Expedition Eiswüste: 1.000 Kilometer durch Mauretanien und Grönland
M2b Redaktion am 01.08.2007 - 13:00 Uhr
Nach der "Grönland Transversale 2006" hat der Fotograf und Profi-Abenteurer Martin Hülle das nächste große Projekt anvisiert: Die "Expedition Eiswüste 2008" wird ihn und Expeditionspartner Hieronymus Jerome Blösser auf 1.000 Kilometern durch die Wüste Mauretaniens und das ewige Eis Grönlands führen.
Hitze und Kälte
Akuter Klimawandel
Zwei Extreme werden in diesem außergewöhnlichen Abenteuer vereint: Die glühende Hitze der Sahara konkurriert mit der klirrenden Kälte Grönlands. Beide Regionen sind heute dem akuten Klimawandel besonders ausgesetzt: Das Schwinden des Eises und die Ausdehnung der Wüste beeinträchtigen längst das Leben der dort ansässigen Menschen und Tiere. Die Expedition Eiswüste hat es sich zum Ziel gesetzt, diese klimasensiblen Regionen ins Licht zu rücken und damit aktiv auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.
Sowohl in Grönland als auch in Mauretanien wollen sich Martin Hülle und Hieronymus Jerome Blösser "by fair means" - ohne fremde Hilfe, Lasttiere oder Unterstützung von Außen - bewegen: Zu Fuß und aus eigener Kraft mit Radkarren im Schlepptau geht es hinein in die Sahara, Jahrhunderte nach der Blütezeit maurischer Kultur. Ebenfalls völlig autark, nur mit Ski und Pulka-Schlitten ausgerüstet, bricht das Duo in die eisige Einöde Grönlands auf.
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Historische Routen
In Sand und Wüste: 450 Kilometer in 25 Tagen
Der erste Teil der Expedition Eiswüste führt Martin Hülle und Hieronymus Jerome Blösser nach Mauretanien in die Sahara. Zur Vorbereitung wird im Oktober 2007 eine Testtour auf Teilstücken der späteren Expeditionsroute unternommen, ehe die eigentliche Expedition im Januar und Februar 2008 über die Bühne gehen wird.
Auf den Spuren der Nomaden vom Stamm der Idaou Ali wird das Team dann rund 450 Kilometer durch die völlig menschenleere Wüste Majabat al Kubra - "Das Land der großen Einsamkeit" - ziehen, endlose Dünenmeere überwinden und im Rahmen des Expeditionsprojektes in den magischen Städten des Sandes auf Spurensuche vergangener Kulturen gehen.
Ausgangspunkt der Wüstendurchquerung ist die kleine Oase Ouadane, eine von vier historischen Karawanenstädten in Mauretanien und Unesco Weltkulturerbe. Entlang einer alten Karawanenroute geht es in 25 Tagen zu Fuß bis zur Oase Tichit, dem Zielpunkt des Abenteuers. Die einzige Versorgungsmöglichkeit auf der Strecke bilden wenige Brunnen - alles Weitere muss in von Hand gezogenen Lastkarren untergebracht werden.
In Schnee und Eis: 550 Kilometer in 30 Tagen
In Grönland wird das Expeditionsduo auf den Spuren des norwegischen Ski-Pioniers und Friedensnobelpreisträgers Fridtjof Nansen wandeln und dessen Originalroute über das grönländische Inlandeis von 1888 mehr als 550 Kilometer lang folgen.
Zunächst ist im März 2008 eine Vorbereitungstour in der Hardangervidda in Norwegen geplant, um die Eis-Ausrüstung unter realen Winterbedingungen zu testen. Von April bis Mai 2008 soll schließlich das grönländische Inlandeis mit Ski und Pulka-Schlitten von Ost nach West in 30 Tagen durchquert werden.
Gestartet wird in der Bucht von Umivik an der grönländischen Ostküste. Von dort aus wird das Team zum Inlandeis aufsteigen und über das Plateau hinweg bis zu einem schmalen eisfreien Streifen an der Westküste laufen - im Abstieg vom Inlandeis geht es über das kleine Dorf Kapisillit bis zur grönländischen Hauptstadt Nuuk. Zum Zeitpunkt der Expedition können Martin Hülle und Hieronymus Jerome Blösser mit Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius konfrontiert werden; schwere Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Metern pro Sekunde sind außerdem keine Seltenheit.
Die Protagonisten
Martin Hülle
Martin Hülle, Jahrgang 1973, ist Fotograf, Autor und professioneller Abenteurer. Immer wieder zieht es den Wuppertaler in die rauhe Einsamkeit des hohen Nordens, wo er sowohl zu Fuß als auch auf Skiern unterwegs ist. Nach mehreren Überquerungen des Jostedalsbreen in Norwegen, dem größten Gletscher des europäischen Festlandes, gelang ihm mit der Soloüberquerung des Vatnajökull auf Island zudem die Transversale der größten Eismasse Gesamteuropas. Auch in Grönland war Martin Hülle bereits unterwegs: Im Rahmen des Projektes "Grönland Transversale 2006" überquerte er das Inlandeis auf einer 750 Kilometer langen Strecke von Ost nach West in nur 34 Tagen.
Hieronymus Jerome Blösser
Hieronymus Jerome Blösser, Jahrgang 1966, ist passionierter Wüstenprofi und Gründer des Berliner Reiseunternehmens "Wüstenwandern". Seit 15 Jahren ist er in den Wüsten der Welt unterwegs, bis heute hat er rund 20.000 Wüstenkilometer zu Fuß zurückgelegt. Mehrmals im Jahr leitet Blösser kommerzielle Trekkingexpeditionen und besitzt gute Kontakte zu den wichtigen Nomadenclans, mit denen er dank der Beherrschung verschiedener seltener Nomadendialekte auch gut kommunizieren kann.