Der Lebensraum der Eisbären ist durch den Klimawandel bedroht
Parawing-Training in Norwegen
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Parawing-Training in Norwegen
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Windpark
Arktis Karte
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Team-Foto
Zeltlager Sarek: Im Sarek Nationalpark in Schweden
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Hardangervidda / Norwegen Februar 2006
Parawing Trockentraining
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Windpark
Training auf der Hardangervidda in Norwegen
Grönland Transversale 2006 - Team auf dem Weg nach Grönland
M2b Redaktion am 08.05.2006 - 14:00 Uhr
Endlich ist es so weit: Nachdem eine schwerwiegende Daumenverletzung von Johannes Lang das Expeditionsteam zu einer Verschiebung des Starts um vier Wochen veranlasste, ist man nun gen Grönland aufgebrochen. Sonntagnacht, 07. Mai, erreichten Martin Hülle, Johannes Lang und Georg Sichelschmidt nach einer langen Anreise über London Stansted Islands Hauptstadt Reykjavik. Von dort geht es weiter Richtung Kulusuk in Ost-Grönland, wo das Team heute Mittag (08. Mai) landen soll. Den Ausgangspunkt der Expedition in Isortoq, einem kleinen Dorf an der Ostküste Grönlands, fliegt das Trio mit einem Charter-Hubschrauber an.
Startschuss in Grönland fällt am 12. Mai
Der eigentliche Start der Expedition in Grönland erfolgt am Freitag, dem 12. Mai 2006. Zuvor gilt es noch einige Dinge vor Ort zu regeln, wie etwa den Einkauf von Benzin oder eine Polizeikontrolle der Sicherheitsausrüstung.
Ansonsten ist das Team perfekt auf sein Vorhaben, das grönländische Inlandeis binnen 40 Tagen von Ost nach West mit Skiern, Windsegeln und Pulka-Schlitten zu überqueren, vorbereitet. Monatelang hat man das Unternehmen geplant, organisiert und dafür trainiert.
Einzig die klimatischen Bedingungen könnten dem Team etwaige Schwierigkeiten auf dem grönländischen Inlandeis bereiten, denn aufgrund des späteren Zeitrahmens wird in der Abstiegszone an der Westküste gegen Ende Juni, zum Schluss der Expedition, die Schneeschmelze einsetzen. Dennoch ist man zuversichtlich, dass die Expedition gelingen wird.
Streckenverlauf
Die geplante Strecke (rund 750 Kilometer in maximal 40 Tagen) verläuft von Isortoq an der Ostküste in nordwestlicher Richtung nach Ilulissat in der Diskobucht. Der Weg führt vom Meer über Gletscher hinauf auf das Inlandeis und darüber hinweg zu dem schmalen eisfreien Landstreifen an der Westküste. Der Abstieg erfolgt über Gletscher hinab in eisfreie Gebiete südlich von de Quervains Havn und von dort weiter durch das Küstengebirge nach Ilulissat.
Im Detail: Training und Planung
Eine Überquerung des grönländischen Inlandeises stellt sehr hohe Anforderungen an die physische und psychische Belastbarkeit der Eiswanderer. Die große Distanz der Strecke von 750 Kilometern und die lange Zeitdauer der Expedition von bis zu 40 Tagen, erfordert eine solide Kondition und mentale Stärke. Die bis zu 100 Kilogramm schweren Pulka-Schlitten bei Kälte und Sturm durch eine endlos erscheinende weiße Weite zu ziehen, ist nur nach einem speziellen Training realisierbar. Zudem bedarf die Komplexität einer Expedition in die Arktis größter Aufmerksamkeit in allen Bereichen der Planungsphase, da schon eine kleinste Unachtsamkeit im Vorfeld der eigentlichen Skitour negative Auswirkungen auf das gesamte Projekt haben kann.
Konditionstraining
Ausdauer und Kraft sind die Basis, um die schweren Pulka-Schlitten über die Distanz und die Zeitdauer der Expedition von Ost nach West über das Inlandeis Grönlands zu ziehen. Hinzu kommt das Parawing-Segeln, welches den Körper unter den örtlichen Bedingungen (rauer Schnee, zerrende Pulka) ebenfalls stark belastet. Ein variationsreiches Training über einen Zeitraum von mehreren Monaten ist wichtig, um möglichst alle Muskelgruppen zu stärken, da so einer Übermüdung einzelner Bereiche während der Expedition mehr entgegen gesetzt werden kann.
Laufen und Radfahren bildete die Grundlage des Ausdauertrainings. Dabei standen Länge und Häufigkeit der Trainingseinheiten im Vordergrund. Schnelligkeit ist bei einer Grönland Transversale weniger erforderlich. Essenziell ist hingegen die spezifische Vorbereitung auf die speziellen Anforderungen des Pulkaziehens. Um die Belastung auf die Rückenmuskulatur zu simulieren und diese, sowie den Schultergürtel, zu stärken, haben die drei Skiwanderer unter Stockeinsatz Autoreifen durch den Wald gezogen. Der Bewegungsablauf ist mit dem späteren Einsatz vergleichbar und die auf dem Boden schleifenden Reifen entsprechen einem schweren Pulka-Schlitten. Mit dieser Methode wurde die erforderliche Kraft und Ausdauer optimal den Anforderungen während der Expedition entsprechend trainiert.
Mentaltraining
Neben der Kondition wird auch die Psyche einer starken Belastung ausgesetzt. Zu dritt in einem kleinen Zelt bei Schneesturm und eisigen Temperaturen wie verloren im ewigen Eis zu sitzen, ist eine Erfahrung, mit der sich das Team schon vor dem Start beschäftigte. Die Frage "Was ist wenn?" wurde diskutiert, damit auf alle diese Fragevariationen und eventuell auftretende Probleme Antworten und Reaktionen vorhanden sind, die nicht erst vor Ort gefunden werden müssen. Die geistige Auseinandersetzung mit der Herausforderung, den Zielen, den zu erwartenden Schwierigkeiten, dem Wetter, der Einsamkeit, der Anstrengung war vorab unverzichtbar. Die Tage auf dem Inlandeis schon vorher zu visualisieren, führt zu einer stärkeren Identifikation mit den Umständen vor Ort und zu einer umfangreicheren Möglichkeit des Agierens anstelle des Reagierens. Neben der Recherche und Auswertung anderer Grönland- und Arktisexpeditionen, ist vor allem der eigene Erfahrungsschatz von früheren Touren Grundlage einer soliden mentalen Vorbereitung.
Parawingtraining
Um mit den Parawings die Kraft des Windes effizient zu nutzen und so die Zeitdauer der Grönland Transversale zu verkürzen, ist ein geübter Umgang damit erforderlich. Neben Trockenübungen auf der grünen Wiese hat sich das Team im Februar unter realen Bedingungen in Norwegen auf der Harndangervidda letztmalig vor dem Aufbruch nach Grönland von den Parawings über den Schnee ziehen lassen, um sich mit dem Umgang der Segel endgültig vertraut zu machen.
Trainingstouren
Im Februar 2005, wie auch 2006, war das Team auf der Hardangervidda in Norwegen unterwegs, um gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Auf dieser schneereichen, kalten und windigen Hochebene trainierten auch schon die Polarfahrer Nansen und Amundsen für ihre Expeditionen. Die dortigen Bedingungen, die oftmals denen auf dem grönländischen Inlandeis ähneln, ermöglichen die notwendigen Tests der Ausrüstung, das Leben bei Kälte und Sturm zu trainieren, sowie die Tagesabläufe zu verinnerlichen. Letztendlich werden dort alle Arten von Schwächen aufgedeckt, die später während der eigentlichen Expedition auf Grönland nicht mehr vorkommen dürfen - Beim Menschen wie auch beim Material.
Organisation
Neben dem konditionellen Training und der Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Bedingungen, waren viele weitere Punkte zu besprechen, zu planen und zu organisieren, die alle zum Erfolg beitragen. Die Teammitglieder hatten unterschiedliche Aufgabenbereiche, um die persönlichen Erfahrungen und Kenntnisse individuell einbringen zu können. Daneben waren ein ständiger Email-Austausch, sowie regelmäßige Teamtreffen Voraussetzung, um eine effektive Organisation der Expedition zu gewährleisten. So wurden unter anderem Wetterdaten entlang der Route und Klimadaten aus der Arktis recherchiert und bewertet, da zum Beispiel die Windstärken vor Ort für die Auswahl der Größe der Parawings verantwortlich sind. Zudem musste die komplizierte Fluglogistik samt Transport der mehreren hundert Kilo Gepäck festgelegt werden. Es galt die Kosten zu analysieren und Partner zu finden, welche die Expedition unterstützen. Die Ausrüstung musste genau den Anforderungen entsprechend ausgesucht und Spezialanfertigungen in die Wege geleitet werden. Schon die Vorbereitung gestaltete sich wie eine eigene Expedition...
Genehmigung
Eine Überquerung des grönländischen Inlandeises bedarf einer Genehmigung, die vom Danish Polar Center in Kopenhagen ausgestellt wird. Darin muss detailliert das Projekt dargestellt werden, mit ausführlichen Angaben zum Team, der Route, dem Zeitraum und der Ausrüstung. Bestandteil der Genehmigung ist ebenfalls die Mitnahme eines Notsenders, sowie der Abschluss einer Versicherung, die eventuelle Bergungskosten abdeckt.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Grönland Transversale 2006, die sich neben der Überquerung des Inlandeises zum Ziel gesetzt hat, auf die dramatische Erwärmung der Arktis und die Effizienz von Windenergie als alternative Energiequelle hinzuweisen, ist auch ein Medienereignis. Nicht nur auf der Expeditionshomepage wird die Expedition ausführlich vorgestellt. Auch in Zeitschriften, Magazinen, weiteren Internetportalen, dem Radio und Fernsehen wird über die Grönland Transversale 2006 berichtet. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Projektes, da nur auf diesem Wege die Ambitionen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
Expeditionstagebuch
Während der Grönland Transversale wird das Team ein Tagebuch auf der Expeditionshomepage direkt vom Inlandeis mit Texten und Bildern aktualisieren. Dafür ist eine gut aufeinander abgestimmte Technik nötig, um diese Arbeit auch unter den extremen Bedingungen täglich durchführen zu können. Die Bilder des Tages werden von den Digitalkameras zuerst auf das Notebook übertragen. Hier kommt ein äußerst robustes Toughbook von Panasonic zum Einsatz, welches auch den eisigen Temperaturen standhält. Darauf wird das Tagebuch auf der Website dann aktualisiert und schließlich per Satellitentelefon ins Netz hochgeladen. Auch Mountains2b.com versorgt Sie während der Expedition mit aktellen News und Tagebucheinträgen!