Aktuelles News Skibergsteigen

Das Ziel ist erreicht

Posten an der Wettkampfstrecke zwischen Zermatt und Verbier

Anspannung vor dem Start

Siegerinnen der Damenkonkurrenz (802)

Damenpatrouille im Ziel

Im Ziel in Verbier

Crettenand, Mabillard, Favre-Moretti

Kofler, Majcen und Wieland

Direkt vor dem Start der Favoriten

Die Sieger der PDG 2004

Begrüßung

Deutsche Gebirgsjäger

Matterhorn

Blick auf Zermatt

Das Matterhorn vom Süden

Berge um Zermatt

Hubschraubereinsatz

Streckenposten

Meteorologische Abteilung

Judith Grassl und Steffi Koch

Silvia Treimer

Schorsch Nickaes

Tim Stachel

Franz Grassl

Toni Steurer beim Dammkarwurm

Martin Echtler

Patrouille des Glaciers 2006: Drei deutsche Teams am Start

M2b Redaktion am 24.04.2006 - 18:00 Uhr

3.700 Skibergsteiger aus mehr als 15 Nationen nehmen in der Nacht vom 28. auf den 29. April 2006 an einem der außergewöhnlichsten Wettläufe der Welt teil: Der 12. Auflage der "Patrouille des Glaciers" in den Walliser Alpen. Der legendäre Wettkampf, in seiner alpinen Dimension und Organisation einzigartig, zählt gemeinsam mit der "Pierra Menta" und der "Trofeo Mezzalama" zu "Les grandes trois de ski de montagne" - den drei bedeutendsten Hochalpinwettkämpfen im Alpenraum.

Erstmalig in diesem Jahr entsendet der Deutsche Alpenverein DAV die Mitglieder der Nationalmannschaft im Skibergsteigen zu dem Event: Drei Damen- und sechs Herrenteams werden für Deutschland in die nächtliche Bergwelt starten.

Adolf Ogi, UNO-Sonderbeauftragter für Sport, hat die Patrouille des Glaciers wie folgt bezeichnet: "Jede Patrouille des Glaciers ist ein menschliches Abenteuer, eine außergewöhnliche Herausforderung. Diese große Begegnung zwischen Mensch und Gebirge nehme ich mir sehr zu Herzen, weil ich der tiefen Meinung bin, dass sie als Vorbild für unser tägliches Leben dient."


  • Das Rennen


  • Einmaliges Streckenprofil
    Die Patrouille des Glaciers ist geprägt von drei gewaltigen Anstiegen (Tete Blanche, Col de Riedmatten, Rosablanche), von Gletscherbegehungen, langen Abfahrten, und Passagen, bei denen die Ski getragen werden müssen (sei es im Fels, im Schnee oder im Eis), vom Ehrenspalier der Zuschauer am Start, im Ziel und bei der Rosablanche, vom langen Marsch in der Nacht und von unendlich vielen Eindrücken, die jeder einzelne Kilometer dieser Strecke bietet. Zudem ist es das längste Rennen, das in einer einzelnen Etappe ausgetragen wird.

    Teilnahmevoraussetzungen
    Die Teilnahme an diesem einmaligen Rennen setzt substantielle Hochgebirgserfahrung, kombiniert mit dem richtigen Umgang mit extremen Verhältnissen, sowie eine spezifische und geeignete psychische und physische Vorbereitung voraus. Alle Teilnehmer sind verpflichtet, regelmäßig Wanderungen und Bergtouren durchgeführt zu haben, sehr gut und auch angeseilt Ski fahren zu können, gut trainiert zu sein, sowie fähig zu sein, die Strecken Zermatt-Schöbiel in 3,25 Stunden, Zermatt-Arolla in 7,25 Stunden, Arolla-Riedmatten in 2 Stunden und Arolla-Verbier in 8,5 Stunden bei normalen Wetterverhältnissen zu absolvieren.

    Notwendige Ausrüstung
    Während bei fast allen Wettkämpfen, die in Pistenskigebieten ausgetragen werden, keine Ausrüstung nötig ist, müssen die Patroullieure unter anderem einen kleinen Leichtrucksack, Reservefelle, eine Windjacke, eine Rettungsdecke, ein Seil, Gurte und ein Funkgerät mitnehmen.

    Die klassische Strecke: Zermatt - Verbier
    Die klassische Strecke führt von Zermatt (1.616 Meter) über Schönbiel (2.660 Meter) auf die Tete Blanche (3.650 Meter) und weiter über Col de Bertol (3.279 Meter) und Plans de Bertol (2.664 Meter) nach Arolla (1.980 Meter). Von dort führt die Route auf den Col de Riedmatten (2.919 Meter) und über Pas du Chat (2.581 Meter) nach La Barma (2.458 Meter). Der dritte Aufstieg führt auf die Rosablanche (3.160 Meter). Dort beginnt der letzte Abschnitt über den Col de la Chaux (2.940 Meter) und Les Ruinettes (2.195 Meter) nach Verbier (1.520 m). Diese Route wird unter Skibergsteigern auch als "Haute Route Nordvariante" bezeichnet; insgesamt liegen 100 Wettkampfkilometer, verteilt auf 3.994 Höhenmeter im Aufstieg und 4.090 bei der Abfahrt, zwischen dem Start und dem Ziel.

    Die kurze Strecke: Arolla - Verbier
    Auch weniger gut trainierte Skibergsteiger haben die Möglichkeit, den Mythos der "Patrouille des Glaciers" zu erleben: Neben der traditionellen langen Strecke kann auch eine kurze Runde gegangen werden, bei der die Wettkämpfer erst in Arolla (Halbzeit der langen Strecke) in den frühen Morgenstunden ins Rennen geschickt werden und 50 Kilometer zu absolvieren haben.

    Startzeiten und Startlisten
    Die Starts für die Strecke Zermatt - Verbier erfolgen in der Nacht vom 28. auf den 29. April zwischen 22:00 und 02:30 Uhr. In Arolla wird zwischen 04:00 und 06:30 (29. April) gestartet. Außerdem gibt es wegen der großen Teilnehmerzahl bereits am Donnerstag um 01:00 Uhr einen Start in Zermatt und ab 04:00 Uhr in Arolla. Startlisten mit den entsprechenden Startzeiten der jeweiligen Teams sind unter spip.pdg.ch einsehbar.

    Organisation
    Die Patrouille des Glaciers wird von der Schweizer Armee veranstaltet. Ohne die Hilfe der Armee wäre keine Patrouille des Glaciers möglich, denn nur diese kann die gigantischen Mittel aufbieten, die dieser außergewöhnliche Wettkampf erfordert: 30 Tonnen Material müssen ins Hochgebirge geflogen werden, stundenlang dauert das Ballet der Hubschrauber. Der Wert des gesamten verwendeten Materials beträgt über fünf Millionen Euro.

    Sicherheit hat Priorität
    Mehr als 1.000 Armeeangehörige und Freiwillige (Bergführer, Hundestaffelführer, Hubschrauberpiloten, Ärzte, etc.) sind während des Wettkampfes im Einsatz, um ein Maximum an Sicherheit zu garantieren. Der Ablauf des Rennens ist bis in das kleinste Detail vorbereitet - immerhin ist der gefährlichste Abschnitt des Wettkampfes in der Finsternis in fast 4.000 Meter Höhe zu bewältigen.


  • Die Geschichte der Patrouille des Glaciers


  • Erstauflage 1943
    Erstmals wurde dieser außergewöhnliche Wettkampf im Jahr 1943 ausgetragen; damals waren zehn Patrouillen am Start und legten 63 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 7.600 Metern zurück. Die zweite Auflage im Jahr 1944 wartete bereits mit 44 Teams und einer schwierigeren Streckenführung auf. Nach der dritten Veranstaltung im Jahre 1949 sollte dann vorerst Schluss mit dem Kapitel "Patrouille des Glaciers" sein: Ein schrecklicher Unfall, bei dem ein Team in eine Gletscherspalte gestürzt war und erst acht Tage später gefunden wurde, löste heftige Kritik aus: Der bis dato für die Soldaten der Schweizer Armee bestimmte Wettlauf wurde als übertriebenes Wagnis bezeichnet und in der Folge vom Militärdepartement verboten.

    Über 30-jährige Wettkampfpause
    Mehr als 30 Jahre später wurde die Idee der Patrouille des Glaciers erneut geboren und unter größten Sicherheitsvorkehrungen fand der Wettkampf 1984 erstmals wieder statt - fast 200 Patrouillen nahmen an der vierten Auflage teil. Seitdem wird der Wettkampf in einem Abstand von zwei Jahren durchgeführt und steht militärischen und zivilen Dreier-Patrouillen (Frauen-, Männer- und gemischte Teams) offen. Die Teilnehmerzahlen konnten bis heute ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen - in diesem Jahr haben dir Organisatoren unglaubliche 6.000 Anmeldungen erhalten, davon werden jedoch "nur" 3.700 Personen in Dreierteams an den Start gehen können.


  • Deutsche Athleten bei der Patrouille des Glaciers 2006


  • Neun deutsche Athleten suchen das Abenteuer!
    Zwei Herrenteams und eine Damenmannschaft werden den langen Weg auf sich nehmen, darunter auch der amtierende Deutsche Meister im Skibergsteigen, Franz Grassl. Die Teilnehmer haben sich für diesen Wettkampf viel vorgenommen. Unterstützt wird das DAV-Team von zwölf ehrenamtlichen Helfern, die während des Wettkampfes für das Wohl der Athleten sorgen und ihnen auf der 100 Kilometer langen Strecke Getränke und Sportverpflegung reichen.

    Herren I:
    - Franz Grassl: Deutscher Meister 2006 und 2004
    - Toni Steurer: Deutscher Meister 2005
    - Martin Echtler: Deutscher Vizemeister 2006

    Herren II:
    - Wolfgang Palzer: Deutscher Meister 2003
    - Georg Nickaes: Aktivensprecher, WM-Teilnehmer 2002, 2004, 2006, Mezzalama 2001, 2005, Pierra Menta 2004
    - Tim Stachel: WM-Teilnehmer 2002, 2004, 2006, Mezzalama 2001 und 2005

    Damen I:
    - Judith Grassl: Deutsche Meisterin, 2004
    - Silvia Treimer: WM-Teilnehmerin 2002, 2004, 2006
    - Stefanie Koch: WM-Teilnehmerin 2006

    Die Zeiten
    Bei den deutschen Herren rechnet man mit Bestzeiten zwischen 7,5 und acht Stunden, bei den Damen um 9,75 Stunden. Die absoluten Bestzeiten wurden im Jahr 2004 von Schweizer Patrouillen aufgestellt: Die schnellsten Herren erreichten das Ziel damals in sechs Stunden und 31 Minuten, die erfolgreichste Dame schaffte die Strecke in acht Stunden und 24 Minuten.


  • Infos und Live-Verfolgung


  • Verfolgung der Patrouillen live im Internet
    Im Rahmen der Patrouille des Glaciers 2006 werden 20 Patrouillen via GPS in Echtzeit verfolgt. Alle fünf Minuten wird die GPS-Position jeder Patrouille via SMS dem kartographischen Server übermittelt, welcher die Aufgabe hat, diese Position mit entsprechenden Infos zur Kartographie und zur Statistik zu verknüpfen. Das Ganze kann live im Internet unter pdg.swissgeo.ch und www.geosat.ch betrachtet werden.

    Weitere Infos
    Der DAV berichtet unter www.alpenverein.de über das Rennen. Hier findet sich auch eine komplette Streckenkarte im Maßstab 1:50 000 von der Firma Swisstopo. Des weiteren gibt es unter www.pdg.ch Informationen rund um die Patrouille des Glaciers 2006.

    Quellen
    - Rolf Majcen - www.rolf-majcen.com
    - Stefan Winter - www.alpenverein.de
    - www.pdg.ch

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