Der Lebensraum der Eisbären ist durch den Klimawandel bedroht
Parawing-Training in Norwegen
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
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Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Windpark
Arktis Karte
Team-Foto
Zeltlager Sarek: Im Sarek Nationalpark in Schweden
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Parawing Trockentraining
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Grönland Transversale 2006 - Johan Petersen Fjord in Sichtweite
M2b Redaktion am 17.05.2006 - 14:00 Uhr
Von Frankfurt via London Stansted nach Reykjavik (Island), weiter nach Kulusuk in Ost-Grönland und anschließend per Helikopter nach Tasiilaq ging es für das Expeditionsteam um Martin Hülle, Georg Sichelschmidt und Johannes Lang zu Beginn ihrer Reise. Am 11. Mai bricht das Team schließlich mit dem einheimischen Jäger Tobias und ein paar weiteren Grönländern per Hundeschlitten zum geplanten Startpunkt der Expedition nach Isortoq auf; der Sermilikfjord wird nach einigen Stunden erreicht. Dort heißt es zunächst ausharren, denn eine nahezu geschlossene und zerklüftete Eisfläche, in der große Eisberge treiben, macht ein Weiterkommen unmöglich. Erst am 14. Mai kann das Trio die Weiterfahrt mit einem kleinen Boot wagen...
Expeditionstagebuch
Montag, 08. Mai - Reykjavik:
Nach einer langen Anreise über London Stansted sind wir mitten in der Nacht auf Island angekommen. Bei nur vier Grad ging schon früh am Morgen die Sonne wieder über Reykjavik auf. Jetzt warten wir auf unseren Weiterflug nach Kulusuk in Ost-Grönland, wo wir dann mittags in Eis und Schnee landen werden.
Montag, 08. Mai - Kulusuk:
Am Mittag fliegen wir mit nur einem weiteren Fluggast von Reykjavik nach Kulusuk in Ost-Grönland. Beim Anflug auf den Flughafen erstrecken sich unter uns die schneebedeckten Gipfel der Ostküste mit den zugefrorenen Fjorden dazwischen, in denen große Eisberge feststecken. Nach unserer Ankunft müssen wir erfahren, dass der Anschlussflug per Helikopter wegen Nebel über Tasiilaq für heute ausfällt. Notgedrungen quartieren wir uns im Hotel Kulusuk ein, von wo wir noch einen Abstecher ins Dorf unternehmen und dort durch die bunten Häuser des 350-Seelen Ortes schlendern. Langsam entfällt die Hektik der letzten Vorbereitungsphase und wir werden gezwungen, uns an die Umstände des Reisens auf Grönland zu gewöhnen.
Dienstag, 09. Mai - Tasiilaq:
Der Nebel hat sich über Nacht verzogen und dem Flug in dem mit acht Personen vollbesetzten Helikopter nach Tasiilaq steht nichts mehr im Weg. Dort angekommen liegt unser Gepäck schon im Abstellraum des Heliports bereit, von wo uns ein Taxi samt den zwölf Gepäckstücken zum Roten Haus bringt. Das von Robert Peroni geführte Gästehaus ist eine ideale Basis für Touren in der Ammassalik Region. Auch wir nutzen diesen Ort, um hier die letzten Besorgungen vor unserem Start zu erledigen. Zudem ist noch offen, ob wir erneut mit einem Helikopter zu unserem geplanten Startpunkt der Expedition Isortoq weiterfliegen, oder mit Hilfe eines einheimischen Jägers per Hundeschlitten und Boot einen alternativen Aufstiegspunkt zum Inlandeis erreichen können. Die Entscheidung wird je nach den Eisbedingungen morgen fallen.
Mittwoch, 10. Mai - Tasiilaq:
Bevor wir morgen zum Ausgangspunkt der Eiswanderung weiterreisen, gehen wir heute zuerst noch zur Polizei, wo wir unsere Expedition anmelden und die Genehmigung vom Danish Polar Center vorlegen. Zwei der grönländischen Polizisten kontrollieren anschließend noch unsere Sicherheitsausrüstung und geben ihr Okay für den Start. Den Rest des Tages verbringen wir damit, die technische Ausrüstung zu optimieren und letztmalig zu testen. Die Eisverhältnisse im Sermilik-Fjord erlauben es wahrscheinlich nicht, den alternativen Aufstiegspunkt mit dem Hundeschlitten und dem Boot zu erreichen. Darum werden wir voraussichtlich morgen früh mit dem Helikopter nach Isortoq fliegen.
Donnerstag, 11. Mai - Ikateq:
Am Morgen hüllt sich Tasiilq in Nebel. Der Weiterflug nach Isortoq ist ungewiss. Aber zum Glück haben sich die Eisbedingungen im Sermilikfjord geändert, weshalb wir spontan den Flug absagen und doch mit dem Jäger Tobias und ein paar weiteren Grönländern mit Hundeschlitten aufbrechen. Unsere Pulkas werden auf drei Gespanne verteilt - wir laufen mit den Ski hinterher. Das Gelände der Ammassalik Insel ist bergig und die Hunde haben an den voll beladenen Schlitten schwer zu ziehen. Nach einigen Stunden erreichen wir den Fjord, der aufgrund der Strömung aber doch schon wieder mit Eis verstopft ist. So ist es weder mit einem Boot, noch mit den Hundeschlitten möglich die andere Seite und den Zugang zum Inlandeis zu erreichen. Neben der verlassenen Siedlung Ikateq harren wir nun im Zelt aus und hoffen auf einen eisfreien Fjord in den nächsten Tagen, um von Tobias mit dem Boot hinüber gebracht werden zu können.
Freitag, 12. Mai - Ikateq:
In Ufernähe treiben kleinere Eisschollen im Wasser, doch weiter entfernt inmitten des Fjordes zeigt sich eine nahezu geschlossene und zerklüftete Eisfläche, in der große Eisberge eingeschlossen sind. An eine Überfahrt mit dem Boot ist bei diesen Bedingungen auch heute nicht zu denken. Uns bleibt nichts anderes übrig, als weiterhin geduldig zu warten. Die arktische Natur diktiert uns die ihr eigene Geschwindigkeit. Wir nutzen die Zeit und erkunden die verlassene Siedlung Ikateq. Neben neun Wohnhäusern entdecken wir auch eine kleine Kirche samt Schulraum. Laut Jäger Tobias wohnen hier inzwischen nur noch die Geister.
Samstag, 13. Mai - Ikateq:
Schon gestern Abend kam das Eis in Bewegung und driftete aus dem Fjord. Durch den Nebel sind heute größere freie Flächen zu sehen, aber nach wie vor auch Eisberge und ausgedehnte Packeisfelder. Wir sind unsicher, ob es möglich wäre, mit dem kleinen Boot einen Durchschlupf zu finden. Nach einem Telefonat mit Tobias entscheidet er, morgen zu kommen und die Eislage selbst zu beurteilen. Wir verbringen den Rest des Tages bei leichtem Schneefall und Temperaturen um die Null Grad im Zelt mit Bücher lesen und Musik hören.
Sonntag, 14. Mai - 65°43'13''N 38°08'14''W:
Über Nacht hat sich die Eislage weiter gebessert - heute morgen sehen wir von unserem Aussichtspunkt mehr offenes Wasser als Eis. Während wir die Pulkas packen setzt Schneetreiben ein. Gegen 12:00 Uhr kommt Tobias mit dem Hundeschlitten aus Tasiilaq und wir beladen das Boot. In einer ersten Überfahrt bringt er Georg und Johannes samt einer Pulka über den Fjord. Martin wartet über zwei Stunden bei den Hunden, bis auch er mit den restlichen beiden Pulkas von Tobias nach Qerpik gebracht wird. Die Überfahrt bei Schneeregen in dem kleinen offenen Boot ist kalt und ungemütlich. Doch leider können wir nicht an der ursprünglich geplanten Stelle landen, da diese vom Eis blockiert ist. Für morgen steht uns daher ein Umweg über einen steilen Bergrücken bevor.
Montag, 15. Mai - 65°42'20''N 38°01'00''W:
Über Nacht sind etwa 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Bei andauerndem Schneefall entpuppt sich der Umweg über den Bergrücken als zeitraubender Kraftakt. Etappenweise zerren wir die schweren Pulka-Schlitten jeweils zu dritt nach oben. Anders ist die Last nicht zu bewältigen. Für die 350 Höhenmeter brauchen wir etwa acht Stunden. Beim ebenso steilen Abstieg geht Johannes Pulka-Gestänge zu Bruch. Sicherheitshalber seilen wir die Pulkas die nächsten zwei Stunden bis zu einem See den Hang ab. Dort schlagen wir nach über zehn Stunden harter Arbeit unser Zelt auf. Zur Belohnung gibt es als Nachtisch Mousse au Chocolat.
Dienstag, 16. Mai - 65°46'42''N 38°21'26''W:
Am Morgen weckt uns die Sonne. Schnell hängt die vom Schneeregen der letzten Tage durchnässte Ausrüstung vorm Zelt. Nach zwei Stunden brechen wir auf und gelangen über einen gefrorenen See zum Fuß eines Gletschers, der hinauf zum Inlandeis zieht. Die heißen Sonnenstrahlen haben den tiefen Schnee aufgeweicht und nur mit der Unterwäsche bekleidet, mühen wir uns erneut über 300 Höhenmeter den Gletscherhang hinauf. Der Schweiß rinnt in Strömen und die Sonne verbrennt uns die Gesichter. Mit Blick in Richtung des Johan Petersen Fjord errichten wir das Zelt.