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Die Sieger der PDG 2004

Patrouille des Glaciers

Zehn Minuten vor dem ersten Start

Direkt nach dem 1. Start am Freitag um 23 Uhr

Warten auf die strenge Materialkontrolle

Athleten am Eingang zur Materialkontrolle

Nach dem ersten Startschuss auf dem Weg in Richtung Schönbiel

Warten auf den Startschuss

Direkt vor dem ersten Start

Der militärische Chef der Patrouille, Marius Robyr, gibt letzte Instruktionen

Publikum und Aktive in der Kirche

Fünf Minuten vor dem ersten Start

Erstes Wegstück

Hermann Kofler beim Transcavallo

Johann Wieland

Rolf Majcen

Patrouille des Glaciers 2004 - Nacht der Rekorde

M2b Redaktion am 26.04.2004 - 17:49 Uhr

Erstmals in der Geschichte des aufgrund seiner Länge und seines Höhenprofils einmaligen Alpinwettkampfes ist es einer ausländische Patrouille gelungen, der Schweiz den Sieg zu entreißen: die Franzosen Stéphane Brosse, Patrick Blanc und Jean Pellissier der Mannschaft 'Parc de Bauges Savoie' - schon vor dem Rennen als Mitfavoriten gehandelt - gewannen die elfte Auflage der PDG seit 1984 in der neuen Rekordzeit von 6:31,42 Stunden.

Klare neue Bestzeit - Schweiz muss sich geschlagen geben
Damit unterboten die drei Franzosen den bestehenden Streckenrekord von 2000 bei besten Bedingungen um sage und schreibe 32:02 Minuten - eine fantastische Zeit! Auf Platz zwei landete die in der Szene durchaus mit einem Namen versehene Patrouille 'Swiss Team (5)' um Pierre-Marie Taramarcaz, Jean-Yves Rey und Jean-Daniel Masserey. Ihnen fehlten im Ziel etwa viereinhalb Minuten auf die Gewinner aus dem Nachbarland.

Schweizer Sieg bei den Damen
Bei den Damen siegten auf der langen Distanz zwischen Zermatt und Verbier Cristina Favre-Moretti, Catherine Mabillard und Isabelle Crettenand ('Swiss Team 1') - auch sie waren in neuer Rekordzeit erfolgreich, mit über einer Stunde Vorsprung auf die Zweitplatzierten.

Vom Start bis ins Ziel vorne gelegen
Bei den Herren haben sich die siegreichen Franzosen mit den schließlich geschlagenen Schweizern vom Start in Zermatt (1616 Meter) an ab 02:30 Uhr bis ins Ziel einen unglaublich spannenden Zweikampf geliefert: Über die letzten zehn Kontrollposten hinweg bis ins Ziel schwankte der Vorsprung, nachdem beide Schönbiel (2600 Meter) noch zeitgleich passiert hatten, lediglich zwischen einer und vier Minuten - der Sichtkontakt riss bis kurz vor das Ziel nicht ab.

Kopf an Kopf
An der Tete Blanche (3724 Meter) lagen Brosse, Blanc und Pellissier beim Kontrollpunkt drei Minuten vorne (2:30 Stunden zu 2:33 Stunden), mit dem selben Abstand ging es über den Plans de Bertol (2664 Meter). Den Schweizern Taramarcaz, Rey und Masserey fehlten nach dem Bertol-Pass weiterhin (3279 Meter) drei Minuten auf die Führenden (2:53 Stunden zu 2:50 Stunden), nach der anschließenden Abfahrt war es am Plans de Bertol (2664 Meter) eine Minute weniger.

Zwischenzeitlich aufgeholt
Bis nach Arolla (1980 Meter) verkleinerten die Eidgenossen den Rückstand auf nur mehr eine Minute (3:10 Stunden zu 3:09 Stunden), woraufhin im Zielraum in Verbier Jubel aufbrandete. Im zweiten Streckenabschnitt über den Riedmatten-Pass (2919 Meter), Pas du Chat (2581 Meter), La Barma (2458 Meter), La Rosablanche (3160 Meter), Pass de la Chaux (2940 Meter) und Les Ruinettes (2195 Meter) nach Verbier (1520 Meter) konnten sich die Franzosen letztlich aber einen Vorsprung von über vier Minuten herauslaufen.

100 Helfer?
Wie sehr es der französischen Patrouille um den Sieg ging, verdeutlichen die Aussagen einiger Teilnehmer, die davon ausgehen, dass das Team um Brosse einige Dutzend Helfer an der Strecke positioniert hatte, die mit Ersatzstöcken und
-Ski im Falle eines Defektes für Hilfe gesorgt hätten.

Start im Regen
Alle fünf Starts in Zermatt um 23:00 Uhr, Mitternacht, 01:00 Uhr, 02:00 Uhr und 02:30 Uhr fanden bei Regen statt. Aufgrund der warmen Temperatur wurden die Aktiven aufgefordert, an eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme zu denken, um Dehydrierungen vorzubeugen. Stéphane Brosse (FRA) meinte im Ziel, es sei überaus "hart" gewesen, die Freude über den Erfolg stand ihm und seinen Kameraden aber ins Gesicht geschrieben, trotz der erkennbaren Erschöpfung! Um kurz nach 09:00 Uhr reckten die Franzosen am Samstagmorgen siegreich ihre Ski gen Himmel.

Neun Kilogramm Gewicht
Schließlich hatten die Athleten knappe zehn Kilogramm Gewicht über die 53 Kilometer Strecke und etwa 4000 Höhenmeter Aufstieg zwischen Zermatt und Verbier mit sich zu schleppen: Getränke, Seil, Funkgerät und, nach dem Start, von dem aus bis unterhalb Schönbiel (erster Kontrollposten) kein Schnee mehr lag, auch Ski und Schuhe. Zwar liefen einige Patrouillen in Tourenstiefeln los, die Favoriten traten aber allesamt in Laufschuhen an und zogen es vor, bis zur Schneegrenze das erhöhte Tragegewicht in Kauf zu nehmen; zu groß sei die Gefahr, beim Laufen in den Hartschalenschuhen Blasen und Druckstellen zu bekommen, die eine Aufgabe zur Folge hätten haben können.

Österreichischen Gebirgsjäger zufrieden
Michael Pohl und Alois Greber von der österreichischen Armee freuten sich nach dem Erlebnis über ihre erste Teilnahme: "Es ist - wider Erwarten - sehr gut gelaufen", so Pohl, "ich hatte mir vorgestellt, dass es härter werden würde. Eigentlich könnte ich fast noch weiter gehen."
Teamkollege Greber betonte, "Schlüsselstelle war für mich die Tete Blanche, sie ist sehr hoch und man geht mitten in der Nacht hinauf - es war kalt und windig; damit und mit der umfangreichen Ausrüstung muss man fertig werden. Die Abfahrt herunter vom Col de Bertol ist sehr steil. Es war stark bewölkt, die Sicht betrug zum Teil nur 20 Meter, wenn überhaupt. Dazu wurde das Licht der Stirnlampe reflektiert, sodass ich mitunter fast einen Blindflug zu bewältigen hatte". Beide wollen 2006 unbedingt wieder dabei sein.

Schnellste Zeit der Alpenrepublik
Hans Wieland, Hermann Kofler und Rolf Majcen (alle Österreich) traten als 'Austria Presse Team' an und erwischten einen besonders guten Tag: ihr Ziel war es, unter elf Stunden zu bleiben, schließlich glänzten sie mit einer Zeit von 9:20 Stunden - der schnellsten jemals von Österreichern bei der PDG erzielten Zeit. Die Freude über diese Leistung war bei den drei Athleten entsprechend groß.
Hans Wieland hatte zur Vorbereitung im Laufe des Winters mehr als 150.000 Höhenmeter trainiert, für ihn und Kofler war es die erste Teilnahme. Rolf Majcen war das dritte Mal am Start. Der Niederösterreicher meinte hinterher, dass es im Rosablanche Couloir "besonders heiß" gewesen sei, am Col de la Chaux hätten unerwartet viele Zuschauer für eine "tolle Unterstützung" gesorgt, "das hat mir sehr geholfen".

Knapp 1000 Patrouillen aus 16 Ländern am Start
Annähernd 1000 Dreier-Patrouillen aus 16 Ländern sind bei der diesjährigen Austragung der PDG am Start gewesen,: 328 über die 'Haute Route' von Zermatt aus (Freitagnacht, Route 'A', 23. April 2004), 212 auf der kurzen Strecke zwischen Arolla und Verbier (Samstag, 'B2', 24. April 2004). Bereits am Donnerstag der letzten Woche waren es beim ersten Lauf über die kurze Strecke 'B1' 438 Patrouillen (22. April 2004).

Arolla - Verbier am Donnerstag
David Blanc, Jean-Claude Mottiez und Lucien Zuchuat (alle Frankreich) gewannen das 'B1'-Rennen am 22. April in der Kategorie 'Seniors I', ihre Siegerzeit: 3:40,37 Stunden.
Jean-Marc, Gérard und Daniel Tissières (alle Frankreich) siegten in der Kategorie 'Militaires II', Françoise Charbonnet-Gilloz, Sandra Genolet und Denise Masserey-Gilloz (alle Frankreich) bei den zivilen Damen.

Arolla - Verbier am Samstag
Die kurze Strecke am Samstag wurde in der Kategorie 'Seniors I' von Alain Richard, Pierre Bruchez und Marcel Marti (alle Schweiz) dominiert. In der Kategorie 'Militaires I' stellten Jean Moix, Yannick Ecoeur und Alexandre Gex (alle Frankreich) die schnellste Patrouille, Marie Troillet, Laetitia Currat und Annick Rey (alle Frankreich) die bei den Damen.

Keine Sponsoren, auch 2006 nicht
Dank der Unterstützung und Organisation durch das Schweizer Militär kommt die Patrouille des Glaciers ohne Sponsoren und entsprechende Kompromisse aus. Bereits heute ist sicher, dass auch die nächste PDG 2006 wieder unter diesen Bedingungen wird stattfinden können - wenn es das Wetter denn zulässt. Der Schweizer Brigadier Marius Robyr, militärischer Verantwortlicher der Patrouille des Glaciers, erhielt für diese Ankündigung in der Zermatter Kirche am Freitagabend stehende Ovationen: die Besucher tobten, als er laut ins Mikrofon rief: "Vive la Suisse, vive la Patrouille des Glaciers 2004"!

Interviews, Videos, weitere Berichte
Weitere Berichte, Interviews und Videomitschnitte erscheinen in den kommenden Tagen.


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