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Entführung bei Bergtour auf "biblischen Berg"

M2b Redaktion am 10.07.2008 - 10:16 Uhr

Vor drei Tagen brach die Expedition mit 13 Mitgliedern aus Süddeutschland auf. Die Mitglieder des Deutschen Alpenvereins aus den Städten Abendsberg, Ingolstadt und Regensburg waren unter der Führung eines lizenzierten türkischen Bergführers unterwegs. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sei das Basislager der Expedition auf 3.200 Meter Höhe von fünf PKK-Rebellen überrascht worden. Nachdem die Kämpfer allen Teilnehmern ihre Handys abgenommen hatten, nahmen sie drei von ihnen mit.

Restliche Wanderer in Sicherheit
Der Gouverneur der Provinz Agri im äußersten Osten der Türkei Mehmet Cetin, der die Information über die Entführung veröffentlicht hatte, bemüht sich inzwischen intensiv um die Freilassung der Deutschen. Die übrigen zehn Mitglieder stehen momentan unter Schutz der türkischen Staatsanwaltschaft in Dogubayazit. Auch das Auswärtige Amt, das die Entführung zunächst nicht bestätigen wollte, hat sich mittlerweile eingeschaltet und kooperiert eng mit den zuständigen Behörden in der Türkei. Darüber hinaus hat der Deutsche Alpenverein heute auf seiner Homepage angekündigt ein Kriseninterventionsteam in die Türkei zu schicken und sich im Kelheimer Raum um die Angehörigen der Vermissten zu kümmern.

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Bewegte Geschichte des Ararat
Der 5.165 Meter hohe Berg im kurdischen Gebiet der Türkei gilt der Legende nach als der Berg, an dem Noahs Arche nach der Sintflut wieder an Land gelaufen ist. In den 1990er Jahren wüteten in dieser Region Kämpfe zwischen der türkischen Armee und Unabhängigkeitskämpfern der PKK, was den Tourismus und Bergsport fast zum Erliegen brachte. Zahlreiche Entführungen Ausländischer waren in diesen Jahren an der Tagesordnung, die jedoch allesamt schadlos überstanden wurden, da die PKK die Opfer wieder freiließ.

Seit 2001 wieder für Bergtouren freigegeben
Vor sieben Jahren schätzte die türkische Verwaltung die Lage um den Berg nicht mehr als allzu gefährlich ein und gestattete ein Besuchsrecht mit voriger Anmeldung und Genehmigung bei den Behörden. Dass die Partei, die seit 2004 von der EU als terroristische Organisation eingestuft wird, nun wieder zur Entführungspraxis zurückgekehrt ist, liegt vermutlich an einer Vergeltungsaktion gegen die deutsche Regierung, die den kurdischen Fernsehsender Roj TV verboten hatte.

Jüngste Entwicklungen sorgen für Hoffnung
Nach neuesten Berichten scheint die Entführung aber nicht lange zu dauern. Die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtete heute Morgen die Entführer hätten angekündigt die Bergsteiger im Alter von 33, 47 und 65 innerhalb weniger Tage wieder freizusetzen. Im Laufe des Tages werde es dazu eine öffentliche Äußerung aus dem Hauptquartier der PKK geben.


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