt, auch auf dem Weiterweg nach Tengboche zeichnet sich dasselbe Bild wie in allen - "da musst du einmal in deinem Leben gewesen sein" - Regionen ab. Unzählige Träger, Yak-Kolonen und dazwischen Trekker und Bergsteiger aus aller Herren Länder. Die Wege werden überall verbreitert und mit Steinen ausgepflastert, damit auch die Menschen, die normal nur auf Asphalt gehen können, eine Möglichkeit haben, diese Region zu erkunden. Wehe, wenn es nass wird oder wenn es gar Schnee gibt. Beim Lunch wurden wir von einem ambitionierten Trekker darauf hingewiesen, dass es weiter oben 10 cm Schnee gegeben hat und dass man dann die Steine nicht mehr sieht. So ist es ganz und gar nicht mehr möglich zu gehen. Solche Menschen sind in dieser Region aber sicher keine Ausnahme. Aber was soll’s, damit rechnet man ja, auch wenn man insgeheim immer hofft, dass es dann doch nicht so schlimm ist.
Landschaftlich ist es sehr schön. Die ersten Eisriesen kommen ins Blickfeld. Da das Wetter nicht besonders gut ist, kommen Ama Dablam und Thamserku zwar nur sehr selten zum Vorschein, aber man merkt wieder einmal schnell wie klein man als Mensch beim Anblick dieser Riesen ist. Vorbei an Stupas und durch Nadelwälder schlängelt sich der Weg auf einem nach Osten ausgerichteten Steilhang. Am Grund des V-Tales ist ein wilder Fluss zu erkennen.
Die Wegstrecken führen sehr oft durch kleine Orte, die zu Souvenir-, Lodge-, Cafe- und Lunchzentren umgewandelt wurden. Aufgrund der grandiosen Landschaft wird all der Rummel und Staub auf dem Weg ins Everest Basislager von den Leuten wohl akzeptiert. Man kann keine fünf Minuten gehen, ohne dass man auf andere Wanderer trifft. Gegen 14 Uhr erreichen wir Tengboche auf 3.850m. Dies ist ein kleiner Platz mit drei Lodges, einer Bäckerei, einem Internetcafe und dem großen Kloster, von dem der Ort seinen Namen hat. Da es schon wieder zu Regnen begonnen hat und alles mit Wolken verhangen ist, können wir von der Landschaft nicht wirklich viel erkennen. Nach einer halben Stunde Verhandlung mit unserem Begleiter von Thamserku schaffen wir es dann tatsächlich, dass wir ein Zimmer bekommen. Unsere Träger kommen wieder zwei Stunden nach uns an und das auch nur, weil Dawa retour gegangen ist und das Gepäck von einem übernommen hat. Gute Leute haben wir da zugeteilt bekommen. Was am Rande noch kurios ist - ich habe heute tatsächlich mein Air cargo eingeholt. Auf dem Weg durch Namche sehe ich zufällig eine meiner Tonnen zwischen Gerümpel in einer Hütte stehen. Ich versuche über Dawa einen schnellen Weitertransport zu veranlassen. Bin ja schon gespannt, was alles fehlt, wenn ich das Basislager erreiche. Was die Kommunikation betrifft, hat sich heute das normale Handy verabschiedet – kein Empfang mehr, das Satellitentelefon geht noch, zumindest zum telefonieren. Wir machen uns morgen auf den Weg nach Pheriche und hoffen auf besseres Wetter.

13.04.08 Tengboche_- Pheriche 4.270m
Heute beginnt der Tag strahlend, ohne eine Wolke am Himmel. Schon um 6 Uhr krieche ich aus meinem Schlafsack und beginne alles aufzuräumen. Noch vor dem Frühstück wird die Gelegenheit genutzt und wir machen zum ersten Mal Bilder von den Bergen und der Umgebung. Nach einem kurzen Frühstück geht es noch einmal kurz ins Kloster, um einige Aufnahmen vom Morgengebet der Mönche zu bekommen. Anschließend machen wir uns auf den Weg. Es ist hier natürlich so wie überall - alles was nicht fest angebunden ist, wird geklaut. So auch die Trekkingstöcke von Elise. Die heutige Tagesetappe ist nicht sehr anstrengend und wir erreichen schon um 11:30 Uhr unser nächstes Tagesziel - Pheriche auf 4.270m. Nach einem kurzen Mittagsessen geniessen wir einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Im Anschluss sitzen wir mit einem höhenkranken Koreaner im Speisesaal unserer Lodge. Während unseres Aufenthaltes treffen auch immer mehr andere Trekker ein. Ein holländischer Guide ist für ein von National Geographics ausgezeichnetes englisches Trekking-Unternehmen mit 16 Gästen unterwegs. Die Gruppe erreicht Höhen von bis zu 5.500m und hat sich in den letzten Tagen auf drei Lagerplätze aufgeteilt. Heute stand "sammeln" auf dem Programm – inzwischen waren es nur noch 13 Teilnehmer, der Rest musste ausgeflogen werden. Natürlich gibt es immer wieder viel zu schauen, wenn Gruppen in dieser Größenordnung auftauchen. Nach einem gemütlichen Abendessen ging es ab ins Schlafloch oder wie auch immer die von Thamserku angesteuerten Lodges benannt werden sollen.

14.04.08 Pheriche – Lobuche 4910m
Wie immer machen wir uns um 8 Uhr nach dem Frühstück auf den Weg zum nächsten Ziel. Das Wetter ist gut und wir können ein gewaltiges Panorama geniessen. Von Ama Dablam, Cholatse, Lobuche bis Nuptse zeigen sich alle Eisriesen von der besten Seite. Auf halbem Weg begegnen wir zwei Tirolern. Mit Hartl habe ich hier nicht gerechnet, unsere letzte gemeinsame Tour führte durch die Marmolata Südwand. Schön langsam macht sich die Höhe bemerkbar, d.h. das Gehtempo verlangsamt sich. Trotzdem erreichen wir schon wieder gegen 12 Uhr unsere nächste Lodge - der letzte Lagerplatz vor dem Everest Basislager. Wir verbringen den ganzen Nachmittag mit Tee trinken und essen. Es geht uns beiden gut und wir rechnen damit, morgen das Basislager zu erreichen. Für Elise folgt eine sehr ungemütliche Nacht – starke Kopfschmerzen und Übelkeit. Bei mir ist alles in Ordnung.

15.04.08 Lobuche – Everest Basecamp 5.364m
Beim Frühstück sieht es mit Elise nicht so gut aus. Sie leidet immer noch Kopfschmerzen und Übelkeit. Unser Aufstiegstempo war sicher zu schnell und bis in eine Höhe von 4.500m hat es der Organismus von Elise auch sehr gut mitgemacht. Die letzte Stufe auf fast 5.000m war nun wahrscheinlich doch etwas zu viel. Wir beraten beim Frühstück über das weitere Vorgehen. Da wir sowieso für Elise einen extra Guide für den Retourweg dabei haben, ist es logistisch kein Problem wenn wir uns trennen. Elise hat auch kein Problem damit und so beschließen wir, dass es für sie sicher am besten ist, einen Ruhetag zu machen, bzw. besteht von diesem Lagerplatz aus auch noch eine Möglichkeit, zurück nach Pheriche abzusteigen, falls sich ihr Zustand nicht bessern sollte. In Periche gibt es Satellitentelefone und einen fix stationierten amerikanischen Arzt. Ich mache mich also alleine mit einem Träger ins Basislager auf und Elise kommt mit Dawa, unserem Nepali Guide, nach. Wieder sind Unmengen an Trägern, Yaks und Trekkern auf dem Weg. Nach einerStunde erreiche ich Gorak Shep, die letzte Lodge vor dem Basislager. Eine weitere Stunde und ich erreiche die Zeltstadt - das Basislager, in dem sich zur Zeit 42 Expeditionen aufhalten. Ich muss mich sehr zusammenreißen und mir nur die positiven Dinge ins Gedächtnis rufen. Denn wenn ich so etwas sehe, gehen mir fast die Lichter aus. Sicher, niemand sagt, dass ich hierher muss – aber das, was hier geboten wird, liegt jenseits meines Vorstellungsvermögens. Ich kann die Thamserku Zelte sehr schnell finden. Purna ist gerade in einem Meeting mit Polizei und Militär. In der Zwischenzeit kann ich den Lagerplatz für mein Zwei-Mann-Zelt herrichten. Dabei lerne ich meine unmittelbaren Nachbarn, ein Zweier Team aus der Schweiz kennen - Norbert Joos, der auf dem Weg zum 14. Achttausender ist (den 2. Namen habe ich leider noch nicht behalten – so wie üblich kann ich Zahlen und Namen nur sehr schlecht aufnehmen). Als Purna vom Meeting retour kommt, informiert er mich als erstes über die neuesten Scherze der Chinesen und der gekauften Nepale. Alle Expeditionen müssen ihre Walkie-Talkies, Videokameras, Satellitentelefone und sonstigen Kommunikationsgeräte beim im Basislager stationierten Militär abgeben. Das lässt mich im Moment ziemlich kalt. Wir beginnen mit dem Aufbau des großen Materialzeltes und müssen dazu zwei Stunden Eis pickeln und Steine schaufeln. Beim Einräumen des Zeltes und beim Ausräumen der Seesäcke muss ich feststellen, dass ausgerechnet die Fischdosen geplatzt sind. Das wäre ja weiter nicht schlimm. Aber das erste Mal seit ich auf Expeditionen unterwegs bin, habe ich mir den Luxus geleistet und ein Federkissen von zu Hause mitzunehmen – um das Schlaffeeling im BC zu verfeinern. Genau dieses Kissen war in der Fischdrum – super oder? Im Anschluss richte ich mein kleines Zelt noch mit Elektronik und Solar von Siko ein und bringe meine Kleider irgendwie unter. Es folgt noch ein Abendessen bei meinen Nachbarn, die mich netterweise eingeladen haben und eine kalte Nacht im BC.

16.04.08 Everest BC 5.364m
Heute beginnt der Tag gemütlich. Erst als um acht Uhr die Sonne kommt, beginne ich mich im Zelt zu bewegen. Zuerst habe ich geglaubt, alles im Zelt ist gefroren oder es hat hereingeschneit. Beim weiteren öffnen meiner Augen musste ich feststellen, dass Frau Holle im wahrsten Sinne des Wortes zugeschlagen hat. Der vier Wochen alte, eigentlich nagelneue Schlafsack hat sich an einer Stelle zum Auflösen entschlossen. Überall waren Federn – in meinen Haaren, in der Kleidung, im und rundum den Schlafsack, im Solarzubehör, im Waschsack, einfach überall. Dass die Schlafsäcke gerne Federn lassen ist ja alt bekannt, aber das war ein ganz neues Erlebnis. Somit ist der halbe Tag schon wieder verbraucht mit Zeltreinigung und Schlafsack flicken. Im Anschluss genieße ich die letzten Sonnenstrahlen und gönne mir eine Dusche. Am Nachmittag hat es wieder zugezogen und ich mache einen Lagerrundgang. Drei Stunden kann man locker unterwegs sein, dann hat man noch nicht alles gesehen. Aber für meinen Geschmack viel genug. Mannschaftszelte, ausgelegt mit Teppich und Regalen, Gasöfen, Stromaggregate, voll ausgestattete Küchen mit Ofen und Backrohr, Riesensolaranlagen, Waschraumzelte mit Heizung, Mediazelte mit Kino und discoartigem Sound und dazwischen hunderte Bergsteiger und Tagestouristen sowie Personal, Träger, Yaks und natürlich nicht zu vergessen, die wichtigsten hier im Lager - Polizei, Militär und Liaison Officer – aus aktuellem Anlass wurden gleich Dutzende von Hochträgern zum Officer rekrutiert. Bei meinem Gang durchs Lager kann ich auch Gianni, einen Schweizer Bergsteiger, der mit mir am Nanga Parbat unterwegs war, treffen. Auch er ist dieses Mal in einem Team mit beheiztem BC Mannschaftszelt und Filmteam. Auch Österreicher sind anzutreffen, zumindest deren Zelte und in unmittelbarer Umgebung rund 50 Sauerstoffflaschen. Sauerstoff, Dieselaggregat und Heizung im BC ist des modernen Höhenbergsteigers bester Freund. Trotzdem bin ich mit meinen "Back to the Roots", alleine usw. bei weitem kein Exot hier am Showdown der Helden und Experten. Es gibt auch einen 78-jährigen hier, der als Rekordältester den Gipfel mit vier Climbing Sherpeas, vier zusätzlichen Trägern und Sauerstoff erreichen will. Dann trifft man auf Menschen, die behaupten, der Everest wäre nur ein Spaziergang, selber waren sie aber noch nie auf einem 6.000er – aber der gute alte Everest geht sicher leicht her. Im Grossen und Ganzen muss ich meine Befürchtungen bestätigen – es ist hier alles andere als schön. Nach meinem Rundgang kann ich noch mit Elise telefonieren. Ihr geht es soweit gut und sie wird morgen ins BC kommen. Es folgt ein kalter, aber gemütlicher Abend. Ohne Scherz - das monotone Summen der zahlreichen Stromaggregate, das lautstarke Vorfeiern einiger Teams..... in der Natur ist es doch am Schönsten!

17.04.08 Everest BC 5364m
So wie man einschläft, wacht man auch auf. Ein ständiger Lärmpegel, wie neben einer Autobahn, weckt einem sanft. Ansonsten gibt es heute Morgen keine Überraschungen. Die Solaranlage, auch wenn es nur eine Mini-Ausführung ist, funktioniert problemlos, Satellitentelefon und Laptop sind geladen. Nach einem kurzen Frühstück geht es retour ins Zelt zum Lesen. Purna hat etwas Fieber, aber er sagt, das wird schon wieder. Meine Nachbarn
mussten schon gestern das Satphone abgeben. Wahrscheinlich haben die mich als Mini-Expedition vergessen. Aber des Rätsels Lösung lässt nicht Lange auf sich warten. Nicht nur Nepal als Staat lässt sich von China um Ca. 51 Mio US Dollar kaufen. Was man mit einem Staat kann, muss doch mit einem Unternehmen wie Thuraya ein Kinderspiel sein. So ist es auch. Hatte ich am Morgen noch Thuraya Nepal, so ist es nun am selben Ort Thuraya China. Lustig, was ein Staat der Menschenrechte missachtet, Massenhinrichtungen vollzieht, gleich viel Menschen wie Europa und Amerika gemeinsam im Land hat, die am Tag nicht mehr als 2 US Doller verdienen sich alles leisten kann. Und so ein Staat bekommt auch noch das Recht, Olympische Spiele durchzuführen. Ca. 1000 Chinesen werden gerade auf der Nordseite des Everest verfuttert, um eine Route für das Olympische Feuer zu errichten. Es würde mich nicht wundern, wenn Tibetaner Zwangsarbeit verrichten müssen, um dieses hirnrissige Ziel zu erreichen. Aber nun genug Politik, scheinbar gibt es die Möglichkeit, wenn man schön artig ist und sein Equipment abgibt, dass man weiterhin unter Aufsicht das ein oder andere Telefonat machen kann. Ich kann das vielleicht nicht mehr so lange, wenn dieser Bericht online ist. Wir werden sehen. Elise ist inzwischen auch im BC angekommen und der Tag neigt sich dem Ende zu. Es folgt eine weiter stille Nacht im BC.

18.04.08 Everest BC 5.364m
Der Tag heute beginnt wieder gemütlich. Ich bleibe immer im Zelt bis die Sonne aufgeht. Am Anfang kam sie erst gegen 8:30 h, inzwischen ist sie schon um 7:30 h da. Nach einem Frühstück mache ich mich mit Elise auf den Weg, das BC zu besichtigen und den für mich zuständigen Officer zu finden. Ganz am Ende des BC finden wir ihn dann nach einer halbstündigen Wanderung. Ich werde noch einmal belehrt bezüglich der Sonderregelungen, die in dieser Saison gelten – d.h. Satellitentelefon abgeben, Videokamera abgeben (obwohl ich dafür ein Sonderpermit bezahlt habe), Walkie-Talkies abgeben und bis das Feuer am Gipfel war, darf niemand über Lager II. Nach diesem Besuch mache ich mich am Nachmittag mit Noppi und Röbi auf den Weg, Kari Kobler und sein Team zu besuchen. In seiner Gruppe sind auch einige meiner Kollegen – Gianni geht Everest ohne Sauerstoff, Christian Eider will mit Kari auf den Lotse und Markus, ein weiterer Tiroler aus Kitzbühel, will auch zum Everest. Die meisten Leute aus dem Team sind bereits auf dem Weg ins Lager 1. Ein Amerikaner soll noch heute ausgeflogen werden, wegen starker Zahnschmerzen und einer Überdosis Schmerztabletten. Während wir im Mannschaftszelt bei Kari sitzen kommt eine Funkmeldung von oben. Markus wurde von einer Eisscholle, die durch eine Amerikanerin ausgelöst worden war, getroffen und an Rippen und Knie verletzt. Es sieht so aus, als ob er eine Rippe gebrochen hat und auch er soll nun ausgeflogen werden. So nahe liegt Erfolg und Pech auf so einem Berg beisammen. Da es schon später Nachmittag ist, wird der Heli auf morgen früh verschoben. Wir können auch erfahren, dass obwohl noch nicht sehr viele Leute am Berg unterwegs sind, bereits jetzt bei den Leitern im Kumbu Eisbruch Staus bis zu einer halben Stunde entstehen. Am Abend werden wir von Noppi zum Fondue essen eingeladen. Es ist sehr gut und ausgesprochen gemütlich.

19.04.08 Everest BC 5364m
Heute wird sich Elise wieder auf den Rückweg machen. Da das Wetter sehr gut ist und wir heute oder morgen Vollmond haben, werde ich mich am Nachmittag auf den Weg zum Kalla Patthar machen, um da einige gute Fotos bei Abendstimmung zu kriegen. Elise nimmt nun die Aufzeichnungen und einige Bilder der letzten Tage mit retour nach Kathmandu, so ist es möglich, weiter etwas Aktuelles zu berichten. Im BC ist es im Moment etwas kompliziert, Berichte zu senden. Aber ich werde mein Bestes geben, um euch auf dem Laufenden zu halten. Morgen Sonntag haben wir die Zeremonie und am Montag werde ich voraussichtlich das erste Mal zum Lager 1 aufsteigen. Ich möchte ein mal übernachten und dann am 22.April wieder ins BC absteigen. Nach einem Ruhetag ist ein weiterer Aufstieg zuerst zum Lager 1 mit Materialtransport und dann ins Lager 2 zum Schlafen und Akklimatisieren geplant.

Dies ist nun eine kurze Vorschau und ich hoffe, dass ich bald wieder aktuelles Material senden kann.

Schöne Grüsse aus dem BC - Stephan

Weitere News:
Am 25.April sind weitere Neuigkeiten von Stephan eingetroffen. Er hat inzwischen Camp I erreicht und eingerichtet. Im Camp I stehen bereits ca. 120 Zelte und im Camp II sollen auch schon an die 80 Zelte sein. Obwohl es am Berg immer wieder Kontrollen, können die Bergsteiger wohl recht gut und ungestört gehen, d.h. solange man sich an die Regeln hält: nicht filmen, nicht telefonieren und keine Free Tibet Bezeugungen). Aufgrund der fehlenden Kommunikation sind die Expeditionen überhaupt nicht informiert, wie es auf der chinesischen Seite aussieht und wie weit das Olympische Feuer bereits ist. Die Tatsache, dass ein spezielles Sherpa-Team bereits dabei ist, den Weg zwischen Camp II und III herzurichten, lässt die Bergsteiger hoffen. Stephan macht sich in Kürze auf zum Camp II.

Inspektion im Basislager
Gestern sind zwei Hubschrauber im Basislager gelandet. Aus einem stiegen vier ranghohe Chinesen aus und aus dem zweitem ein Vertreter des Ministerium für Tourismus sowie ebenfalls ein hohes Tier vom Militär, beides Nepali. Die Herren marschierten durch die Zeltstadt, sahen sich überall ein bißchen um und nach einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei und die Hubschrauber starteten wieder. Keiner wusste richtig Bescheid, was das Ganze sollte. Für die Bergsteiger jedenfalls sah es so aus, als ob die Chinesen kurz mal prüfen wollten, ob die Nepali die vorgegebenen Regeln wirklich an die Touristen weitergeben und auch strikte auf die Einhaltung achten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Quelle:
Office stephan keck



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