Bergführer nach tödlichem Lawinenunfall verurteilt
M2b Redaktion am 03.04.2008 - 10:13 Uhr
Ein 52-Jähriger Bergführer des Deutschen Alpenvereins wurde am 2. April zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Knapp ein Jahr zuvor, am 2. März 2007, führte der Bergführer eine Ausbildungsgruppe trotz Lawinenwarnstufe drei (erhebliche Gefahr) im Rifflseegebiet (Pitztal) in einen Steilhang mit einer Steigung von 40 Grad. Dort sollten die Teilnehmer der Skitourengruppe ein Schneeprofil erstellen als, eine Lawine abging und sie überrollte. Zwei Männer wurden dabei verschüttet und verstarben kurze Zeit später an ihren Verletzungen.
Anzeige
Gefahr falsch eingeschätzt
Der Bergführer gestand vor Gericht, die Wetterdaten nicht komplett analysiert und die Gefahren nicht ausreichend erkannt zu haben. Nach den Aussagen weiterer Experten und Zeugen befand das Landesgericht Innsbruck den 52-Jährigen der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung für schuldig.
Betroffenheit beim Deutschen Alpenverein
Thomas Urban, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins, und Günther Manstorfer, Vorsitzender der Sektion München, sprachen den Angehörigen erneut ihr Mitgefühl aus. "Der Deutsche Alpenverein bedauert diesen tragischen Unfall sehr. Das Unglück ist eine Verpflichtung für uns, bei der Ausbildung auch in Zukunft keine Kompromisse zu machen und hohe Anforderungen an unsere Fachübungsleiter und Trainer zu stellen. Leider müssen aber auch wir erkennen, dass menschliche Fehler nie ganz ausgeschlossen sind und ein gewisses Restrisiko beim Bergsteigen bleibt."