"Es war brutal hart. Es war extremst." Dr. Karl Flock, Orthopäde aus Weilheim und Höhenbergsteiger, hat es geschafft: Der 54-Jährige bestieg am vergangenen Freitag (30. Mai, 14:45 Uhr Ortsezeit) den Mount McKinley in Alaska und kann damit den letzten Gipfel der legendären Seven Summits auf seiner Liste abhaken. Damit ist er nach den bestätigten erfolgreichen Deutschen Gundelach, Schmatz und Stephan der nächste Bundesbürger, der auf den sieben höchsten Gipfeln der sieben Kontinente stand.
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2006 am Everest erfolgreich
"Der Berg hat wirklich alles geboten: Erfrierungsgefahr und oben am Gipfelgrad Stürme von 80 bis 100 Stundenkilometern. Wir mussten sehen, dass wir überhaupt zum Gipfel rüber kommen. Es war wirklich alles dabei", berichtet Flock in einem Telefonat über das Satellitentelefon. Flock, der 2006 auf dem Mount Everest stand, hatte auf den letzten Metern am McKinley nur einen Begleiter. "Der Wolfgang Thomaseth war eine ideale Ergänzung. Er hat einen unheimlichen Speed vorgelegt – wir sind in einer affenschnellen Zeit nach oben gekommen."
"Froh und dankbar"
Zuvor hatten tagelange Anstrengungen in extremen Höhen von über 6.000 Metern, die Überwindung von schwierigen Etappen mit Gletscherspalten, Eisbrüchen und stundenlangen Ausharren in Zelten während orkanartiger Schneestürme das Team rund um Flock stark gefordert. Dr. Karl Flock, der letztes Jahr eine Expedition zum Mount McKinley auf Grund katastrophalen Wetters aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgebrochen hat: "Wir sind froh und sehr dankbar, dass wir den Gipfel des eiskalten Riesen gesund erreicht haben. Das ist nicht selbstverständlich, denn jedes Jahr verunglücken hier Bergsteiger tödlich. Die West-Buttress-Route zum Gipfel beträgt 24 Kilometer. Auf dieser vergleichsweise kurzen Strecke haben wir 4.500 Höhenmeter überwunden. Wer es nicht selbst erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, was es für den Organismus bedeutet, sich an diese Höhe anzupassen. Die Kälteeinbrüche von bis zu minus 50 Grad Celsius und orkanartige Stürme machten tagelanges Ausharren in unseren Zelten notwendig. Das ist eine unglaubliche seelische Belastung. Zum Glück hat sich das Wetterfenster geöffnet, so dass wir den Gipfel erklimmen konnten. Wir haben tatsächlich durch das Fenster zum Himmel geschaut. Von diesem Eindruck zehren wir ein Leben lang."
S7 in 13 Jahren
Für Flock geht damit sein Lebenstraum in Erfüllung. Die Besteigungen der höchsten Gipfel der sieben Kontinente:
- Afrika ( Kilimandscharo, 5892 m ) im Jahr 1995
- Antarktis ( Mount Vinson, 4897 m ) im Jahr 2002
- Südamerika ( Aconcagua 6959 m ) im Jahr 2004
- Europa ( Elbrus, 5642 m ) im Jahr 2005
- Ozeanien/Australien ( Carstensz-Pyramide 4884 m ) im Jahr 2005
- Asien ( Mount Everest, 8850 m ) im Jahr 2006
- Nordamerika ( Mount McKinley, 6194 m ) im Jahr 2008