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Ararat - der biblische Berg

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Neue Entwicklungen im Entführungsfall

M2b Redaktion am 11.07.2008 - 09:43 Uhr

Zu der Entführung der drei deutschen Bergsteiger am "biblischen Berg" Ararat veröffentlichte das Hauptquartier der Partei PKK, wie bereits angekündigt, am gestrigen Donnerstag (10. Juli) eine Presseerklärung zur Geiselnahme. Darin fordert man eine Änderung der "feindlichen Politik gegen das kurdische Volk und die PKK". Bevor gegenüber diesen kein Kurswechsel festzustellen sei, würden die Geiseln nicht wieder auf freien Fuß kommen. Des Weiteren wird eine Einstellung der türkischen militärischen Aktionen und der Suchaktionen nach den Geiseln verlangt.

Steinmeier erteilt Zusammenarbeit mit PKK Absage
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lehnte in der ARD ein Nachgeben gegenüber den Forderungen jedoch deutlich ab. Er betonte, dass sich die "Bundesregierung nicht erpressen lasse" und hofft auf "ein gutes Ergebnis". Obwohl die PKK betont "keine Feindseligkeit gegenüber dem deutschen Volk zu hegen", ist diese Entführung doch als ein deutliches Zeichen an die Weltöffentlichkeit zu sehen. Nach den jüngsten Erfolgen der türkischen Armee gegen PKK-Einrichtungen im nördlichen Irak wurde der Organisation unterstellt geschwächt zu sein. Vermutlich wollte man das mit der Entführung widerlegen.

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DAV kritisiert Auswärtiges Amt
Die zehn weiteren Teilnehmer der Expedition auf den Berg Ararat sind mittlerweile im 200 Kilometer südwestlich gelegenen Van angekommen. Dort werden sie von zuständigen Mitarbeitern des Auswärtigen Amts abgeschirmt und betreut. Die Mitglieder des Kriseninterventionsteams des Deutschen Alpenvereins (DAV) erklärten jedoch die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Auswärtigen Amts für unzulänglich. Kontakt zu den Bergsteigern sei nicht herzustellen.

Details über die Entführung werden bekannt
Bei den Vermissten handelt es sich um Martin S., Lars R. und Helmut H. Allesamt Mitglieder im DAV und im Kreis Kelheim in Bayern wohnhaft. Letzterer Helmut H. war der Leiter der Expedition und hat sich nach neuesten Informationen der Teilnehmer freiwillig als Geisel zur Verfügung gestellt. Er habe sich für die Gruppe verantwortlich gefühlt. Gleichzeitig bescheinigt man ihm einige Erfahrung mit Bergtouren und Einheimischen und ist daherzuversichtlich, dass ihm das im Umgang mit den Entführern helfen wird.

Baldiges Ende trotz Forderungen in Sicht?
Auch der aus der Türkei stammende Abgeordnete des Europaparlaments und SPD-Politiker Vural Öger betont, dass er eine schnelle Freilassung der Geiseln für wahrscheinlich hält. Nach dem Verbot des kurdischen Senders Roj TV, der von der Partei als Sprachrohr genutzt wird, offizielle Kontakte zur kurdischen Unabhängigkeitsbewegung aber bestreitet, scheint diese Vergeltungsaktion zumindest in Deutschland gelungen zu sein. Die gewaltige Medienpräsenz zerrt die Schließung einer Filmproduktionsfirma für den Sender in Wuppertal in den Brennpunkt und gibt der PKK eine neue Plattform. Da dieses Ziel nun erreicht ist, lässt sich auf eine Freilassung der Festgehaltenen hoffen, obwohl das Auswärtige Amt mittlerweile eine Reisewarnung für die Region Agri herausgegeben hat.


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