Die "Seven Summits" - für viele Bergsteiger hat dieser Begriff einen ganz besonderen Reiz. So auch für den Weilheimer Dr. Karl Wolfgang Flock, der sich durch das Besteigen der sieben höchsten Gipfel auf den sieben Kontinenten seinen Lebenstraum erfüllen will. Am 13. Mai brach der Extrembergsteiger zum letzten der sieben Giganten, den Mount McKinley in Nordamerika, auf. Sollte er es schaffen, diesen Berg zu bezwingen, ist er erst der dritte Deutsche auf den "S7".
Kilimanjaro: Der Auslöser
Es war nicht von Anfang an der Wunsch von Flock, die sieben höchsten Gipfel der Welt zu bereisen. Angefangen hat alles mit der Besteigung des Kilimanjaros 1995. Als er dann 2002 einer Expedition angehörte, die den Mount Vinson bestieg, packte ihn der Reiz der "Seven Summits". Denn nach dem Vinson konnte er schon zwei Berge von der Liste streichen. Als er dann im Dezember 2004 auf dem Gipfel des Aconcaguas in Südamerika stand und den zweithöchsten Berg der "S7" für sich verbuchen konnte, war ihm klar, dass das nicht das Ende sein sollte. Und so beschloss er, auch die anderen Berge zu wagen.
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Ozeanien und Europa
Ein Jahr nach seinem Südamerika-Trip gelang es dem Mediziner, die höchsten Berge von Europa und Ozeanien zu besteigen. Der 5642 Meter hohe Elbrus im Kaukasus (Europa) bereitete Flock kaum Probleme, auch wenn der Berg nach seiner Aussage keinesfalls zu unterschätzen ist. In Ozeanien bestieg der Weilheimer dann die Carstensz-Pyramide. Dieser Berg ist nicht nur wegen seiner schlechten Wetterlage so schwer zu bewältigen. Der Berg in Indonesien ist extrem schlecht zu erreichen. Er und sein Team benötigten 14 Flüge, um überhaupt an den Fuß des Berges zu kommen. Die Expedition gelang mit Hilfe von Dr. Wilhelm Fischer (GER), Walter Laserer (AUT), Dr. Markus Büel (SUI) und Wolfgang Thomaseth (ITA).
Mount Everest: Berg der Berge
Um sein Album der Seven Summits voll zu bekommen, musste Flock sich noch mit dem Berg der Berge messen und zeigen, ob er der Herausforderung gewachsen ist. Im Interview sagt er: "Der Everest ist der fordernste Berg überhaupt, aber dieses Erlebnis, auf dem Dach der Welt zu stehen und es geschafft zu haben, das ist einfach phänomenal."
Mount McKinley: Der größte Eiszapfen der Welt
2007 ging es für Flock dann zum ersten Mal zum letzten der "sieben Gipfel". Doch der kälteste Berg der Erde forderte alles von dem Facharzt und seinem Team. Wegen schlechter Wetterbedingungen, Eis, Kälte und Stürmen, mussten sie ihre Expedition frühzeitig abbrechen und konnten den Gipfel nicht mehr erreichen. Hatte sich der Wunsch, die sieben höchsten Berge der Welt zu besteigen, damit ausgeträumt? Nein! Nicht für den begeisterten Expeditionisten. Sein Erfolgsdrang war zu groß! Und so beschloss er, es im Mai 2008 noch einmal zu probieren.
Der zweite Versuch - aktuelle News vom Mount McKinley 21. Mai 2008: Zwei arbeitsreiche Tage liegen hinter dem Team um Dr. Karl Wolfgang Flock! Mit Skiern brachen sie zum Medical Camp auf, welches sie im vergangenen Jahr gar nicht erst erreicht hatten. Nach einer wunderschönen Abfahrt ins Tal zurück mussten die Expeditionisten noch das restliche Hauptgepäck die steile Passage bis zum Camp hinauf tragen. Doch erst einmal oben angekommen, begann die Arbeit erst richtig. In mühsamer Arbeit errichteten sie zum Schutz ihrer Ausrüstung eine große Burg aus Eisblöcken.
Das Problem der Expeditionisten: die extremem Temperaturen! Tagsüber ist auf dem Mount McKinley, bei minus fünf bis minus zehn Grad, zwar herrliches Wetter. Aber in der Nacht fällt die Temperatur auf minus 25° Celsius, was das Akklimatisieren nicht gerade leichter macht. Doch bevor das Team Gefahr läuft, an der Höhenkrankheit zu erkranken, bleiben sie noch für drei oder vier Tage im Medical Camp. In dieser Zeit können sich die Bergsteiger aktuelle Wetterinformationen einholen, um zu sehen, wie es auf dem Gipfel der eiskalten Riesen aussieht.
Immer aktiv 23. Mai 2008: Das Team befindet sich immer noch im Medical Camp, um sich zu akklimatisieren. Doch sie sind aktiv und sitzen nicht nur herum. Die Extrembergsteiger steigen auf einer Trainingtour etwa 5000 Fuß hoch. Für die nächsten drei Tage ist starker Wind und Sturm bis zu 100 Stundenkilometern vorhergesagt. Ein Aufstieg nicht möglich! Doch sollte sich das Wetter in den nächsten Tagen bessern, werden die Männer mit einem Zelt nach oben gehen um dort eine Nacht im Hochlager zu verbringen und dann den Gipfel zu stürmen.
Verbindung abgebrochen 25. Mai 2008: Wegen eines Schneesturms hatte die Mannschaft zwei Tage keine Verbindung zur Außenwelt, doch nun hat sich das Wetter wieder gebessert. In der Zeit des Sturms haben sich die Team-Mitglieder nur noch in ihre Zelte zurückgezogen und gewartet. Doch weiter oben tobt der Sturm immer noch sehr stark, so dass das Aufsteigen nicht möglich ist. Sollte sich das Wetter weiter bessern, haben sie vor, sich Morgen früh ihr Zelt zu schnappen und ins Hochlager aufzusteigen.
Der Gipfel ist zum Greifen nah 27. Mai 2008: Die Mannschaft befindet sich im Hochlager auf 5.300 Metern. Beim Aufstieg hatten sie Windgeschwindigkeiten bis 80 Stundenkilometern, bei den normalerweise gar nicht mehr geklettert werden kann. Dennoch war der Wettergott ihnen sehr gnädig. Es war zwar sehr windig, aber es ging besser, als vorhergesagt wurde. Sie sind an der Headwall hoch geklettert und dann weiter über ein gemischtes Gelände aus Fels und Eis bis zum Hochlager. Das Team hat nun die gleiche Arbeit wie zuvor in Medical Camp. Sie hoffen nun das der Sturm nicht mehr aufkommt. Sollte es am 28. Mai möglich sein, den Gipfel zu besteigen, werden die Männer dieses versuchen. Sie werden die klassische West-Buttress-Route nehmen, um bis auf den Gipfel vor zu stoßen. Oben hat das Team mit Temperaturen um -35° Celsius zu kämpfen. Der Weg in die Geschichtsbücher des Bergsports wird kein leichter werden...