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Das Summit Expeditionsteam

Pumori Südseite mit Südwestgrat

Pumori Basislager, 5.310 Meter

Das ABC auf 5.650 Metern

Der traumhaft exponierte Südwestgrat

Die Rettungsaktion des verletzten Climbing Sherpas

Luis Stitzinger beim Installieren von Fixseilen

Teilnehmerin Alix von Melle beim Lastentransport

Teilnehmer Eberhard Tenbusch hoch am Grat unterwegs

Einmaliger Blick auf die hohen Nachbarn, Everest, Lhotse und Nuptse

DAV Summit Club Expedition 2005: Pumo Ri Südwestgrat

M2b Redaktion am 05.12.2005 - 10:34 Uhr

Ende September 2005 macht sich die elfköpfige DAV Summit Club Expedition – zwei Frauen und neun Männer – unter der Leitung des Expeditionsleiters Luis Stitzinger auf den Weg nach Nepal zum 7.145 Meter hohen Pumo Ri. Sie wollen diesen formschönen Berg über den exponierten und selten begangenen Südwestgrat besteigen. In der Sherpa-Sprache bedeutet "Pumo" Mädchen, "Ri" Berg.

Erreichen des Basislagers
Ein landschaftlich wunderschönes Trekking führt durch den Sagarmatha Nationalpark von Lukla über Namche Bazar, vorbei am Kloster Tengboche, weiter über Pheriche und Lobuche bis zum Basislager nahe der letzten Siedlung Gorak Shep. Eingeschmiegt zwischen Felsblöcken stehen die Zelte am Strand eines kleinen Sees auf 5.310 Metern Höhe, mit Ausblick auf den Pumo Ri und die großen Nachbarn Nuptse, Lhotse und Everest - ein Plätzchen, wie man es sich schöner auf dieser Welt kaum vorstellen kann.

Die Summit Expedition ist in diesem Herbst erwartungsgemäß die einzige Expedition auf der Südwestgratroute; später reisen noch Briten und Italiener an, die die Normalroute in der Südostflanke zum Ziel haben. Der Pumo Ri war allerdings noch nie ein überlaufener Berg, schon gar nicht auf der Südwestgratroute. Ganz im Gegensatz zum Südwestgrat der Ama Dablam – mit dem die Unternehmung vom Niveau her vergleichbar ist – auf dem sich im Oktober circa 30 Expeditionen tummeln.

Aufbau der Lagerkette und Versicherung der Route
Bald schon ist auf 5.650 Metern das ABC errichtet, das über Moränenschotter und eine Geröllrinne erreicht wird. Von hier gelangt man über eine steile, stark gerippte, vierhundert Meter hohe Schneeflanke zum Lager 1 in 6.180 Metern Höhe. In mühsamer Arbeit werden auf dem messerscharfen Grat Plattformen für zwei kleine Zelte geschaffen. Eine Schneehöhle bietet nochmals Schlafplatz für weitere drei Personen. Dieses "Zimmer mit Ausblick" führt tatsächlich eine atemberaubende Kulisse vor: Nicht nur Nuptse, Lhotse und Everest präsentieren sich majestätisch in nächster Nähe, auch Ama Dablam, Kang Taiga und Thamserku sind wunderschön zu sehen.

Schwerer Absturz eines Climbing Sherpas
Seit Tagen herrscht bestes Wetter mit strahlend blauem Himmel, alles läuft perfekt - bis ein Climbing Sherpa oberhalb von Lager 1 durch einen Fixseil-Riss 500 Höhenmeter über die Steilflanke abstürzt und wie durch ein Wunder lebend auf einer Gletscherterrasse liegen bleibt, nur wenige Meter von tiefen Spalten entfernt. Beim Abseilen hatte er sich irrtümlich in ein altes Fixseil eingeklinkt. In einer zweitägigen Rettungsaktion transportiert ihn das Expeditionsteam und die nepalische Begleitmannschaft bis zum Basislager. Dort kann der angeforderte Hubschrauber trotz einiger Schwierigkeiten landen und den verletzten Sherpa an Bord nehmen. Wenige Stunden später liegt er im Krankenhaus in Kathmandu.

Nachdem feststeht, dass die Operationen gut verlaufen sind, er mit "einem blauen Auge" davonkommen und seinen Beruf weiter ausüben können wird, beschließen Expeditionsleiter und Teilnehmer, die Expedition fortzusetzen. Sie rechnen sich noch eine Chance aus, den Gipfel erreichen zu können, auch wenn die Zeit knapp ist.

Erreichen des 2. Hochlagers und Gipfelversuch
Über einen ausgesetzten Firngrat erreicht man vom Lager 1 zwei Felstürme, die an ihrer Basis umgangen werden. Über ein steiles Couloir wird die Gratschneide wieder gewonnen und ein nicht enden wollender, sehr exponierter Schneegrat führt weiter zum 2. Hochlager auf 6.630 Meter hinauf. Über zwei Tage hinweg wird diese technisch anspruchsvolle Passage vom Expeditionsleiter und den zwei verbleibenden Climbing Sherpas im Eiltempo mit Fixseilen versichert. In einem "überdachten" Bergschrund geschützt, finden auf Lager 2 vier Zelte Platz, dort gleichen die Temperaturen denen einer Tiefkühltruhe. In guter Hoffnung, am nächsten Tag den Gipfel zu erreichen, kriechen alle abends in ihre warmen Schlafsäcke.

Umkehr auf 6.850 Metern
Aber es sollte anders kommen: Nach Ende der technischen Schwierigkeiten in einer Höhe von circa 6.850 Metern zwingen am nächsten Tag starke Höhenwinde zur Umkehr. Nachdem die Windgeschwindigkeiten auf den Lager 2 folgenden Gratabschnitt ständig zugenommen hatten, erreichen alle zerzaust und ausgekühlt den breiter werdenden Gipfelrücken. Einmütig - jedoch auch schwermütig - wird entschieden umzukehren, da das Erfrierungsrisiko und die Unfallgefahr auf dem abermals sehr windexponierten Gipfelrücken einfach zu groß sind. Die Rettungsaktion des Climbing Sherpa hat nicht nur viel Kraft, sondern auch Zeit gekostet, so dass kein zweiter Gipfelversuch mehr unternommen werden kann. Der Abbau der Lagerkette und der Fixseilversicherungen geschieht in größter Eile innerhalb von zwei Tagen. Tags darauf warten bereits die Yaks für den Abmarsch aus dem Basislager.

Der Weg ist das Ziel
Natürlich ist es immer am schönsten, "mit Gipfel nach Hause zu kommen", aber kein Gipfelerfolg kann auch nur annähernd das Glücksgefühl bewirken, das ein gerettetes Menscheleben erweckt. Es bleiben bei allen Teilnehmern der Expedition auch ohne Gipfel viele eindrucksvolle Erinnerungen an eine spektakuläre Route und eine gemeinsam verbrachte, erlebnisreiche Zeit lebendig.

Die Expedition wurde unterstützt von THE NORTH FACE.

Ausblick 2006
Auch 2006 wird diese spannende Route unter Leitung des Allgäuer Extrembergsteigers und Profibergführers Matthias Robl wieder beim DAV Summit Club angeboten, nähere Infos erhalten Sie unter www.dav-summit-club.de.

Weitere Infos
Ein Expeditionsbericht aus Sicht von Alix von Melle sowie eine Bildergalerie zur Pumo Ri Expedition 2005 sind unter dem Text verlinkt.

Quelle
Bilder: v. Melle, Müller, Stitzinger
Text: Stitzinger

Kontakt
Luis Stitzinger
Product Manager
Abteilung Ausland

DAV Summit Club
Am Perlacher Forst 186
81545 München
Tel: +49 89 642 40 111
Fax: +49 89 642 40 100
Mail:


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