Expedition Magnetischer Nordpol: Der Weg durch das Eis
M2b Redaktion am 26.02.2008 - 14:38 Uhr
Johannes und Georg Sichelschmidt sind nicht nur Brüder, sondern auch ein Team. Ihr Ziel: Im Jahr 2009 wollen die beiden Extremsportler zum magnetischen Nordpol reisen. Zunächst steht aber eine „Trainingsexpedition“ an – im April wollen der Leipziger Sportökonom und der Hannoveraner Bauingenieur nach Spitzbergen aufbrechen und den nördlichsten Punkt der Insel, Verlegenhuk, erreichen.
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Ab in den Norden
250 Kilometer durch Eis, vergletscherte Berge, Schnee und unwegsames Gelände wollen die Sichelschmidt-Brüder im April zurücklegen, um vom Ausgangspunkt Svalbard-Longyearbyen bis über den 80. Breitengrad nach Verlegenhuk zu gelangen. Als Hilfsmittel, die auch bei der Expedition im Jahr 2009 eingesetzt und jetzt schon auf ihre Tauglichkeit getestet werden sollen, werden Johannes und Georg Pulkas (Zugschlitten) benutzen. Zudem werden sie versuchen, mit Parawings die Kraft des Windes zu nutzen und sich von diesem ziehen zu lassen. „Unterwegs werden wir Depots mit Essen anlegen, auf die wir auf unserem Rückweg zurückgreifen können,“ so die beiden auf ihrer Homepage www.expedition.quanok.com . Für viele Abenteurer wäre dieses Erlebnis eine einmalige Expedition, für Georg und Johannes Sichelschmidt ist es „nur“ Training - die „richtige“ Tour steht ihnen noch bevor.
Die Expedition Magnetischer Nordpol
Im April/Mai 2009 wird die Expedition in das arktische Polarmeer starten. Das Ziel wird der magnetische Nordpol sein. Der beschwerliche Weg beginnt für den Inhaber des Reiseveranstalters Georg und seinen Bruder im kanadischen Resolute Bay und führt über die nördlichsten Inseln Kanadas in das zugefrorene Meer. Auf einer etwa 1200 Kilometer langen Strecke wollen sie die über 100 Kilogramm schweren Pulka-Schlitten hinter sich herziehen. Der bestimmende Gedanke ist für die Expeditionsteilnehmer "fair means": während der ganzen Zeit wollen sie ohne Hilfe von außen auskommen. Verläuft alles nach Plan, ist nach zwei Dritteln der Strecke die nördlichste Insel Kanadas erreicht. Dann liegt das offene Nordpolarmeer mit all seinen Gefahren und Hindernissen vor ihnen: Eisbären, unsicheres Eis, Probleme oder Stürze beim Nutzen der Segel und natürlich die Kälte.
Ziel: der Nordpol
Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass der es nicht nur einen Nordpol gibt, sondern gleich vier. Der geografische Nordpol liegt am nördlichsten Punkt der Erde auf dem 90. Breitengrad Nord. Der Nordpol der Unzulänglichkeit ist der Punkt, der am weitesten von allen Küstenlinien entfernt ist. Er liegt auf 84° 03' Nord, 174° 51' West und ist damit 660 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt. Der arktische geomagnetische Pol ist ein theoretischer Pol. Er ist der Schnittpunkt der Erdoberfläche mit der Achse des Dipolfeldes. Das Dipolfeld ist ein mathematisches Modell des Erdmagnetfeldes. Da das Magnetfeld stetigen Veränderungen unterliegt verändert sich auch die Lage des geomagnetischen Pols. Der arktische Magnetpol wird durch Messungen bestimmt. An seiner zeigt die Kompassnadel zum Erdmittelpunkt zeigt. Er ändert seine Position stetig. Innerhalb der letzten 50 Jahre beschleunigte sich die Änderung seiner Position von 10 auf 40 Kilometer pro Jahr. In dieser Zeit ist er die kanadischen Inseln nordwärts bis weit in das Nordpolarmeer gewandert. Behält der Magnetpol seine Richtung bei, erreicht er im Jahr 2050 Sibirien.
Vorbereitungen im Gange
Auf dem Webblog http://northpole.j-sichelschmidt.de können Sie verfolgen, wie die Vorbereitungen auf die Trainingsexpedition vorangehen. So berichten Georg und Johannes hier zum Beispiel über Reifentraining, die Ankunft der Schlitten und den Stand der Planungen.
Mountains2b.com wird demnächst ein Eventspecial zu der „Expedition Magnetischer Nordpol“ launchen. Hier erfahren Sie dann alles rund um das Team, die Ausrüstung und bekommen aktuelle Informationen zur spannenden Expedition an das Ende der Welt!