Positives Fazit nach internationalem Jugendwettkampf in Praxmar
M2b Redaktion am 19.12.2006 - 11:00 Uhr
"Wir kommen wieder!", das war der einhellige Kommentar der Jung-Athleten und Betreuer am Sonntag, 17. Dezember, nach dem Internationalen Jugend-Vergleichskampf im Skibergsteigen in Praxmar. Wenngleich auch noch nicht sicher ist, in welchem Land die Veranstaltung im nächsten Jahr abgehalten wird - stattfinden wird sie in jedem Fall. Das war das Ergebnis des Resümees der Teamleiter am Ende des dreitägigen Events.
Mehr Athleten als erwartet
Der Ländervergleichskampf der jugendlichen Skibergsteiger in Mitteleuropa wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragen. Statt der erwarteten 30 Athleten aus drei Ländern waren am Anreisetag in Praxmar rund 50 Athleten mit Betreuern und Topathleten aus vier Ländern (Österreich, Deutschland, Slowakei, Italien) gekommen. Ein zusätzliches Land hatte auch die Ski im Auto: die Tschechen mussten jedoch ob einer in Prag erlittenen Autopanne umdrehen.
Nach einer Kennenlernrunde am Freitagabend konnten die Teilnehmer gleich einen Einblick gewinnen, was extremes Skifahren bedeutet: Partner DYNAFIT stellte exklusiv den Film der Skibefahrung des 8.035 Meter hohen Gasherbrum II zur Verfügung. Georg Nickaes als offizieller DYNAFIT-Mann und gleichzeitig deutscher Athletenbetreuer führte den Film vor.
Techniktraining im Gelände
Am Samstagvormittag stand zunächst ein lockeres Techniktraining im Gelände auf dem Programm, das in gemischten Gruppen von jeweils sechs Athleten und zwei Betreuern durchgeführt wurde. Dabei wurde den zwölf bis 20-jährigen Jungathleten von staatlich geprüften Bergführern und aktiven Rennläufern das richtige Wettkampfverhalten beim Fellwechsel, in Spitzkehren und in der Abfahrt gezeigt. Nach dem anschließenden Mittagessen ging es dann in den mit mehr Schnee gesegneten Nachbarort Kühtai, wo das erste Rennen durchgeführt wurde.
Singlerennen über 400 Höhenmeter
Mit einem Singlebewerb, in dem in zwei Runden rund 400 Höhenmeter zu bewältigen waren, konnten die Jugendlichen erstmals ihre Rennqualitäten unter Beweis stellen. Das Rennen war zwar angelegt für Jugendliche ab 16, doch fast alle Jüngeren ließen es sich nicht nehmen, auch mit dabei zu sein.
Die Dominanz der Italiener war zwar wie erwartet groß - so konnten die Azzurri alle drei männlichen Klassen für sich entscheiden (unter 16: Noe Thaler, Cadet: Fabio Andreola, Junior: Siegmund Thaler) - bei den Mädchen war das Ergebnis jedoch differenzierter. Die Klasse unter 16 wurde von der deutschen Anna-Sophie Seebeck gewonnen, die Cadet-Klasse konnte die Slowakin Michaela Izakovicova für sich entscheiden. Die Juniorenklasse ging mit Martha Wesolowski ebenfalls an Deutschland.
In diesem Rennen wurde erstmals auch die Österreichische Meisterschaft im Skibergsteigen in der Klasse Cadet vergeben. Über den Meistertitel konnte sich schließlich Phillip Brugger aus Sistrans freuen. Er landete im internationalen Feld auf einem sehr guten neunten Platz.
Tipps zur Verschüttetensuche
Nach der Anstrengung des Rennens wurde es dann erneut spannend: Peter Müller von Partner PIEPS hatte zusammen mit zwei Bergführern ein Suchfeld für die Verschüttetensuche aufgebaut. In Gruppen wurden den Nachwuchsathleten nun die neuesten Suchtechniken vorgestellt. Dabei kamen vor allem die Besonderheiten der Suche im Wettkampfgeschehen zur Sprache.
Am Abend ging es wieder zurück nach Praxmar. Die Ergebnisse der LVS-Aktion wurden nach dem Abendessen und der Siegerehrung noch theoretisch durchgesprochen, die Firma PIEPS stellte dazu entsprechendes Schulungsmaterial zur Verfügung.
Im Anschluss daran zeigte Martin Dufter von Riap Sport in Bad Reichenhall diverse Ausrüstungsgegenstände für den Wettkampf und erörterte Vorteile und Nachteile von Spezialausrüstung. Der Experte hatte vieles an Material mitgebracht, und so konnten die Jugendlichen so manchen Gewichtsvorteil hautnah spüren.
Gemischtes Staffelrennen zum Abschluss des Wochenendes
Am Sonntag stand nach dem Frühstück ein praktischer Vertiefungslehrgang in der LVS-Suche auf dem Programm. Die Betreuer der einzelnen Länder gaben zusammen mit den Bergführern hier wieder ihr Wissen weiter. Danach ging es zum eigentlichen Highlight des Tages: dem Staffelrennen!
Dafür wurden Viererstaffeln aus allen 50 Nachwuchssportlern zusammengelost. 12-jährige Italiener mit 18-jährigen Slowaken, dazwischen Deutsche und Österreicher. Ein buntes Durcheinander, das im Rennen mit circa 150 Höhenmetern für jeden ein riesiges Hallo wurde. Den Startschuss gab Landeshauptmann Stv. Hannes Gschwentner, der höchstpersönlich mit den Tourenskiern angereist war und die Veranstaltung direkt an der Strecke beobachtete.
Hoch dramatisch und spannend wurden die Athleten von ihren Kollegen und Landsleuten lautstark angefeuert. Der Bewerb endete schließlich nach vielen tollen Sprintleistungen mit einem Sieg des Teams "Sellaronda", in dem drei Italiener und ein Slowake zusammengelost waren. Nach der Siegerehrung mit Fototermin vor dem Alpengasthof Praxmar wurde die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt.
Fazit
Das Resümee der Veranstaltung fiel durchaus positiv aus: Die einhellige Meinung der Betreuer Miro Leitner (SVK), Stefan Winter (GER), Luca Salini (ITA) und Karl Posch (AUT) war, dass es unbedingt eine Fortführung der Idee geben muss. Die Besonderheit der Zusammenarbeit aller Nationen bei Streckenbau, Kontrollen, Lehrveranstaltungen und Training während dieser Tage war beispielhaft. Jeder packte an, ohne zu murren. Gemeinschaftlich wurden alle Arbeiten erledigt.
Ein angenehmer Nebeneffekt war auch die Tatsache, dass in Ruhe über den Sport geredet werden konnte. Nicht die übliche Stresspartie bei Rennen, sondern einfach gemütlich bei einem Bier diskutieren. Alles in allem war das Camp also eine perfekte Hinführung auf Wettkämpfe, die Basisarbeit liegt aber trotzdem bei den Alpinen Vereinen. Diese bieten genügend Kurse und Lehrgänge zur Erlernung des Tourenskisports an. Für die weitere Einführung in den Rennsport ist der Jugendwettkampf dann ideal.
Danksagung
Der Dank gilt allen Betreuern, die zum so perfekten Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Natürlich hatte die Hauptlast vor Ort der Ausrichter Werner Brugger mit seinen Helfern zu tragen. Zusammen mit Luis Melmer vom Alpengasthof lieferte er dann eine perfekte Leistung ab. Hut ab vor den Tirolern - wir freuen uns schon auf die nächsten Veranstaltungen!
Weitere Infos
Mehr Infos über das Internationale Jugendrennen in Praxmar gibt es auf www.astc.at (Bericht, Bilder, Ergebnisse) und auf www.skimountaineering.org (Bericht, Bilder, Ergebnisse, Interviews, Videoclips).